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Kappeln : Bauaufsicht nimmt Mühle unter die Lupe

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Die Touristinformation erhält eine Frischzellenkur im Innern. Heute wird geprüft, ob Barrierefreiheit hergestellt werden kann.

Heute könnte ein entscheidender Tag werden. Zumindest für die Mühle „Amanda“. Immer wieder steht die 1888 erbaute Holländermühle im Fokus, wenn es darum geht, die Touristinformation, die sich im Innern der Mühle befindet, zukunftsfähig zu machen. Das Problem: Die Mühle steht unter Denkmalschutz. Es geht also, wenn man ehrlich ist, eher darum, das Alte zu bewahren als das Neue zu fördern. Nun tut sich genau damit die Ostseefjord-Schlei GmbH (OFS), Betreiberin der Touristinfo, ein bisschen schwer. OFS-Geschäftsführer Max Triphaus hatte jüngst wieder darauf hingewiesen, dass die Mühle Attribute wie Brandschutz und vor allem Barrierefreiheit nicht gewährleisten kann. Deshalb solle ernsthaft über einen anderen Standort nachgedacht werden. Für heute hat sich nun mit Cristina Vesperinas die Bauaufsicht des Kreises Schleswig-Flensburg angekündigt. Sie soll später entscheiden, ob und eventuell wie eine barrierefreie Mühle „Amanda“ aussehen kann.

Derweil ist die OFS im Innern bereits tätig gewesen – in einem für den Denkmalschutz vollkommen unkritischen Bereich: Der lange schwere Tresen ist verschwunden, stattdessen wurden zwei Stehtische platziert, darauf je ein Laptop, der bei Bedarf dem Besucher zugewandt werden kann. „Der Tresen war wie eine Barriere“, sagt Max Triphaus rückblickend. „Für eine gastfreundliche Ausstrahlung nicht das Optimale.“ Jetzt könne man eher eine persönliche Gesprächsatmosphäre schaffen, außerdem hätten die Gäste mehr Platz, besseren Zugang zur Prospektauslage, könnten sich freier bewegen. Ganz nebenbei habe man auch gleich ein paar Heizkörper freigelegt, die bislang zugestellt waren und so im Winter nicht für die bestmögliche Wärmezufuhr sorgten. Mit Hilfe eines Segels hat die OFS schließlich eine Art „Backoffice“ geschaffen, eine Möglichkeit, ungestört zu arbeiten oder zu telefonieren. Ein neuer Liegestuhl mit Kappeln-Motiv schmückt den Warteraum, die Beleuchtung wurde optimiert, als Deko Urlaubsmotive aus der gesamten Region ausgewählt. Triphaus: „Ich habe gar nicht erwartet, dass der Raum so schön sein kann. Er hat wirklich deutlich gewonnen.“ Auch seine Mitarbeiterinnen sind angetan vom Ergebnis. Anna Grau, Leiterin der Kappelner Touristinfo, sagt etwa: „Wir können den Gast jetzt ganz anders in Empfang nehmen, mit ihm auf Augenhöhe sprechen.“ Gut 2000 Euro hat die OFS dafür ausgegeben, und auch die Stadt hat ihren Anteil geleistet: Unter Koordination des Büroleitenden Beamten Jörg Exner ist der Bauhof tätig geworden und hat unter anderem den Fußboden geschliffen und aufgewertet. Und so nennt auch Bürgermeister Heiko Traulsen das Resultat „eine echte Errungenschaft“, die auf kurzem Dienstwege unkompliziert vonstatten gegangen sei. „Und wenn sich die Mitarbeiter wohl fühlen, spiegeln sie das auch unseren Gästen entgegen“, sagt Traulsen.

Neben OFS und Stadt hat sich die Wirtschaft und Touristik Kappeln GmbH (WTK) eingeklingt und einen Monitor in der Mühle angebracht. Dort laufen der aktuelle Veranstaltungskalender der Stadt, das Wetter und Segelwetter sowie Weltnachrichten in einer Endlosschleife – eine Investition von rund 6000 Euro. Gästen soll so die Wartezeit verkürzt und das Geschehen in der Stadt präsentiert werden. Ginge es nach WTK-Geschäftsführer Jürgen van Schöll, soll die Mühle nicht der einzige Standort bleiben. Angepeilt sind weitere Monitore am Hafen, am Rathaus, in der Fußgängerzone. Aber auch schon so freut sich Max Triphaus auf die anstehende Saison, für die er sich in der Mühle nun gut vorbereitet fühlt – zumal trotz der etwas abseitigen Lage jährlich bis zu 30.000 Gäste auflaufen.

Ungeachtet dessen steht der Standort nicht gänzlich außer Frage. Der Bürgermeister bestätigt, dass man zweigleisig fahre – parallel zum heutigen Termin, der eine mögliche Barrierefreiheit der Mühle ergeben soll, werden andere Standorte geprüft. Von der Bauaufsicht des Kreises heißt es derweil, dass das gesamte Äußere der Mühle unter Denkmalschutz stehe, im Inneren treffe das nur auf noch vorhandene alte Technik zu. Und so betont Cristina Vesperinas bereits im Vorfeld: „Von außen etwas zu ändern, um die Mühle barrierefrei zu gestalten, halte ich für schwer vorstellbar. Möglichkeiten sehe ich dagegen im Innern.“ Den heutigen Tag will sie nutzen, um sich die Situation selber vor Augen zu führen. Immerhin geht es um eine zukunftsfähige, sehr alte Mühle – keine leichte Kombination.

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erstellt am 14.Apr.2015 | 07:30 Uhr

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