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TV-Moderator in Satrup : Auch ohne Netzer ein Volltreffer

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Der bekannte Fußball-Experte Gerhard Delling plauderte in Satrup über die großen und kleinen Geschichten des Profigeschäfts und signierte anschließend seine Bücher.

shz.de von
erstellt am 11.Okt.2013 | 12:00 Uhr

Seine TV-Wortgefechte mit Günter Netzer sind legendär. Zwei Fußballexperten, die sich in ihrer Moderation nichts schenken und doch der Fußballberichterstattung eine neue spannende Form verliehen haben. Gerhard Delling ist Schleswig-Holsteiner. In Büdelsdorf geboren, hat er seine ersten journalistischen Gehversuche bei der Landeszeitung als Fußballberichterstatter absolviert und dann über den NDR Kiel zum Rundfunk und Fernsehen gefunden. Heute ist der 54-Jährige einer der bekanntesten Sportjournalisten, der auch andere Themen im Fernsehen moderiert.

Dass der alle großen Sportstätten dieser Welt kennende Gerhard Delling nach Mittelangeln kommt, hat mit der Familie Madsen zu tun. Manfred Madsen ist langjähriger Gemeindevertreter und stellvertretender Bürgermeister. Sein Sohn Raymond hat mit Gerhard Delling in der Hochschulmannschaft der Uni-Kiel Fußball gespielt. Die daraus entstandene Freundschaft hält bis heute, und so kam der Sportjournalist gerne der Einladung nach Satrup nach. Mitgebracht hatte er sein Buch über 50 Jahre Bundesliga. Dieses Buch war zwar der Leitfaden des von Raymond Madsen geführten Interviews, aber die beiden kennen sich so gut, da wurde geflachst und gelacht, als ob Dellings Gegenüber nicht Madsen, sondern Netzer heiße.

Der bestuhlte Saal des „Satrup Krogs“ war bis auf den letzten Platz besetzt, als der Gast, von kräftigem Beifall begleitet, das Podium erklomm. „Ich wusste alles über den Sport“, begründete Delling seinen Weg zum Journalismus und erinnerte sich, wie er mit dem Fahrrad am Sonntag von Büdelsdorf nach Rendsburg in die Redaktion fuhr, um über die Sonntagsspiele Berichte zu schreiben.

Der Sportjournalist präsentierte sich in Satrup als Mensch ohne Allüren, freundlich im Umgang, schlagfertig und unwahrscheinlich präsent. Dazu humorvoll und jederzeit zu kleinen Späßen aufgelegt. Die Zuschauer hatten ihre Freude an den Geschichten und Begegnungen, an denen Delling seine Zuhörer teilnehmen ließ. Der Sportjournalist verbeugte sich vor der großen Fußballlegende Uwe Seeler, den er schon als Kind in einer Spielwarenabteilung getroffen hatte und später als großen Sportler und Menschen kennen lernen durfte.

Legendär sei auch Dellings erste Begegnung mit dem Trainer Erich Happel gewesen, der keinen Journalisten an sich ran ließ, Delling aber vorab seine Taktik im Spiel HSV gegen Bayern verriet.

Natürlich durfte das Thema „Günter Netzer“ nicht fehlen. Warum er Netzer immer noch mit „Sie“ anspricht, wollte ein Besucher wissen. Es handele sich um ein „Sie“, das auch nach dem Verlöschen der Kameras beibehalten werde und so die für die Arbeit notwendige Distanz sichere und nicht durch einen kumpelhaften Ton verwässert werde, erklärte Delling.

Die Einnahmen des Abends stiftet der TV-Moderator der Uwe-Seeler-Stiftung. Für zwei Besucher lohnte sich der Abend besonders: Sie gewannen zwei Eintrittskarten für das Spiel HSV gegen Bayern, die das Angelner Autohaus Simon Dreesen spendiert hatte.


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