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Schlei-Bote

22. Oktober 2017 | 20:14 Uhr

Kappeln : Aufstehen gegen Mobbing

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Das Projekt „Ich bin’s“ will Kinder und Jugendliche an den Kappelner Schulen stärken.

shz.de von
erstellt am 19.Nov.2015 | 18:04 Uhr

Stress, Konflikte, Mobbing? Das gibt es nicht nur in der Berufswelt, auch in Schulen treten diese sozialen Auswüchse immer häufiger auf – so auch in Kappeln. Das Projekt „Ich bin’s“ soll an den hiesigen Schulen Abhilfe schaffen.

„Mobbing nimmt in Zeiten des Internets zu, und Cybermobbing über die sozialen Netzwerke gibt es auch in Kappeln“, sagt Kappelns Schulsozialarbeiter Harald Prahs. Auch die Fälle von Schulabstinenz, hier vor allem das Fernbleiben von der Schule aus Angst vor Mitschülern, weisen eine steigende Tendenz auf. Ursachen können Hänseleien, Drohungen bis hin zu Erpressungen und Gewalt sein. Das Projekt „Ich bin’s“ soll dem nun Einhalt gebieten. Dabei handelt es sich um ein kostenloses Stand-up-Training. Dies sind Gruppenangebote für Betroffene im geschützten Raum. Dazu gibt in diesen Gruppen verbindliche Regeln des gegenseitigen Respekts und der Verschwiegenheit. „Die Jugendlichen spielen dabei Situationen nach, die sie selbst erlebt haben und in denen sie gemobbt wurden“, so Prahs. Dies soll helfen, über das eigene Verhalten nachzudenken und ein anderes Verhalten für künftige Situationen zu entwickeln. Dazu gibt es Hilfestellungen von den beiden psychologisch geschulten und ausgebildeten Stand-up-Trainern Martina Oesterberg und Wolfgang Scharffenberg. Die beiden Fachkräfte für Gewaltprävention wollen die Jugendlichen stärken und neu motivieren. „Opfer von Mobbing-Aktionen sind meist Menschen, die vom Wesen her eher zurückhaltend sind,“ sagt der Kappelner Schulsozialarbeiter. Um so wichtiger sei es, ihnen zu mehr Selbstbewusstsein zu verhelfen, damit sie diesen Kreis durchbrechen könnten. „Ziel ist es, die eigenen Fähigkeiten und die Wirkungen auf andere zu erkennen“, meint Prahs. Umgekehrt seien manche Täter ehemalige Mobbing-Opfer, die nun mobbten, um von sich selbst abzulenken.

Noch im November startet das Projekt, das zunächst bis zum Frühjahr läuft. Zwölf Termine für eine Gruppe sind vorgesehen, sind die Altersunterschiede zu groß wird die Gruppe geteilt. Ob das Projekt danach fortgeführt wird, hängt nicht zuletzt von der Nachfrage ab. Teilnehmen an dem Stand-up-Training, das auch zur Prävention dient, können alle Schüler von Kappelner Bildungseinrichtungen, einschließlich des Berufsbildungszentrums sowie der Grundschule Karby. Denn Mobbing kennt keine Alters- und Bildungsgrenzen. Und noch etwas: Auch aus Tätern können Opfer werden. Letztlich betrifft Mobbing immer alle.  

> Das Projekt wird unterstützt vom Sozial-Forum, der Kinder- und Jugendschutzförderung des Kreises sowie von der Kappelner Schulsozialarbeit. Weitere Informationen gibt es unter  Tel. 0  46  42  / 9  21  36  45 sowie im Internet unter www.schulsozialarbeit-kappeln.de oder www.sozial-forum-kappeln.de

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