Museumstrecke Süderbrarup-Kappeln : Anschub für die Angelner Dampfeisenbahn

Gut die Hälfte der Strecke ist geschafft: Iver-Andreas Schiller am Übergang in Scheggerott, an dem Jörg Rother, Bauleiter der Firma Hans Strube aus Buchholz, gerade die ausgebauten, mürben Holzschwellen ablädt.
Gut die Hälfte der Strecke ist geschafft: Iver-Andreas Schiller am Übergang in Scheggerott, an dem Jörg Rother, Bauleiter der Firma Hans Strube aus Buchholz, gerade die ausgebauten, mürben Holzschwellen ablädt.

Die Museumsbahn fühlt sich vom neu gegründeten Zweckverband getragen. Derzeit werden 600 Schwellen getauscht.

shz.de von
21. Februar 2018, 07:00 Uhr

Ende Januar haben Kappelns Stadtvertreter der Angelner Dampfeisenbahn einen kräftigen Anschub in Richtung Zukunft gegeben. Mehrheitlich votierten sie für den Eisenbahninfrastruktur-Zweckverband – ein äußerst spröder Begriff, der aber für die Museumsbahn deutlich mehr Beständigkeit bedeuten kann. Denn: Der Zweckverband übernimmt die Bahntrasse vom bisherigen Eigentümer, dem Kreis, der sich diesen Schritt einmalig 60.000 Euro kosten lässt. Für die Unterhaltung bleibt die Infrastrukturgesellschaft der Dampfeisenbahn selber zuständig.

Während bislang die Bahn-Verantwortlichen die dafür notwendigen Zuschüsse selbst gesammelt haben, kommt diese Aufgabe künftig dem Zweckverband zu, der die Gelder auf Antrag an die Bahn weiterreicht. Heiner Nissen, als Geschäftsführer der Wittkiel-Gruppe verantwortlich für das Marketing der Bahn, sagt: „Wir waren selten in so stabilem Fahrwasser wie derzeit.“ Und auch wenn er weiß, dass die Kommunalpolitik ihren Teil dazu beigetragen hat, sagt er: „Wir haben uns selber bemüht, unsere Probleme zu lösen.“

Konkret meint Nissen beispielsweise die Entsorgung etlicher alter Waggons. „Die waren in keinem guten Zustand, und es wurde sich zu recht darüber echauffiert“, räumt er ein. „Und wir haben den Zopf endlich abgeschnitten.“ Genau war es Iver-Andreas Schiller, Geschäftsführer der Angelner Dampfeisenbahn gGmbH, der aus Nissens Sicht viel dafür getan hat, die Waggons sicher zu entsorgen.

Die damit verbundene Räumung des dritten Gleisstrangs im Kappelner Hafen, wie es die Politik gefordert hatte, sorgte dafür, dass der von Kappeln angekündigte Zuschuss floss – Schiller sagt: „Für uns war das ein Meilenstein.“ Immerhin war das gleichbedeutend mit dem Startschuss für die jährliche Förderung von 20.000 Euro bis zum Jahr 2025. Und Schiller selber konnte danach den Auftrag vergeben, Schwellen auf der Strecke auszutauschen. Weil das im vergangenen Jahr aufgrund fehlenden Geldes nicht passiert war, hat der Bahn-Geschäftsführer sein jährliches Soll von 300 Schwellen in diesem Jahr verdoppelt: Aktuell wechselt die Firma Hans Strube aus Buchholz 600 Schwellen aus.

Und Heiner Nissen hat Ideen für die Zukunft. „Wir möchten die Bahn noch attraktiver für Kinder machen, mehr Interaktion, mehr Abenteuer“, sagt er und sieht sich und die Bahn-Verantwortlichen dabei auch selber in der Pflicht. Da helfe es, dass man sich nun nicht ums Existenzielle kümmern müsse, sondern mehr Augenmerk auf Service und Erlebnis legen könne. „Wir nehmen den Zweckverband auch als Bekenntnis zur Bahn wahr“, sagt Nissen, der diesen Aufwind unbedingt nutzen will – am liebsten gemeinsam mit anderen touristischen Akteuren. Und er ist überzeugt: „Die Bahn hat ihre Daseinsberechtigung in der Region.“

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