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Arbeitslosenquote steigt auf 10,1 Prozent

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Die Arbeitslosenzahlen in der Region Kappeln haben den höchsten Stand seit Februar 2013 erreicht. Damals hatten sich 1468 Personen arbeitslos gemeldet, in diesem Januar waren es nur sechs Personen weniger. Damit ist die Zahl der Arbeitslosen gegenüber dem Dezember 2013 um 9,3 Prozent gestiegen, gegenüber dem Vorjahr ist dies ein Plus von 1,2 Prozent. Die Arbeitslosenquote beträgt in der Region 10,1 Prozent. Damit bleibt die Geschäftsstelle Kappeln Schlusslicht aller Filialen der Flensburger Agentur für Arbeit und hat als einzige Geschäftsstelle eine Arbeitslosenquote im zweistelligen Prozentbereich.

273 Personen haben sich in diesem Monat neu arbeitslos gemeldet. Dem stehen nur 153 Abgänge gegenüber. Kai-Ingwer Bendixen, Leiter der Geschäftsstellen für Kappeln und Schleswig, sagte, dass die Zugänge in erster Linie aus der Bauwirtschaft, aber auch aus der Gastronomie und dem Einzelhandel kämen. „Im Dezember konnten die Baubetriebe aufgrund der Witterung noch gut arbeiten, und wegen der Stürme hatten sie auch eine gute Auftragslage“, erläuterte Bendixen. Nun ruhe aufgrund des Frostes auf vielen Baustellen die Arbeit. Als sehr flau bezeichnete Bendixen das Angebot von 60 freien Stellen. Hier gebe es auch eine saisonunabhängige Entwicklung, die Anlass zur Sorge gebe. So würden im Reinigungsbereich etwa von Ferienhäusern mehr Arbeitgeber dazu übergehen, mit Geringfügigbeschäftigten zu arbeiten. Wegen des geringen Stellenangebots riet der Geschäftsstellenleiter den Arbeitssuchenden dazu, die Selbstständigkeit als interessante Alternative in Betracht zu ziehen. „Wer eine gelungene Geschäftsidee hat, kann mit einem Gründungszuschuss der Agentur im Bereich der Selbstständigkeit Fuss fassen“, so Bendixen. Nähere Informationen gebe es bei den Mitarbeitern der Agentur für Arbeit.

Auch agenturweit haben sich infolge des Frostes die Zahlen für den Arbeitsmarkt verschlechtert. In dem gesamten Bezirk Flensburg, zu dem neben der kreisfreien Stadt Flensburg auch die Kreise Nordfriesland und Schleswig-Flensburg gehören, ist die Zahl der Arbeitslosen um fast 1800 Personen auf 20 913 gestiegen, das ist ein Zuwachs von 9,4 Prozent gegenüber dem Dezember und ein Rückgang von zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Arbeitslosenquote beträgt hier 8,7 Prozent gegenüber 8,0 Prozent im Dezember.

Heike Döpke, Leiterin der Agentur für Arbeit Flensburg, wies besonders auf die Zunahme der Arbeitslosigkeit bei den älteren Arbeitskräften (50 Jahre und älter) hin. Hier gab es im Vorjahresvergleich einen Anstieg um 3 Prozent. Damit hat diese Altersgruppe am stärksten bei den Arbeitslosenzahlen zugelegt. Im Kappelner Umland liegen diese Werte noch deutlich höher. Die Gruppe der 50-jährigen und älteren Arbeitslosen nahm hier gegenüber dem Vorjahr um 6,4 Prozent zu.

Für die Älteren sieht Döpke durchaus Chancen am Arbeitsmarkt. „Ältere Arbeitnehmer werden insbesondere wegen ihrer Zuverlässigkeit und Berufserfahrung von den Unternehmen geschätzt“, so Döpke. Während der Anteil der älteren Arbeitslosen bei Wachleuten, Gebäudetechnikern, Bürokräften und Kraftfahrern hoch ist, sind ältere Arbeitskräfte im Gesundheits- und Sozialwesen, im Handel sowie in der Verwaltung überdurchschnittlich stark vertreten.

„Die Weiterbildung älterer Arbeitnehmer und Arbeitsloser, um deren Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten oder zu erreichen, wird ein Schwerpunkt unserer Arbeit in diesem Jahr sein“, sagte die Agenturchefin. So seien ältere Arbeitnehmer eingeladen, die Bildungsmesse am 6. Februar in der Agentur für Arbeit und im Jobcenter Flensburg zu besuchen, um sich über passende Schulungsangebote zu informieren.

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erstellt am 30.Jan.2014 | 14:08 Uhr

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