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Alles unter einem Dach : Arnis setzt auf Mehrzweck-Gebäude

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Die Stadt will die Planung eines neuen Gerätehauses mit öffentlichem Veranstaltungssaal im Jahr 2017 in Angriff nehmen.

shz.de von
erstellt am 17.Dez.2015 | 17:48 Uhr

Die Stadt Arnis braucht in absehbarer Zeit ein neues Gerätehaus. Darüber ist man sich nicht nur in der Feuerwehr einig. In der jüngsten Sitzung der Stadtvertreter stellten mit dem Wehrführer Dietmar Schlömer und dem Sicherheitsbeauftragten Axel Kühn ranghohe Vertreter der Feuerwehr die derzeitige Situation dar.

„Die Sicherheit der Einsatzkräfte ist nach heutigen Maßstäben nicht mehr gewährleistet“, betonte Kühn gleich zu Beginn seines Vortrags. Der Sicherheitsbeauftragte der Wehr sagte, dass man im Gerätehaus 32 leichte und elf schwere Mängel festgestellt habe. Während die leichten Fehler in irgendeiner Form noch zu beheben seien, seien die gravierenden Mängel baulicher Natur. So soll zwischen den Wänden und den geöffneten Türen des Löschwagens auf jeder Seite ein Abstand von 50 Zentimetern sein. „Bei uns gehen die Türen gar nicht auf, wir können nicht im Gerätehaus zusteigen“, meinte Kühn. Wehrführer Schlömer ergänzte: „Dabei haben wir schon im Jahr 2004 eine Fahrzeugklasse kleiner gewählt, um das Gerätehaus weiter nutzen zu können.“ Spätestens in zehn Jahren benötige die Wehr aber wieder ein neues Fahrzeug. Der gleiche Typ ist laut Kühn bereits heute um einen Meter länger. Spätestens bis dahin sollte also ein neues Gerätehaus stehen.

Angedacht ist ein Multifunktionsgebäude in unmittelbarer Nähe des alten Gerätehauses. Dazu gehören ein moderner Versammlungs- und Veranstaltungsraum mit Blick über das Noor für Bürgerversammlungen der Stadt. Hier traten in der Vergangenheit einige Engpässe auf, etwa bei der diesjährigen Einwohnerversammlung im Schifferhaus. Doch auch Ausstellungen, Konzerte, Vorträge, Veranstaltungen von DRK und Kirche oder private Feiern könnten dort abgehalten werden. Ein Schulungsraum und ein Werkraum für den Gemeindearbeiter gehören nach diesen Plänen zu dem Gebäude-Ensemble ebenfalls dazu.

Der pensionierte Arnisser Architekt Utz Saalmann hat einen ersten Grundriss für solch ein Multifunktionsgebäude gezeichnet. Nach Saalmanns Vorstellungen soll ein Teil des Hügels am angrenzenden Großparkplatz abgetragen werden, damit die Feuerwache eine niveaugleiche Ausfahrt erhält. Allerdings bleiben der Raum für den Gemeindearbeiter sowie der Schulungsraum oben auf dem Hügel, während der Gemeindesaal neben der Fahrzeughalle entsteht. „Bei dem herrlichen Blick auf das Noor kann ich mir vor dem Gemeindesaal gut eine Terrasse vorstellen“, meinte Saalmann. Kühns Fazit: „Letztlich ist es eine Investition in die städtische Infrastruktur, die Arnis attraktiver und sicherer macht.“

Das Gebäude soll in etwa fünf bis sechs Jahren entstehen, damit die Stadt Luft für die nächste größere Finanzierung hat: ein neues Löschfahrzeug. Derzeit hat die Stadt bei den Finanzen noch keinen so großen Spielraum. Laut Kämmerin Ute Sohrt schließt der Etat fürs nächste Jahr mit einem Jahresüberschuss von 5400 Euro. Grund ist der Investitions- und Unterhaltungsaufwand für die Badestelle mit Ausbaggerung und zusätzlicher Mole. Doch in den darauf folgenden drei Jahren wird die Stadt voraussichtlich Jahresabschlüsse vorlegen, die ein Plus von durchschnittlich 80.000 Euro aufweisen werden. Sohrts Vorschlag: „Im Jahr 2017 könnten Sie einen B-Plan in Auftrag geben.“

Bürgermeister Bernd Kugler (Bürger für Arnis/BfA) bekräftigte diese Ansicht: „Wir sollten nichts übers Knie brechen.“ Dagegen meinte Wehrführer Schlömer: „Ich finde, es schade, wenn wir jetzt ein Jahr in den Wind schießen.“ Beate Nachtigall (BfA) betonte, dass diese Maßnahme wichtiger als die Badestelle sei. Doch Kugler antwortete, dass die Bagger bereits bestellt seien.

Am Schluss blieb die Frage, ob das Projekt überhaupt weiter verfolgt werden soll. Die Antwort fiel einstimmig aus. Die Stadtvertreter beschlossen, die Planung für einen Multifunktionsbau für Gemeinde, Kirche und Wehr in Angriff zu nehmen. In mehrfacher Hinsicht ein Schritt zu mehr Sicherheit, denn letztlich, das hatten Kühn und Schlömer klar gestellt, fallen sicherheitsbedenkliche Zustände im Gerätehaus auch in die Verantwortung der Stadtvertreter und des Bürgermeisters.  

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