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Müllabfuhr kommt nicht : Arnis bleibt auf seinem Müll sitzen

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Engpass in der Langen Straße: Erstmals holt Remondis die Abfallbehälter nicht ab.

shz.de von
erstellt am 25.Apr.2015 | 08:00 Uhr

Arnis | Die Problematik der Müllentsorgung in Arnis verschärft sich zusehends. In dieser Woche verließ das Müllfahrzeug von Remondis die Lange Straße nun erstmals, ohne dort einen Großteil der Abfallbehälter für Rest- und Biomüll entleert zu haben. In einem Schreiben an die Anwohner erklärte die Abfallwirtschaft Schleswig-Flensburg (ASF) als Auftraggeberin von Remondis, dass parkende Autos die ohnehin geringe Breite der Langen Straße zusätzlich eingeschränkt hätten, sodass die Müllfahrzeuge dort nicht gefahrlos vorbeikämen.

Die Stadtvertreter stehen der Problematik, die seit dem vergangenen Winter besteht, derzeit ziemlich ohnmächtig gegenüber. Ein für die Müllentsorgung eingeführtes Montagsparkverbot stieß bei den Anwohnern auf wenig Verständnis. Bauliche Maßnahmen brauchen zulange, um die Situation kurzfristig zu entschärfen. Und der Vorschlag, den Parkraum mit Linien zu begrenzen, erwies sich als unbrauchbar. „Die verbleibende Restbreite der Straße ist zu schmal und nach der Straßenverkehrsordnung nicht zulässig“, erklärte Bürgermeister Bernd Kugler von der Wählergemeinschaft Bürger für Arnis (BfA) in der Stadtvertretersitzung. Zudem könne das Parken über die Linie hinaus nicht bestraft werden, sodass es bei dieser Regelung letztlich auf die Selbsteinsicht eines jeden ankomme.

Jörg Exner, Büroleitender Beamter der Stadt Kappeln, pflichtete Kugler bei: „Bei unter 3,05 Meter Restbreite sind die Fahrzeuge auch ohne Halteverbotsschilder ordnungswidrig abgestellt.“ Die Bürger könnten sich zudem den Abfallentsorger nicht aussuchen. Wenn es nicht zur Entschärfung der Parksituation in der Straße käme, müssten die dortigen Anwohner damit rechnen, dass das Abfallunternehmen die Müllentsorgung in diesem Teilstück einstellt. Das gäbe die Satzung her.

Für die Entsorgung dieses Abfalls bliebe dann nur ein Sammelpunkt außerhalb des Ortes oder am Ortsrand. „Zu diesem Sammelpunkt müssten Sie Ihre Abfallbehälter dann selbst bringen“, so Exner. Die Betroffenen könnten auch einen Hol- und Bringservice beanspruchen, der aber kostenpflichtig wäre. „Wir können wie ja sonst auch unseren Abfall im Garten vergraben“, entfuhr es daraufhin einem Stadtvertreter wohl nicht ganz ernst gemeint.

Die eingeengte Fahrbahn wollte Walter Timm (SSW) als Argument nicht gelten lassen. „Das war vor zehn Jahren nicht anders“, sagte er. „Da haben die Autos auch schon dort geparkt, und da hat kein Mensch etwas dazu gesagt.“ Beate Nachtigall (BfA) gab daraufhin zu bedenken, dass in den vergangenen Jahren die Fahrzeuge auch breiter geworden wären. Noch deutlicher wurde Peter Ilgenstein ((BfA): „Wir können uns doch nicht in einem rechtsfreien Raum bewegen.“

In der Langen Straße dürfen ohnehin nur Anwohner parken. Problematisch für die bis zu 2,55 Meter breiten Müllfahrzeuge ist der nördliche Teil der Straße nach dem Abzweiger zum Fähranleger mit rund 40 Haushalten. Die Straßenbreite misst hier 4,65 bis 4,95 Meter, sodass bei abgestellten Autos am Fahrbahnrand teilweise weniger als die gesetzlich geforderten 3,05 Meter zur Verfügung stehen. Und da die Alleebäume direkt am Fahrbahnrand gepflanzt sind, können die Müllfahrzeuge auch dorthin nicht ausweichen.

Erstmals hatte die ASF im vergangenen Winter mit Hinweis auf die Straßenglätte auf die zu enge Fahrbahnbreite hingewiesen. Dies stieß auch bei einem breiten Teil der Bevölkerung auf Verständnis. Dass die ASF die Vorwürfe nun auch in der eisfreien Zeit aufrecht erhält, findet nur begrenzt Zustimmung. Auch ist manchen Bürgern ein Rätsel, warum die Container der Firma Paulsen im Norden entleert werden, nicht aber die privaten Abfallbehälter.

Derzeit arbeitet eine aus Bürgern bestehende „Arbeitsgruppe Abfall“ an Lösungsmöglichkeiten. „Uns fehlen nur noch zehn Zentimeter“, machte ein Vertreter der Gruppe der Versammlung Hoffnung auf einen neuen Lösungsvorschlag. Stadtvertreter Hans Joachim Schock (BfA) entgegnete daraufhin: „Wir brauchen aber eine Lösung für die nächsten Wochen.“ Der Bürgermeister stimmte Schock zu: „Wir müssen jetzt Fakten schaffen. Die Bürgergruppe wird deswegen aber nicht überflüssig.“

Kugler präsentierte den übrigen Stadtvertretern daraufhin folgenden Vorschlag: „Die Halteverbotsschilder in der Langen Straße werden bis zu einer anderen praktikablen Lösung wieder in Kraft gesetzt.“ Des Weiteren soll die Verwaltung prüfen, ob das Zusatzschild über den Zeitraum der Gültigkeit nur für die Mülltage, alle zwei Wochen montags, von acht bis 12 Uhr in Kraft gesetzt werden kann. Sechs Stadtvertreter stimmten für diesen Vorschlag, einer war dagegen. Am 4. Mai wird es spannend, dann ist in Arnis für Rest- und Biomüll wieder Abfuhrtermin – eigentlich.

 

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