Stadtlauf „Kappeln rund“ : Ausdauer und Sonne im Gleichklang

Startschuss zu „Kappeln doppel rund“: Die zehn Kilometer absolvierten die Läufer in teils unter 40 Minuten.
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Startschuss zu „Kappeln doppel rund“: Die zehn Kilometer absolvierten die Läufer in teils unter 40 Minuten.

Mehr als 600 Teilnehmer wollten bei der achten Auflage von „Kappeln rund“ dabei sein. Und erstmals seit Langem schien die Sonne auf die Läufer.

shz.de von
23. Juni 2014, 07:30 Uhr

Man muss schon einigermaßen tief in den Gedanken kramen, um sich zu erinnern, wann der Stadtlauf „Kappeln rund“ schon einmal mit solch einem Wetter auftrumpfen konnte. Zwar machte der vereinzelt recht kräftige Wind den Läufern und Walkern zu schaffen, aber ansonsten gab es nicht viel anderes außer eitel Sonnenschein. Und weil der Veranstalter TSV Kappeln im mittlerweile achten Stadtlauf-Jahr eine bemerkenswerte Professionalität beweist, dabei aber keineswegs Gefahr läuft, die Veranstaltung einfach so abzuspulen, bleibt „Kappeln rund“ etwas Besonderes, das auch die vielen Zuschauer im Start- und Zielbereich zu schätzen wussten.

Sie erlebten als erstes die 200 „Bambini“, die über 600 Meter am Hafen entlang spurteten – ein neuer Rekord für den TSV, der gleich für ein Novum sorgte. „Wir haben die Kinder in zwei Starts auf die Strecke geschickt“, sagte TSV-Vorsitzende Dagmar Ungethüm-Ancker, „damit die unter Fünfjährigen nicht überrannt werden“. Für sie ist der „Bambini“-Lauf so etwas wie die Jugendschmiede der Läufer von morgen, die spielerisch wichtige Attribute wie Ausdauer und das Spüren eigener Grenzen vermittelt. Und das wollten nicht nur Kappelner Kinder ausprobiern, sondern auch solche aus Gelting, Esgrus oder Vogelsang. Bei den
36 Schülerstaffeln war der Einzugsbereich sogar noch ein Stück größer: Dort kämpften Schüler von Süderbrarup bis Eckernförde um Medaillen. So wie der zwölfjährige Lars, der sich zwar nicht extra vorbereitet, aber dennoch einen Anspruch hatte: „So weit nach vorne wie möglich“ wolle er laufen, dafür hatte er sogar zwei Zwei-Kilometer-Abschnitte seiner Staffel der Kappelner Gemeinschaftsschule übernommen. „Aber eigentlich“, schickte der Sechstklässler dann hinterher, „ist die Hauptsache dabei zu sein“. Ganz ähnlich sahen das Celina und Lea, die beide schon zum zweiten Mal Teil einer Schülerstaffel waren und für die neben der sportlichen Anstrengung auch noch etwas anderes wichtig war. Lea, die eigentlich eher Fußball spielt, erklärte das so: „Der Staffellauf ist gut für das Gemeinschaftsgefühl in der Klasse.“

Da waren die „Kappeln-rund“- und „Doppel-rund“-Läufer auf ihren 5,9 beziehungsweise zehn Kilometern schon eher auf sich allein gestellt. Und Maximilian Wegert blieb das nach seinem Zieleinlauf nach 5,9 Kilometern auch noch eine ganze Weile, er hatte sich mehr als zwei Minuten Vorsprung auf den Zweitplatzierten herausgelaufen. „Die erste Hälfte bin ich entspannt gelaufen, danach habe ich das Tempo angezogen“, sagte der 20-Jährige aus Büdelsdorf hinterher, der „Kappeln rund“ zum ersten Mal gelaufen ist und gleich gewonnen hat. Schnellster über zehn Kilometer war ebenfalls ein neuer Name: Michael Wittig vom Borener SV feierte seinen Premierensieg. Sein Fazit: „Das Auf und Ab macht die Strecke anspruchsvoll, aber sie ist wirklich schön.“ Und lachend fügte er hinzu: „Noch schöner wäre es allerdings, wenn sie ein bisschen flacher wäre.“

Ob davon alle der in diesem Jahr gut 600 Läufern proftiert hätten, ist ungewiss. Sicher ist aber, dass keiner von ihnen ohne die Menschen in den knalligen Warnwesten ausgekommen wäre. Eine davon trug Marion Lorenzen, TSV-Mitglied und einer von gut 60 ehrenamtlichen Helfern am gestrigen Tag. Als Streckenposten bezog sie Position am Abschnitt Hohlweg/Arnisser Straße, wies die Läufer in die richtige Richtung und achtete auf deren Sicherheit. „Sonst bin ich immer selber gelaufen“, sagte Lorenzen. „Jetzt bin ich eben mal Streckenposten.“ Der TSV dankte es ihr mit einer speziellen Ausstattung: Pfeife, Vuvuzela und jede Menge süßer Proviant.

Und das ist es wohl, was „Kappeln rund“ auszeichnet: ambitionierte Profi-Läufer, aktive Schüler, fröhliche Kleinkinder, unkomplizierte Ehrenamtler. Und seit gestern gehört auch die Sonne dazu.

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