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Tourismus / Freizeit : Arnisser Badestrand schrumpft

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Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Die Wiese wird immer kleiner, das Gewässer immer seichter. Sandbank und Schlick sollen jetzt ausgebaggert und eine kleine Zusatzmole errichtet werden.

shz.de von
erstellt am 22.Sep.2015 | 08:30 Uhr

Der Badestrand von Arnis ist beliebt. Im Sommer tummeln sich dort gerne Einheimische wie Gäste. Eingebettet in einen Wellenbrecher im Süden sowie je eine Mole im Westen und Osten, ist die Badestelle gut geschützt und für Familien mit Kindern geeignet. Auch die Gesundheitsbehörden bescheinigen dem Gewässer seit Jahren eine einwandfreie Badequalität. Im Internetauftritt von Arnis heißt es über die Badestelle, dass man dort „in herrlicher Umgebung ein überschaubares Terrain“ findet. Nun, das mit der herrlichen Umgebung ist so eine Sache. Denn vom Wasser her bereitet dieses schöne Fleckchen Erde allmählich ernsthafte Sorgen.

„Als ich im Sommer die Badestelle ausgemessen habe, bin ich bis zum Bauchnabel im Modder eingesunken“, sagte der Kappelner Verwaltungsmitarbeiter Ulrich Bendlin in der Sitzung des Arnisser Bauausschusses. Dieser Schlick ist dort mancherorts zu finden, am Kopf der westlichen Mole hat sich zudem eine Sandbank ausgebildet. Und im Uferbereich ist viel Sand zwischen den beiden Molen abgetragen worden. Um mindestens zehn Meter ist der Strandabschnitt in den vergangenen Jahren zurückgegangen. Damit kommt das Wasser laut Utz Saalmann von der Arnisser Wählergemeinschaft (AWG) immer näher an den Deich heran. „Die Uferkante reißt ab. Vor 20 Jahren war das noch doppelt so breit“, sagte Saalmann. Und SSW-Fraktionschef Ralf Timm meinte: „Wenn wir da jetzt Sand aufspülen, ist der in fünf bis zehn Jahren wieder weg.“ Tatsächlich sind vor fünf Jahren 20 Lastwagen mit Sand angefahren worden. Doch davon, so hieß es im Bauausschuss, sei heute nichts mehr zu sehen. Schuld an dem Rückgang der Uferlinie sind laut Bürgermeister Bernd Kugler (Bürger für Arnis) Strömungen, die um die Westmole herumlaufen und dann den Strand abtragen.

Das soll sich jetzt ändern. In ihrem Bemühen eine Lösung herbeizuführen, hat die Stadt ein Gutachten bei dem Laboeer Ingenieurbüro Thees Thiel (ITT) – Port Consult in Auftrag gegeben. Geschäftsführer Thees Thiel indes betonte, dass man nicht auf den Punkt vorhersagen könne, was eine Lösung bringt. Zwei Vorschläge hatte der Diplomingenieur dann aber doch im Gepäck.

In der ersten Variante wird die Sandbank abgetragen. Da die Strömung an der Stelle überwiegend von West nach Ost verläuft, soll die Westmole zudem um eine 30 Meter lange Stummel-Mole Richtung Westen erweitert werde. Die Ecke zwischen West- und Stummel-Mole sollte dann als Auffangbecken für die mitgeführten Sedimente dienen. Wenn dieser Sandfang voll ist, wird der Strand mit dem dort aufgefangenen Sand aufgefüllt. Beim Ausbaggern ohne Stummel-Mole würde sich dagegen die Sandbank schnell wieder aufbauen. „Eine Verschlickung des Strandes ist dann programmiert“, so Theel. Doch durch den Wegfall der Sandbank bei gleichzeitigem Bau der Stummel-Mole werde die Strömungsgeschwindigkeit so erhöht, dass im Laufe der Zeit auch der Schlick abgetragen wird. Kostenpunkt: rund 68.200 Euro. In der teureren zweiten Variante wird zusätzlich zu den Maßnahmen der ersten Lösung dieser Schlick gleich ausgehoben und entsorgt – für rund 91.300 Euro.

Unterm Strich ergab sich also ein Unterschied von mehr als 23.000 Euro zwischen den beiden Maßnahmen. Damit tauchte die Frage auf, „ob dies wirklich nötig ist“, zumal es für keine dieser Maßnahmen Fördergelder gibt. Thiel antwortete, dass auch die kleinere Lösung funktioniere. „Doch aus fachlicher und touristischer Sicht würde ich es lieber größer machen“, meinte der Diplomingenieur. Die natürliche Strömung brauche Zeit, bis sie den Schlick abtrage. „Wenn die Badestelle gleich genutzt werden soll, ist die große Lösung die bessere“, so Thiel. Ein Ende der Maßnahme stellte er bei normalem Verlauf – allein fünf Behörden sind am Genehmigungsverfahren beteiligt – bis zum 15. Juni nächsten Jahres in Aussicht. Kugler plädierte für die große Lösung: „Wir haben da lange nichts getan. Jetzt einmal Grund reinzukriegen, macht Sinn“, sagte der Bürgermeister. Auch die Kassenlage gebe das her. So befürwortete der Ausschuss einstimmig die große Lösung. Doch das letzte Wort hat am 29. September die Stadtvertretung.

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