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Kappeln : Ausverkauf des Schwimmbad-Zubehörs

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Förderverein spendet Erlös den DLRG-Ortsgruppen. Drastischer Mitgliederschwund bei den Kappelner Rettungsschwimmern.

shz.de von
erstellt am 01.Mär.2016 | 08:00 Uhr

Den Förderverein Schwimmhalle gibt es seit Mitte Februar nicht mehr. „Das Gericht hat unseren Verein aus dem Vereinsregister gelöscht“, sagt der letzte Vereinsvorsitzende Rainer Moll. Und der langjährige Schatzmeister Knut Grieger ergänzt: „Beim Finanzamt werden wir noch die Kontoauszüge einreichen, und dann können wir die Akte zumachen.“ Moll und Grieger waren die von den Mitgliedern gewählten Liquidatoren, die den 15 Jahre alten Verein zuletzt nach außen hin vertreten und ihn abgewickelt haben. Nun sagt Grieger: „Die Liquidatoren haben ihren Dienst gemacht.“

Im November 2014 hatte die Mitgliederversammlung des Fördervereins mehrheitlich die Auflösung beschlossen. Denn die Unterstützung der AMA, die als Investor der „Schleiterrassen“ drei Jahre lang über die Hälfte der Betriebskosten des Schwimmbades bestritten hatte, lief aus. Der Altbau war nicht zukunftsfähig und ein Neubau der Stadt zu teuer.

Nun, da es kein Schwimmbad mehr gibt, öffnet der Förderverein noch einmal seine Schatulle. Die DLRG-Ortsgruppen Kappeln und Gelting-Golsmaas-Hasselberg (GGH), die früher die Einrichtung für ihre Schwimmausbildung nutzten, sollen nun wenigstens eine finanzielle Unterstützung erhalten. Das Geld stammt aus den Rücklagen und dem Verkauf der vereinseigenen Schwimmbad-Ausrüstung. Allein für die Rutsche und das riesige Schwimmtier „Doggy“ gab es vom Schleswiger Schwimmbad 1300 Euro. Die an private Hand verkauften Matten brachten noch einmal zusätzlich 400 Euro ein. Die ehemals 2000 Euro teure Fehlstarteinrichtung wurde zwecks mangelnder Nachfrage verschenkt. Als regelrechter Ladenhüter erwies sich das vier Meter lange Ein-Meter-Sprungbrett mit Kugellager und Rollen. „Das hatte neu über 3000 Euro gekostet. Wir haben überall geklingelt, doch keiner wolle das Brett“, meint Moll. So bleiben dem Verein 1700 Euro aus dem Material-Verkauf. Dieses Geld und 900 Euro aus den Rücklagen erhalten nun die DLRG-Ortsgruppenvereine je zur Hälfte.

„Das kann nur ein Trostpflaster sein“, sagt Jürgen Horn, Vorsitzender der DLRG Gelting-Golsmaas-Hasselberg. „Diese Spende kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass mit dem Förderverein nun auch die letzte Akte im Kapitel Schwimmhalle geschlossen ist“, so Horn. Der DLRG-Ortsgruppenvorsitzende bedankt sich bei dem Förderverein und seinen Sponsoren für die jahrelange Unterstützung. „Der Förderverein hat seinem Namen wirklich alle Ehre gemacht.“

Wie sehr die DLRG-Gruppen unter dem Verlust ihrer Trainingsstätte leiden, macht der Ortsgruppenvorsitzende von Kappeln deutlich. „Trotz dieser finanziellen Zuwendung haben wir in Kappeln keine Schwimmausbildung mehr“, betont Daniel Schlenzka. Seit der Schließung der Schwimmhalle Ende 2014 könne der Verein keine Wettkampfgruppe mehr aufstellen, sondern nur noch saisonal die Ausbildung in einzelnen Schwimmkursen ermöglichen. „Durchgehend haben wir übers Jahr gesehen nur den Seepferdchen-Kurs in Pottloch“, so der Kappelner. Der Mitgliederbestand der Kappelner Gruppe sei seit Schließung der Schwimmhalle um 80 auf jetzt 158 Mitglieder zurückgegangen. „Vor allem der Rückgang junger Mitglieder ist erheblich“, meint Schlenzka.

Zumindest mit einer kleinen Wettkampfgruppe kann die DLRG GGH aufwarten, wie Horn berichtet. Die Mitgliederzahlen seien auf niedrigem Niveau konstant. Doch mit Blick auf die Zukunft gibt sich Horn skeptisch. Die Region habe attraktive Strände mit zunehmenden Tourismus. „Diese Strände sollen auch bewacht werden.“ Allein für die vier Kilometer Strand in Hasselberg würden täglich 14 Rettungsschwimmer benötigt. „Diese Aufgabe würden wir gerne mit unseren eigenen Leuten ausfüllen.“ Ginge das nicht, könne man immer noch befreundete Rettungsschwimmer aus Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg anzufragen. „Wenn das alles nicht ausreicht, bleibt nur noch die Möglichkeit, Rettungsschwimmer von Amts wegen zu bestellen mit entsprechenden Kosten für Ämter und Gemeinden. Da ist eine Schwimmhalle schnell erspart“, so Horn.

Moll wendet ein, dass der Bau eines Schwimmbad das eine sei, das andere der Unterhalt. „Selbst die alte Schwimmhalle konnten wir allein nicht bewirtschaften.“ So bleiben den DLRG-Ortsgruppen vorerst nur die Spenden des Fördervereins von je 1300 Euro. Moll: „Wir hatten eigentlich mehr Geld aus dem Verkauf erwartet, doch irgendwann muss man einen Schlussstrich ziehen.“ 84 Euro bleiben nun noch auf dem Konto des abgewickelten Vereins. Davon werden letzte Rechnungen bezahlt. „Wenn etwas übrig bleibt, dann bekommen es wieder die DLRG-Ortsgruppen zu beiden Teilen“, so Knut Grieger. Trotz allem wohl nur ein schwacher Trost.  

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