Juli-Zahlen für Kappeln : Arbeitsmarkt: Aufwärtstrend gestoppt

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Nach monatelangem Rückgang steigt die Erwerbslosenquote wieder an – auf 7,6 Prozent.

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31. Juli 2015, 07:15 Uhr

Nach dem kontinuierlichen Rückgang der Kappelner Arbeitslosenzahlen seit Jahresbeginn hat sich die Tendenz im Juli wieder umgekehrt: Die Geschäftsstelle Kappeln vermeldet für Juli 1074 arbeitslose Personen, im Juni lag die Zahl noch bei 1065 (plus 0,8 Prozent). Allerdings: Zieht man den Vorjahresmonat heran, fällt der Vergleich deutlich besser aus. Im Juli dieses Jahres waren demnach 175 Menschen weniger arbeitslos gemeldet als vor einem Jahr, das entspricht einem Rückgang von 14 Prozent.


Negative Trendwende bei 15- bis unter 25-Jährigen


Im Vergleich zum Vormonat fällt auf, dass auch bei einer insgesamt gewachsenen Arbeitslosenzahl die Gruppe der Langzeitarbeitlosen von 625 im Juni auf 618 im Juli gesunken ist. Dagegen hat sich die negative Trendwende vor allem bei den 15- bis unter 25-Jährigen bemerkbar gemacht: Ihre Zahl stieg um 20 auf jetzt 113 Personen, allein bei den 15- bis unter 20-Jährigen ist die Zahl der Arbeitslosen um zehn gestiegen. Und während sich die Zahl der erwerbslosen Frauen minimal verringert hat, ist die der arbeitslosen Männer ebenfalls um zehn gewachsen. Mit Blick auf den Vorjahresmonat wiederum ist die Gruppe der 15- bis unter 20-Jährigen diejenige mit dem prozentual stärksten Rückgang: Im Juli 2014 lag ihre Zahl noch bei 33 (Juli 2015: 21), das entspricht einem Minus von 36,4 Prozent. Auch der Rückgang der Zahl der Langzeitarbeitslosen schneidet im Vergleich zum Vorjahr noch besser ab: Statt wie jetzt 618 betrug ihre Anzahl im Juli 2014 noch 735 (-15,9 Prozent).

Was die sozialversicherungspflichtigen Stellen in Kappeln betrifft, so waren im Juli 92 zu vergeben, etwas weniger als im Juni, aber 67,3 Prozent mehr als vor einem Jahr. Wie im Vormonat war das meiste Personal im Gesundheits- und Sozialwesen gefragt (24 Stellen), danach folgten das Gastgewerbe (17), der Handel (15) und das verarbeitende Gewerbe (12). Gleichzeitig war das Gastgewerbe die Branche, die im Juli die meisten Stellenzugänge zu verzeichnen hatte (+55). Auf dem Ausbildungsmarkt waren Ende Juli noch 95 Bewerber in Kappeln unversorgt, ihnen standen zum gleichen Zeitpunkt 41 unbesetzte Ausbildungsstellen gegenüber.

Die Arbeitslosenquote betrug in der Region Kappeln im Juli 7,6 Prozent, vor einem Monat lag sie bei 7,5 Prozent, vor einem Jahr bei 8,8 Prozent. Damit bleibt die Kappelner Geschäftsstelle im Agenturbezirk Flensburg (Städte Flensburg und Schleswig, Kreise Schleswig-Flensburg und Nordfriesland) weiter auf dem im vergangenen Monat erklommenen vorletzten Rang. Den letzten Platz belegt weiter die Geschäftsstelle Flensburg mit einer Arbeitslosenquote von 7,9 Prozent, einsamer Spitzenreiter bleibt die Geschäftsstelle Westerland, die eine Arbeitslosenquote von 1,8 Prozent vermeldet.

Im Kreis Schleswig-Flensburg ist die gleiche Tendenz wie in Kappeln festzustellen: Im Juli waren 6783 Menschen ohne Job registriert, 171 mehr als im Juni, aber 683 weniger als vor einem Jahr. Die Quote beträgt aktuell 6,6 Prozent, im Vormonat lag sie noch bei 6,4 Prozent, im Vorjahr bei 7,3 Prozent. Im Kreisgebiet waren 841 sozialversicherungspflichtige Stellen zu vergeben, die größte Nachfrage nach Personal bestand ähnlich wie in Kappeln im Gesundheits- und Sozialwesen, im Gastgewerbe und im Handel.

Im gesamten Agenturbezirk waren im Juli 16.509 Menschen arbeitslos gemeldet, im Juni betrug ihre Zahl noch 16.005. Das entspricht einem Plus von 504 oder 3,1 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat sind es allerdings 1236 Menschen weniger, die ohne Job sind (-7,0 Prozent). Die Arbeitslosenquote im Agenturbezirk liegt derzeit bei 6,8 Prozent nach 6,6 Prozent im Juni und 7,4 Prozent vor einem Jahr.

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