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Von Kappeln nach Chile : Aufbruch in eine andere Welt

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Jana Bürger tritt einen Freiwilligendienst in Chile an. Ihre Inspirationen sind Schwester Karoline und der Verein „Casa Kappeln“.

shz.de von
erstellt am 07.Aug.2015 | 07:45 Uhr

Am Montag sitzt Jana Bürger in einem Flugzeug, das sie mehr als 12.000 Kilometer weit weg bringen wird. Weg von ihrer Familie und ihren Freunden, weg von ihrer gewohnten Umgebung, ihrer bekannten Sprache, ihren vertrauten Annehmlichkeiten. Weg von ihrem bisherigen Leben. Die junge Kappelnerin will ein Jahr lang in Chile leben und arbeiten. Sie will Wissen weitergeben und selber lernen, Barrieren aufbrechen, Menschen unterstützen. Inspiriert hat sie dazu eine zarte, gleichzeitig enorm aktive Frau, deren schier unerschöpfliche Energie bei Jana Bürger tiefen Eindruck hinterlassen hat: Schwester Karoline, seit langen Jahren eng verbunden mit dem Verein „Casa Kappeln“.

Ein Aufenthalt im Ausland war für Jana Bürger schon seit Langem eine echte Option – „allerdings interessierte ich mich eher für englischsprachige Länder“, sagt die 19-Jährige. Dann entdeckte sie den Spanisch-Unterricht an ihrem Gymnasium für sich, den sie drei Jahre lang bis zum Abitur in diesem Sommer durchzog. „Während dieser Zeit habe ich mir überlegt, dass es toll wäre, Spanisch fließend zu sprechen“, sagt Jana. Gepaart mit ihrer Begeisterung für Kinder wuchs der Wunsch, beide Aspekte zu kombinieren – etwas, das ihr der Verein „Cristo Vive“, den Schwester Karoline einst gegründet hat, ermöglichen kann. Und in „Casa Kappeln“ wiederum hat „Cristo Vive“ einen äußerst aktiven Partnerverein an der Schlei, der Schwester Karolines Engagement seit inzwischen 40 Jahren tatkräftig unterstützt. Jana Bürger sagt über die 72-jährige Entwicklungshelferin: „Ich habe bei Casa Kappeln Vorträge von ihr gehört und sie erlebt. Es hat mich sehr beeindruckt, welche Kraft Schwester Karoline hat, das ist wirklich absolut bewundernswert.“

Auch deshalb war „Cristo Vive“ die einzige Organisation, bei der sich die 19-Jährige für einen Freiwilligendienst beworben hat. Auf ein Auswahlwochenende folgten intensive Vorbereitungsseminare, Gespräche mit Ärzten und etliche Besuche beim Gesundheitsamt, um alle erforderlichen Impfungen abzudecken. In Santiago de Chile wird Jana Bürger in einem Kindergarten arbeiten, sie wird Drei- bis Sechsjährige kennen lernen, die überwiegend aus den Armenvierteln der chilenischen Hauptstadt kommen. „Wir wurden darauf vorbereitet, dass wir Armut erleben werden und wie wir ihr begegnen sollen“, sagt die Abiturientin. „Aber ich glaube, dass ich am Ende mehr von den Menschen in Chile lernen werde, als die Chilenen von mir.“ Schon jetzt hat sich die Kappelnerin so etwas wie ein eigenes Motto gegeben. „Nur, weil etwas anders ist, sich nicht auf europäischem Niveau befindet, ist es nicht schlechter“, sagt die 19-Jährige, die sich zudem die Chance verspricht, ihre eigene Wertschätzung zu hinterfragen.

Janas Unterkunft in Chile wird ein Haus sein, das sie sich mit vier weiteren Freiwilligen teilt, die jungen Leute versorgen sich selber, erhalten für ihren Dienst ein kleines Taschengeld. „Ich freue mich total auf diese Reise“, sagt die Kappelnerin, die bis kurz vor ihrer Abreise auch noch fleißig Spenden für „Cristo Vive“ sammelt. Was damit passiert, darf sie selber entscheiden. Vielleicht wird sie mit den Kindern in Santiago etwas bauen, ein großes Spielzeug, etwas, das bleibt, wenn Jana in einem Jahr die Heimreise antritt.

Die Zeit in Südamerika will sie auch nutzen, um den Kontinent ein bisschen besser kennen zu lernen. Eine Klassenkameradin wird sich zu gleichen Zeit in Uruguay aufhalten, die beiden wollen sich sehen, außerdem plant die 19-Jährige Kurztrips nach Argentinien. Schwester Karoline wird Jana Bürger auf jeden Fall in Chile sehen, darauf freut sich die junge Frau ganz besonders. Und am Ende des Jahres wird sie ganz bestimmt auch fließend Spanisch sprechen.

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