Kappeln : Auf dem Weg nach Afrika

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Milena Götzke möchte nach ihrem Abitur an der Klaus-Harms-Schule Freiwilligendienst an einer Grundschule in Ghana leisten.

shz.de von
02. Juni 2018, 12:00 Uhr

Ein Jahr in Ghana – das liegt vor Milena Götzke. Im Juni noch die mündlichen Abiturprüfungen, im August geht der Flieger in den Süden. Die 18-Jährige geht mit dem „Weltwärts“-Programm der Entsendeorganisation „KulturLife“ nach Ghana und möchte sich mit der gemeinnützigen Organisation „Inspire Global Ideas“ (IGI) für die Verbesserung der Situation in dem westafrikanischen Land engagieren – speziell für Bildung, Gesundheit und Öffentlichkeitsarbeit. „Ich werde als „assistant teacher“ den Unterricht in einer Schule begleiten“, erklärt Milena Götzke und strahlt.

Wieso gerade Ghana? Milena Götzke möchte nach dem Abitur ins Ausland, aber nicht nach Australien oder Amerika, „wo alle hinfahren“. Außerdem ist sie musikalisch. Sie ist Mitglied bei den „Schrägen Vögeln“, singt und spielt Percussion. So hat sie auch Morphius Eurapson-Quaye kennengelernt. Er ist ehemaliger Professor für traditionelle Musik und hat an der Universität in Winneba in Ghana, wo er auch lebt, gelehrt. „Neben seiner Arbeit hat Morphius eine Schule – das „Centre of Talent Expression“ – aufgebaut, in der ghanaische Jugendliche kostenlos eine Ausbildung erhalten, wenn ihre Eltern sonst keine bezahlen können“, berichtet Milena Götzke. Heute arbeite er nur noch für diese Schule. Regelmäßig komme er für drei Monate nach Deutschland, um Spenden für sein Projekt zu sammeln. Im vergangenen Jahr lud er die „Schrägen Vögel“ zu sich nach Winneba ein. „Damit wir sehen konnten, was mit den Spendengeldern geschieht“, erklärt Milena Götzke. Gemeinsam mit drei anderen Frauen fuhr sie hin und lernte Land und Leute kennen. Sie berichtet vom „Centre“ als „ghanaische Version eines Internats“. 56 Schüler zwischen 15 und 20 Jahren werden dort unterrichtet. „Eigentlich waren Ferien, aber es sind ganz viele gekommen, haben uns mit einem imposanten musikalischen Auftritt begrüßt und viel Zeit mit uns verbracht.“

Eine Fischfarm, zwei Nationalparks, einige Hafenstädte – Milena Götzke wollte sich ein Bild von den Lebensumständen und dem Klima machen. „Nach dieser Reise habe ich beschlossen, dass ich nach Ghana möchte“, erklärt die Abiturientin.

Nun soll es losgehen. Mit dem Klima kommt sie klar. „Es gibt eine Regen- und eine Trockenzeit. So heiß, wie ich dachte, ist es gar nicht, aber es herrscht eine hohe Luftfeuchtigkeit – wie in einer Dampfsauna“, beschreibt sie. Durch ihre Reise im vergangenen Jahr ist sie gegen Gelbfieber schon geimpft, gegen Malaria wird sie Tabletten im Gepäck haben.

Ihren Freiwilligendienst als Schulassistentin soll sie an einer Grundschule antreten. Sie wird den Lehrer im Unterricht unterstützen und selbstständig Nachmittagsangebote für die Schüler erarbeiten. Untergebracht ist sie in diesem Jahr in einer Gastfamilie. „Wo, ist noch nicht klar – entweder auch in Winneba oder in Agona Swedru oder Oda“, beschreibt sie. Das Programm „Weltwärts“ wird vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) gefördert. Das BMZ übernimmt bis zu 75 Prozent der Ausgaben, 25 Prozent trägt die Entsendeorganisation bei. Hierfür soll Milena Götzke nach Möglichkeit Spenden für den Freiwilligendienst einwerben. Das ist eine klassische Aufgabe in der Arbeit von entwicklungspolitischen Organisationen, die nicht staatlich sind. Milena Götzke bietet dafür allen Interessierten an, ihren Auslandsdienst und ihre Erlebnisse in Afrika über ihren Blog milligoesghana.blogspot.de zu verfolgen. In loser Folge wird sie auch im Schlei Boten von ihren Erfahrungen berichten.


> Wer Milena Götzke helfen und spenden möchte, kann das direkt bei KulturLife, Förde Sparkasse; IBAN DE84 2105 0170 0092 0137 21; Verwendungszweck Spenderkreis 181704. Mehr unter: www.weltwaerts.de; www.kultur-life.de

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