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Kappeln/Karby : Bei KHS stehen Signale auf Trägerwechsel

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Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Im Mai erwartet der Nahbereichsschulverband eine Grundsatzentscheidung der Gemeinden. Im Jahr 2015 könnte das Gymnasium dann übernommen werden.

shz.de von
erstellt am 21.Dez.2013 | 07:30 Uhr

Die Übernahme des Kappelner Gymnasiums in den Nahbereichsschulverband rückt näher. Auf der jüngsten Verbandsversammlung in der Grundschule Karby erörterten die Verbandsvertreter das Vorhaben wohlwollend und einigten sich auf einen groben Zeitrahmen, in dem ein solcher Prozess ablaufen könnte. Demnach sollen die Gemeinden bis zum Mai nächsten Jahres eine grundsätzliche Entscheidung über die Aufnahme treffen. Wie die Übernahme dann erfolgen soll und wie Kosten verteilt werden, soll dann in einem zweiten Schritt geklärt werden.

Verwaltungsmitarbeiter Thomas Johannsen stellte in der Sitzung schon einmal verschiedene Finanzierungsmodelle vor. Dabei nahm Johannsen zunächst die reine Schülerzahl als Grundlage seiner Berechnungen, indem er die derzeitigen Kosten mit den künftigen verglich. Demnach beträgt die Verbandsumlage in der Summe aktuell 1,74 Millionen Euro, die dann um rund 661.300 Euro auf rund 2,4 Millionen Euro aufgestockt werden müsste.

Am Beispiel von Arnis zeigte Johannsen, wie sich dies finanziell auf die einzelnen Gemeinden auswirken würde. Die Stadt Arnis zahlt augenblicklich eine Verbandsumlage von 11.256 Euro. Hinzu kommen die Schulkostenbeiträge von insgesamt fast 20.400 Euro für die elf Gymnasiasten, so dass Arnis insgesamt mehr als 31.600 Euro zahlt. Mit der Aufnahme der Klaus-Harms-Schule (KHS) entfallen für Arnis zwar die Schulkosten, doch die Verbandsumlage, die sich an der durchschnittlichen Schülerzahl der letzten drei Jahre orientiert, wird für die Kleinstadt höher und beträgt dann rund 39.200 Euro, also 7570 Euro mehr als nach der alten Rechnung. Ebenfalls teurer wird es für die Gemeinden Brodersby, Grödersby, Karby, Rabenkirchen-Faulück und Winnemark. Nur Kappeln (-16.630 Euro), Dörphof (-6370 Euro) und Oersberg (-1570 Euro) würden von dieser Regelung profitieren.

Die Vorteile einer Übernahme der Klaus-Harms-Schule liegen laut Johannsen auf der Hand. Alle Schularten seien dann unter einem Dach, und es würde keine zwei Haushalte geben. „Das Problem ist nur: Alle Gemeinden müssen denselben Beschluss fassen“, sagte der Verwaltungsmitarbeiter. Und die Einigung auf eine Lösung wird so oder so einige Gemeinden mehr und andere Gemeinden weniger Geld kosten als bisher.

„Wenn man jetzt die Finanzkraft mit hinein nimmt, ergibt das ein ganz anderes Bild“, sagte Johannsen vor der Versammlung. Dabei stellte er ein Modell vor, wonach 75 Prozent der Umlage über die Schülerzahl und 25 Prozent nach der Finanzkraft der Gemeinden berechnet wird. Danach würden alle dem Schulverband angehörigen Gemeinden des Amtes Schlei-Ostsee sowie Grödersby besser als bei der aktuellen Regelung abschneiden. Am stärksten würde Dörphof mit Einsparungen von rund 4400 Euro profitieren. Dagegen würden bei diesem Finanzierungsmodell alle anderen Kommunen stärker belastet als momentan. Am meisten würden dabei Kappeln mit rund 5900 Euro und Oersberg mit rund 4000 Euro zuzahlen.

„Um die Fixkosten zu decken, ist eine gemischte Lösung sicherlich gerechter“, meinte Johannsen. Man müsse sich dann nur auf einen Schlüssel einigen, in welchem Verhältnis die beiden Parameter zu einander stünden. Verbandsvorsteherin Marta Kraft meinte dazu: „Klar spielt das Finanzierungsmodell eine Rolle, aber für uns ist erst einmal entscheidend zu wissen, wohin die Reise gehen soll.“ Augenblicklich zahlten die Gemeinden Schulkostenbeiträge für das Gymnasium, ohne mitgestalten zu können.

Der Grödersbyer Bürgermeister Helmut Andresen und Kappelns SPD-Fraktionsvorsitzender Rainer Moll sprachen sich für eine Übernahme der Klaus-Harms-Schule aus und begründeten dies mit Synergieeffekten. Der Bürgermeister von Rabenkirchen-Faulück, Peter-Martin Dreyer, wies darauf hin, dass Kappeln als Schulträger des Gymnasiums in der Vergangenheit sehr viel Geld zugunsten des Umlandes zugesetzt habe. Inzwischen zahle man über die realen Schulkostenbeiträge gleich viel Geld. „Der einzige Unterschied liegt jetzt im Verhältnis von Kindern der Schulen des Nahbereichsschulverbandes und des Gymnasiums. Doch das kann sich jederzeit wieder ändern. Daher sollten wir nicht so sehr auf rote und schwarze Zahlen schauen“, sagte Dreyer über die Finanzierungsmodelle. Marta Kraft gab Dreyer recht: „Bei der Darstellung handelt es sich nur um eine Momentaufnahme.“ Laut Kraft soll sich im Jahr 2015 entscheiden, ob das Gymnasium in den Nahbereichschulverband aufgenommen wird. Vorher sollen die Gemeinden bis spätestens Mai 2014 dazu einen Grundsatzbeschluss fassen. Kraft erhofft sich von einem positiven Votum ein Signal, dass Kappeln und Umland zusammenstehen. Die Leiterin der Kappelner Gemeinschaftsschule, Britta Pichatzek, ging noch einen Schritt weiter: „Auch für die Schulen ist das ein gutes Signal. Die Aufnahme des Gymnasiums in den Schulverband zeigt uns, dass wir gleichwertig sind und auch so wahrgenommen werden.“

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