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Steinbergkirche : Angelns Stimme für den Song-Contest

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Sängerin Anisha Cay aus Roikier bewirbt sich mit einem Kollegen für die Teilnahme am Wettbewerb in Österreich.

„Himmel und Hölle“ heißt die Ballade, mit der sich die Sängerin Anisha Cay und ihr Kollege Nemo Flagranti aus Erfurt um die „Wildcard“, eine Freikarte, für den deutschen Vorentscheid zum diesjährigen Eurovision Song-Contest in Österreich beworben haben. „Wenn’s was wird, ist das schön, wenn nicht, sind wir um eine Erfahrung reicher“, sagt die in Roikier lebende Anisha Cay. Die Entscheidung erfolgt am 19. Februar. In dem gemeinsamen Song gehe es um Abschiedsschmerz, erklärt Andrea Lohaus, so heißt die 44-jährige Anisha Cay mit bürgerlichem Namen. Für diesen Song sind sie und Nemo Flagranti alias Roland Michael Seide als Duo „In Flagranti“ beim 32. Deutschen Rock- und Pop-Preis im Dezember als dritter Preisträger in der Kategorie „Bester deutscher Popsänger“ ausgezeichnet worden.

„Himmel und Hölle“ gibt es als aktuelle Single von „In Flagranti“ seit Dezember zum Download im Internet. Der Duett-Part von Andrea Lohaus entstand in jenem Studio in Langballig, in dem die Flensburger Band „FaxeKraun“ ihre Rock- und Popmusik aufnimmt. Dabei wirkt die Frau aus Roikier gelegentlich als Background-Sängerin mit. Ihr „Himmel und Hölle“-Gesangspart ging an ein Studio in Zürich, wo er mit dem Gesang von Nemo Flagranti, der auch die Musik komponierte und den Gesang instrumental mit Klavier, Gitarre und Bass begleitete, abgemischt wurde.

Doch was hat Andrea Lohaus, Mutter von zwei Kindern, bewogen, sich im dörflichen Abseits in Roikier niederzulassen? Es sei gerade die dörfliche Idylle, die sie magisch angezogen habe, sagt sie. Aufgewachsen auf einem Bauernhof in der 7500 Seelen zählenden Gemeinde Wagenfeld unweit von Bremen hat es die Sängerin zurück aufs Land gezogen. Das musikalische Faible hat sie von ihrer Mutter, einer ausgebildeten Sängerin, geerbt.

Doch zunächst führte der Weg die ausgebildete Werbekauf- und Kommunikationsfachfrau nach Bielefeld, Gütersloh, Düsseldorf und Heppenheim – des Berufes wegen. Doch das Leben in der Stadt ist für sie nicht das Wahre. Also schaute sie sich in Schleswig-Holstein um, suchte die Nähe zur Ostsee und wurde nach zweijähriger Suche nach einem ländlichen Domizil zunächst in Kalleby fündig. Im April vergangenen Jahres zog sie dann nach Roikier um. Hier gibt es für sie, „viel Platz drumherum und Menschen, die ich mag“.

Die Sängerin will in Roikier bleiben und zwar mit ihrem 2002 gegründeten Unternehmen „MusikArtEmotions“, einem Plattenlabel, Musikverlag und -vertrieb. Schon bald erschien ihr erster Song „Learning to fly“. Nach und nach entwickelte sie weitere Projekte – ob Schlager, Pop, Rock oder Electronic, das Angebot ist breit gefächert. Jetzt will sie sich verstärkt auf ihre eigene Musik konzentrieren. Die Sängerin mit der Sopranstimme hat eine Ausbildung in klassischer Musik und Jazz absolviert. Längst hat Andrea Lohaus ihren Vollzeitjob als Marketing-Leiterin an den Nagel gehängt, „weil ich Musik machen will“.

Schon sehr früh lernte sie das Show-Geschäft kennen, trat 1991 als Imitatorin in der Rudi-Carrell-Show „Lass dich überraschen“ mit „Memory“ aus dem Musical „Cats“ auf. Sie gewann und erhielt das „goldene Mikrofon“, das sie bis heute in Ehren hält. Auch trat sie als Statistin in der Fernseh-Vorabendserie „Sterne des Südens“ auf: „Da huschte ich ein paar Mal durchs Bild.“ Es folgten Auftritte mit Gala-Bands. Dabei entstand 2001 ihr Künstlername Anisha Cay. Das indische Wort „Anisha“ bedeutet frei übersetzt „eine Person, die den Morgen begrüßt und in ihrem Leben niemals Dunkelheit kennt“.

Dass Roikier „abseits vom Schuss liegt“, ist für Andrea Lohaus kein Problem. „Das Internet macht es möglich, von hier aus mit Musikern in ganz Deutschland zusammenzuarbeiten“. Wie etwa dem Komponisten Arthur Sebastian, der am Bodensee lebt und in dessen Tonstudio die meisten Songs von Anisha Cay entstanden.

Im März wird ihr neues Album „Hunter and the moon“ erscheinen, ein Crowdfunding-Projekt. Fans können sich über die Internetseite „Starttext.de“ an der Finanzierung beteiligen. Und weil Andrea Lohaus sich in Angeln wohlfühlt, möchte sie ihre Musik den Menschen hier näher bringen – mit Musikvideos, die an der Flensburger Förde entstehen. Noch sei ihr „MusicArtEmotions“ im Aufbau – doch es gehe voran. „Mein Ziel ist eine Selbstständigkeit, von der ich leben kann.“

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