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Bei der "Netzsuche" den großen Fang gemacht

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erstellt am 15.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Kappeln | Blumen sagen mehr als tausend Worte. Das zumindest behauptet ein bekanntes Sprichwort. Im Falle von Jasmin Henschel hatten Blumen eine derartige Ausdruckskraft, dass es am Ende für eine Urkunde und einen zweiten Platz gereicht hat. Zum ersten Mal durften Floristen im zweiten Ausbildungsjahr am sogenannten "Fischpokal" - einem Wettbewerb von Schülern der Eckener Schule und der Hannah-Arendt-Schule - teilnehmen. Und die Auszubildende bei Blumen Stamer musste nur einer Konkurrentin den Vortritt lassen.

Gestartet ist der "Fischpokal" als Berufswettbewerb für Restaurantfachleute, Hotelfachleute und Köche im zweiten Lehrjahr. In diesem Jahr konnten sich erstmals Auszubildende in der Floristik bewerben. Während die Köche aus einem vorgegebenen Warenkorb ein Zwei-Gänge-Menü zaubern und die Hotel- und Restaurantfachleute sich um den Service kümmern sollten, war es an den Floristen, für einen ansprechenden Tischschmuck zu sorgen. Und das Ergebnis, das Jasmin Henschel vorlegte, war so herausragend, dass die Jury sie mit dem zweiten Platz kürte.

"Ich wusste, dass die Köche ein Fischgericht kochen würden", sagt die 30-Jährige. "Und ich wusste auch, dass ich nicht das Typische aus Sand und Muscheln in Blau und Weiß gestalten wollte." Jasmin Henschel wollte etwas wirklich Kreatives schaffen, etwas, das bei Tisch geeignet sein würde, tatsächlich Gesprächsthema zu sein. Sie beklebte Gefäße mit Aspidistra-Blättern, gab ihnen dadurch die schwungvolle Form einer Welle. In den Gefäßen drapierte sie Ranunkel und Schneeball, um Gischt und schäumende Wogen anschaulich zu machen. Daneben platzierte sie geschickt einige nicht mehr funktionsfähige Mobiltelefone - und nach einer Stunde war der zweideutige Titel ihres Tischschmucks geboren: "Netzsuche".

Die Jury - bestehend aus Vertretern der Schulen sowie der Industrie- und Handelskammer - lobte hinterher nicht nur die fantasievolle Idee, sondern auch die "technisch einwandfreie Umsetzung" und die Wertschätzung des Materials. Jasmin Henschel selber lobt vor allem die Ergebnisse ihrer Konkurrenten. "Es waren so schöne Sachen dabei, kein Gesteck hat dem anderen geähnelt", sagt die Kappelnerin. Vor der eigentlichen Verkündung durften die Teilnehmer aber zunächst das Menü der Koch-Lehrlinge genießen, das ihnen die Service-Lehrlinge serviert hatten. Zur Siegerehrung erschien schließlich auch Jasmin Henschels Chef Uwe Stamer, der den zweiten Preis seiner Auszubildenden gleich live miterleben konnte. Henschels Ausbilderin Anke Eckart blickte derweil in Kappeln immer wieder auf ihr Handy und wartete auf Nachricht. Die SMS vom Podestplatz kam schließlich gegen 22 Uhr. Eckart: "Ich bin total stolz auf Jasmin und überzeugt, dass sie eine gute Floristin sein wird."

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