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Segeln in Kappeln : ASC-Jugend pflegt alte Tradition

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Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Wasser-Bingo: 25 Boote des Arnisser Segelclubs waren zum Ausklang der Segelsaison auf der Schlei unterwegs, um Hölzchen zu fischen.

shz.de von
erstellt am 11.Okt.2013 | 07:45 Uhr

Zum Abschluss der Segelsaison gingen die Segel- und Motorboote des Arnisser Segelclubs (ASC) bereits vor 58 Jahren auf Flaschenjagd. In leere Flaschen wurde jeweils ein nummerierter Zettel gesteckt, dann ins Wasser geworfen und als „Flaschenpost“ wieder rausgefischt. Segel- und Motorboote fischten in räumlich getrennten Revieren, um jedem Teilnehmer eine gewisse Fangquote zu ermöglichen. Ähnlich dem Bingo-Verspielen wurden bei der Preisvergabe die Nummern gezogen, die dann einen Preis erhielten. Vornehmlich waren es Preise, die von der Speckregatta nachgeblieben waren.

Die Flaschenjagd wurde später eingestellt, weil man die Flaschen einfach zerschlug, um an die Nummernzettel heranzukommen. Es gab dabei nicht nur einen Scherbenhaufen, sondern so mancher verletzte sich zudem an den Scherben. So wurde aus der Flaschenjagd das Hölzchenfischen – umweltfreundlicher und gefahrloser. Im Laufe der Jahre kam aber eine neue Gefahr hinzu. Die Gier der Teilnehmer, möglichst viele Flachen zu fischen, wurde immer größer und man vergaß häufig die gute Seemannschaft beziehungsweise die gültigen Ausweichregeln. Beschädigungen an Bugkörben und Rümpfen der Boote waren die Folge. Diesem Stress wollte man sich nicht mehr aussetzen und ließ eine alte Tradition einfach einschlafen.

Die Jugendabteilung hat nun vor mehr als 20 Jahren diese alte Tradition wieder aufleben lassen. Und was bei den „Alten“ nicht mehr funktionierte, wurde für die Jugend ein Riesenspaß. Schon Wochen vorher sammelten die Jugendlichen eifrig kleine Preise bei vielen Betrieben, die sich dem Segelsport verbunden fühlen, ein. Besonders diese Preise und das Ritual, wie diese am Schluss vergeben werden, macht diese Veranstaltung so beliebt.

Und so gingen kürzlich gleich 25 Boote bei leichten Winden und Sonnenschein mit ihren Besatzungen aufs Wasser, um möglichst viele Hölzchen zu fischen. Die langsameren Optimisten durften als erste das Jagdrevier befahren, während die Jollen Höhe Rückeberg auf das Signal zur Freigabe der Jagd warten mussten. Besonders die unter Gennaker segelnden 29er-Jollen durchpflügten das Wasser, sodass die Anfänger unter den Optimisten-Seglern in ehrfürchtiges Staunen versetzt wurden.

Am Ende der Segelsaison zeigten aber alle, was sie im Laufe des Sommers gelernt hatten und wie gut sie mit ihren Booten umgehen konnten. Die Ausweichregeln wurden eingehalten, auch wenn das Jagdfieber mit der einen oder anderen Besatzung manchmal durchzugehen schien. Im Übereifer landete auch einer der Jugendlichen im Wasser, aber Havarien gab es keine. Damit die Fangergebnisse nicht allzu ungerecht ausfielen, wurden während des Fischens immer neue Hölzchen vom Führungsboot mit Jugendwartin Ulla Eggers am Steuer ausgeworfen. Letztlich hatte viele Teilnehmer um die acht Hölzchen an Bord.

Zur Preisvergabe wurden immer zehn Preise verschiedener Wertigkeit auf dem Tisch ausgelegt. In der Reihenfolge der aufgerufenen Nummern durften die Hölzchen-Fischer dann ihren Preis aussuchen. 150 Preise wurden auf diese Weise vergeben, und damit sich die Gemüter nicht allzu sehr aufheizten, hatte Lilli Matthiesen mehrere Kuchen gebacken, um den Gemütlichkeitsfaktor aufrecht zu erhalten. Weder Kuchen noch Preise blieben zurück, obwohl einige Hölzchen trotz intensiver Suche verschollen blieben.

Mit dem Beginn der Herbstferien endete das offizielle Segeltraining der ASC Jugendabteilung. Die ersten der mehr als 40 clubeigenen Boote werden demnächst instand gesetzt und winterfest eingelagert. Für die eifrigsten Segler bleibt aber noch eine kleinere Flotte segelbereit, um an hoffentlich vielen schönen Oktobertagen in den Herbstferien noch zu segeln.

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