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Kappelner Arbeitslosenzahlen im Dezember : Ausländer bleiben am Arbeitsmarkt zurück

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Innerhalb eines Jahres steigt die Zahl der Arbeitslosen mit Migrationshintergrund um 55 Prozent.

shz.de von
erstellt am 05.Jan.2016 | 17:36 Uhr

Die Arbeitslosenzahlen stiegen saisonbedingt auch im Monat Dezember an. Die Agentur für Arbeit Flensburg verzeichnete einen Zuwachs von 824 auf nunmehr 16.977 Arbeitslose. Das ist ein Plus von 5,1 Prozent gegenüber dem November. Dieser Anstieg ist für diese Jahreszeit aber völlig normal und fällt eher vergleichsweise gering zu den Vorjahren aus.

Im Agenturgebiet, das die Kreise Schleswig-Flensburg und Nordfriesland sowie die kreisfreie Stadt Flensburg umfasst, sind zwei unterschiedliche Tendenzen festzustellen. Während das produzierende Gewerbe volle Auftragsbücher hat und nach wie vor Personal einstellt, werden mit dem Saisonende in den Tourismusorten weniger Mitarbeiter gebraucht.

„Das Saisonende in den regionalen Tourismushochburgen hat den größten Einfluss auf den Arbeitsmarkt im Dezember 2015“, sagte Agenturleiter Hans-Martin Rump. Die meisten Kündigungen gab es laut Rump demnach im Hotel- und Gaststättenbereich, dem Handel sowie im Garten- und Landschaftsbau. Ganz anders die Entwicklung im industriellen Flensburg: Dort hat die Zahl der Arbeitslosen sogar gegenüber dem November abgenommen, und der Zuwachs im Kreis Schleswig-Flensburg bleibt unter zwei Prozent. Dagegen verzeichnet der touristisch ausgerichtete Kreis Nordfriesland einen steilen Anstieg der Arbeitslosen um mehr als zwölf Prozent gegenüber dem Vormonat.

So gesehen sind die im Dezember neu hinzugekommenen 38 Arbeitslose in der touristisch geprägten Region Kappeln nahezu ein moderates Ergebnis. 1169 Arbeitslose sind in der hiesigen Geschäftsstelle gemeldet, das sind 3,4 Prozent mehr als im November, aber fast sieben Prozent weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote bleibt mit 8,3 Prozent die höchste aller Geschäftsstellen im Agenturbezirk, wenngleich sie vor einem Jahr noch bei 8,8 Prozent lag. Im Vorjahresvergleich hat sich die Zahl der Arbeitslosen um nahezu sieben Prozent verringert. Auch wenn der aktuelle Trend im Agenturbezirk abweichend ist, so sind doch durchweg die Zahlen besser als noch vor einem Jahr.

Im Kappelner Umland profitieren nahezu alle Gruppen von der aktuell guten Konjunktur. Ausnahmen sind die Gruppen der Über-50-Jährigen, die mehr als ein Drittel der Arbeitslosen ausmacht, und vor allem die keine 100 Personen umfassende Gruppe der Ausländer. Die Zahl der arbeitslosen Ausländer stieg im Kappelner Umland um 7,7 Prozent allein gegenüber dem November an. Noch deutlicher fällt der Vergleich zum Vorjahr aus. Dort beträgt der Zuwachs 55,6 Prozent. Und da noch kein Ende des Flüchtlingsstromes in Sicht ist, werden diese Zahlen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit vorerst auch künftig weiter steigen.

Auch agenturweit lässt sich feststellen, dass die Integration der Ausländer auf dem Arbeitsmarkt hinter der Zahl der neu ankommenden Flüchtlinge zurückbleibt. Dabei reißt im Vorjahresvergleich eine große Kluft zwischen deutschen und ausländischen Arbeitslosen auf. Hat agenturweit die Zahl der deutschen Arbeitslosen innerhalb eines Jahres um 8,7 Prozent abgenommen, so ist die Zahl der ausländischen Arbeitslosen im selben Zeitraum um 24,6 Prozent auf fast 1900 Personen angewachsen.

Dennoch bleibt festzuhalten, dass die Lage insgesamt positiv ist. Wie sehr sich der Arbeitsmarkt vor allem in den vergangenen zwei Jahren entspannt hat, lässt sich daran erkennen, dass noch im Dezember 2013 die Zahl der Arbeitslosen im gesamten Agenturbezirk 19.116 betrug, jetzt liegt sie bei unter 17.000. Und bei den freien sozialversicherungspflichtigen Stellen gibt es noch Potenzial für einen weiteren Abbau der Arbeitslosigkeit. So blieben im Dezember 2450 Stellen unbesetzt, das sind 7,5 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Noch vor einem Jahr gab es im gesamten Agenturbezirk 1066 Arbeitslose mehr als zum jetzigen Zeitpunkt.

Agenturleiter Hans-Martin Rump jedenfalls war bei der Präsentation der Zahlen zufrieden. „Insgesamt ist der Arbeitsmarkt im Agenturbezirk Flensburg weiterhin robust“, meinte Rump. Vor allem in der Produktion und Fertigung sowie im Gesundheits- und Sozialwesen werde weiteres Personal eingestellt.

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