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Kochprojekt : Arabisches Büfett in der „Palette“

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Das Kochprojekt bei Hans-Peter Scholz kann Asylberechtigten eine bessere Chance auf eine Anstellung in der Gastronomie geben.

Es riecht gut in der Küche der Gastwirtschaft „Palette“. Aber auf dem Rezeptzettel stehen heute ganz andere Zutaten als sonst. Mudjadara, Hummus und Fatusch soll es geben, und in der Küche stehen, neben den „Palette“-Köchen Ralph und Thomas, auch Elyas aus Berlin und Mohammed aus Aleppo am Herd: Zwei Tage lang wird bei „Paletten“-Wirt Hans-Peter Scholz arabisch gekocht.

„Ein Projekt zur Integration von Migranten“, erklärt er. Schon im vergangenen Jahr habe er versucht, es anzuschieben, sei aber an der „nennen wir es mal, Administration“ gescheitert. Dabei ist die Idee eine gute: „Ziel ist es, den Asylberechtigten die Möglichkeit zu geben reinzuschnuppern, damit sie in der Saison in der hiesigen Gastronomie eine Chance bekommen“, beschreibt der Wirt weiter. Denn die Nachfrage nach Servicekräften und Personal sei immens. „Da ist es hilfreich, wenn man mal ein bisschen volontiert hat“, sagt Scholz.

Zur Anleitung hat er neben seinen beiden Köchen auch noch einen syrischen Koch extra aus Berlin kommen lassen und im Hotel untergebracht. Eyass „Elyas“ Hannoun ist Syrer und selbst erst vor dreieinhalb Jahren aus Damaskus nach Deutschland gekommen. Er hat sich schnell angepasst und selbst ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe engagiert: Elyas unterrichtet Deutsch und hat schon mehrere Integrationsprojekte geleitet. Dokumentiert wird die Aktion von Dieter Wilhelmy aus Stoltebüll, der die einzelnen Arbeitsschritte filmt. „Das kann eine kurze Dokumentation werden, aber Elyas zeigt jeden Arbeitsschritt so detailliert, dass es auch ein ganzer Lehrfilm werden könnte“, sagt der Journalist und Kameramann. Gemeinsam mit Hans-Peter Scholz hat er schon zwei weitere Integrationsprojekte – mit auffälligen Jugendlichen und Russlanddeutschen – durchgeführt und filmerisch begleitet. Beide Projekte wurden aus Geldern der EU gefördert und erfolgreich abgeschlossen.

Ursprünglich war dieses Angebot für sechs bis acht Flüchtlinge vorgesehen. Am Ende ist nur Mohammed dabei – der aber mit viel Elan. Der junge Syrer hatte vor seiner Flucht in Aleppo Jura studiert, aber in seiner Heimatstadt Latakia schon in einem eigenen Restaurant Erfahrung im Gastronomiebereich gesammelt. Mohammed kennt die Gerichte gut. „Klar, hab ich alles schon gekocht“, sagt er. Jura in Deutschland zu studieren, das erscheint ihm im Moment zu schwierig, aber er könnte sich gut vorstellen, als Koch zu arbeiten, verrät er.

Gestern Abend gab es ein feines arabisches Büfett. Flüchtlingshelferin Elisabeth Magnussen-Andresen mit weiteren Asylsuchenden und Freunde waren eingeladen.

Heute wird der Gastronomie-Kurs fortgesetzt. „Mohammed ist aufgeschlossen und bringt die richtigen Voraussetzungen mit“, sagt Filmer Wilhelmy. „Der Aufwand, der hier betrieben wird, bringt ihn in der Gastronomie in Lohn und Brot. Denn eigentlich jeder, der nicht gerade silberne Löffel klaut, hat hier in der Saison eine Anstellungsgarantie.“

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erstellt am 25.Feb.2017 | 12:15 Uhr

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