Basar bot Anschauungsunterricht in altem Handwerk

Margarethe Schwager  erweist sich für Tischlermeister Ullrich Ruhe, der gerade eine alte Hochzeitstruhe restauriert, als eine sehr interessierte Besucherin.
Margarethe Schwager erweist sich für Tischlermeister Ullrich Ruhe, der gerade eine alte Hochzeitstruhe restauriert, als eine sehr interessierte Besucherin.

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19. November 2013, 00:32 Uhr

Rundum gelungen, so lautete das Fazit der „Wählergemeinschaft Aktiv für Stoltebüll“ (WAS), die zum zweiten Basar, diesmal in Wittkielhof, eingeladen hatte. Das Stelldichein von Ausstellern und Besuchern war geprägt von der besonderen Atmosphäre der einstigen Kornscheune, die mittlerweile eine Veranstaltungshalle ist. Ob Süßigkeiten und Schmuck der unterschiedlichsten Art, ob Genähtes, Dekorationen, Besteck-Schmuck oder Schönes aus Holz: Es gab viel zu bewundern, und dabei gab es auch so manchen Klönschnack.

Zu den Ausstellern gehörte auch Tischlermeister Ullrich Ruhe aus Havetoftloit, und der war von dem Ambiente angetan. Mitglieder der WAS hatten ihn beim Pfingstmarkt auf Gut Oestergaard „entdeckt“ und für Wittkielhof verpflichtet. Ruhe, seit zehn Jahren Inhaber einer eigenen Werkstatt, hatte nicht nur getischlerte, gehobelte und gedrechselte Gebrauchsgegenstände und Dekoratives aus Holz – mitgebracht, sondern ließ sich beim Restaurieren einer Hochzeitstruhe von 1782 auch über die sprichwörtliche Schulter schauen. Zudem stand er bei Nachfragen Rede und Antwort. Mit einer zugeschnittenen Glasscherbe rieb Ruhe die alten Farbschichten „kalt und trocken“ von der Eichentruhe, um sie dann aufzuarbeiten und neu zu lackieren – mit Öl auf Zitronenbasis. Dann kommt noch ein neues Schloss dazu und die Erneuerung der aufgemalten Initialen in deutscher Schrift sowie der Zahlen.

Natürlich weiß der Tischlermeister, dessen Kundschaft nicht nur in allen Teilen der Republik beheimatet ist, sondern auch in Dänemark, auf Mallorca und sogar in Dubai, auch einiges zur Geschichte der alten Hochzeitstruhe für die Aussteuer zu erzählen. Seine Auftraggeberin erhielt sie zu ihrer Hochzeit 1961 von ihren Vorfahren und möchte sie in neuem alten Glanz erhalten, um sie irgendwann bei entsprechender Gelegenheit weiterzugeben. Für Ullrich Ruhe bedeutet die Restaurierung einen Arbeitsaufwand von über 20 Stunden, und er sagt: „Nun ist sie fit zum Weitergeben an die nächste Generation.

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