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Kappeln : Auf der Suche nach einer Touristinfo

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Zur Standortsicherung muss die Treppe in der Mühle bis zum Jahresende räumlich getrennt werden. Alternativen werden dringend gesucht.

shz.de von
erstellt am 02.Mär.2016 | 07:15 Uhr

Die Mühle „Amanda“ hatte in der ersten Bauausschusssitzung des Jahres für etlichen Gesprächsstoff gesorgt. Und auch am Montagabend, während der zweiten Zusammenkunft des Gremiums im laufenden Jahr, stand sie erneut auf der Tagesordnung – aus dem gleichen Anlass. Brandschutz hieß der Stein des Anstoßes. Die Kreisverwaltung hatte den ausdrücklichen Mangel daran angemahnt und eine sichere Weiternutzung der Mühle (vor allem als Touristinformation) an einige Auflagen geknüpft. Zur jüngsten Bauausschusssitzung legte nun die Stadtverwaltung, wie vom Gremium gefordert, eine genauere Planung der vorgesehenen Einhausung des Treppenhauses der Mühle sowie eine Übersicht über mögliche neue Standorte einer Touristinfo (TI) vor. Ein Beschluss erfolgte nicht, wohl aber der deutliche Hinweis, das Thema in der heutigen Sitzung des Ausschusses für Wirtschaftsförderung und Touristik unbedingt weiter zu vertiefen – ungeachtet dessen, dass es nicht auf der Tagesordnung auftaucht.

Aus der detaillierteren Aufstellung der geplanten Einhausung geht, im Vergleich zu vorangegangenen Sitzung, eine leichte Steigung der geschätzten Kosten hervor: Aus 55.000 Euro sind 57.000 Euro geworden, die für eine bauliche Trennung der Treppe vom Erd- bis zum dritten Obergeschoss erforderlich sind. Bürgermeister Heiko Traulsen teilte derweil mit, dass in Absprache mit der Kreisverwaltung grundsätzlich zwei Optionen denkbar seien. Sollten bei einer Trauung in der Mühle mehr als 30 Personen anwesend sein, wäre eine Einhausung inklusive des dritten Obergeschosses oder wahlweise die Aufrechterhaltung der Brandwache nötig. Bei Trauungen mit weniger als 30 Besuchern könnte die Brandschutzwache entfallen und die Einhausung auf Höhe der TI enden. Gleichzeitig betonte Traulsen: „Bis Juni muss mit der Einhausung begonnen, bis Silvester muss sie fertiggestellt sein.“

Volker Ramge (CDU), der aufgrund von kurzfristigen Terminüberschneidungen erst spät zur Sitzung erschienen war und den Vorsitz daher an Lars Braack (SPD) abgegeben hatte, schlug vor, zunächst über den künftigen Sitz der TI zu entscheiden, bevor man Geld in die Mühle investiere. Annette Kießig hatte fünf potenzielle TI-Standorte, die zu einem früheren Zeitpunkt bereits alle einmal Thema waren, aufgeführt. Drei davon fielen jedoch schnell wieder aus Liste heraus, da entweder der Eigentümer nicht verkaufen wollte, keine Parkplätze vorhanden waren, ein teurer B-Plan, der Denkmalschutz oder der Bau eines Regen-Rückhaltebeckens zu große Hürden darstellten. Die Lösung Südhafen befindet sich derzeit noch in der Schwebe, da für diesen Bereich eine aktuelle Machbarkeitsstudie erarbeitet wird. Und das Mühlenumfeld hatte Kießig mit dem Hinweis, dass der Hauptausschuss im vergangenen September einen Kauf abgelehnt habe, ausgeschlossen.

Diesen Punkt jedoch hatten unter anderem Christian Andresen (SSW) und Matthias Mau (CDU) anders in Erinnerung. Mau stellte klar, dass man einen Kauf des Areals um die Mühle, das sich derzeit in Privatbesitz befindet, „noch nicht ganz ausgeschlossen“ habe. Vielmehr habe man sich vorerst dagegen entschieden, „weil uns noch nicht ganz klar war, was wir von einem Kauf am Ende haben“, sagte Mau. Es fehle nach wie vor ein schlüssiges Nutzungskonzept sowie Klarheit darüber, wie der Denkmalschutz dazu stehe. Mau: „Wir waren uns mit dem Touristikausschuss einig darüber, dass wir einen neuen TI-Standort brauchen. Jetzt für die Mühle 60.000 Euro auszugeben, halte ich daher für eine heiße Kiste.“ Schließlich sei nicht auszuschließen, dass – sollte die TI aus der Mühle ausgezogen sein – in dem Gebäude andere Veranstaltungen stattfinden könnten, die keines Brandschutzes bedürfen.

Volker Ramge sprach auch unter diesem Gesichtspunkt von einem „super eiligen Thema“, dass der Touristikausschuss dringend in seiner heutigen Sitzung behandeln müsse. „Die Frage lautet: Wo soll die TI hin?“, sagte Ramge. Der Touristikausschuss solle die aktuelle Diskussion als Startschuss nutzen, um möglichst schnell zu einer Antwort zu gelangen.

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