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Angelscheine : Angel-Tourismus: Arnis ist wieder dabei

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Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Die kleine Schleistadt darf künftig wieder Erlaubnisscheine an Touristen verkaufen – doch nur für ein Gebiet.

Arnis | „Wir können wieder Angelscheine verkaufen, ab nächsten Montag geht es los.“ Die Stimme des Arnisser Bürgermeisters Bernd Kugler klingt erleichtert und froh. Kein Wunder, hat damit doch die seit Ende Januar andauernde Zeit der Ungewissheit ein Ende. Denn seit dem 28. Januar durfte die keine 300 Einwohner zählende Stadt keine Angelscheine mehr an Touristen verkaufen, wie sie das bislang immer getan hatte. Grund dafür war eine unmittelbar zuvor erfolgte rechtliche Bewertung der Fischereiaufsicht. An diese Behörde hatte sich ein Kappelner Bürger gewandt, der Zweifel an der Rechtmäßigkeit des Arnisser Angelscheinverkaufs hatte. Seine Bedenken stützte er auf das Fischereibuch der Schlei, und die Fischereiaufsicht gab ihm schließlich Recht. Nach diesem Zeitpunkt durfte Arnis die Angelscheine nur noch an Einheimische mit festem ersten Wohnsitz verkaufen, nicht aber an Touristen.

Angeltouristen sind eine wichtige Einnahmequelle für die Schleiregion. Die einstige Fischerstadt Arnis liegt günstig an einem Noor und ist nicht weit von der Ostsee entfernt.

Für die Kleinstadt war das ein herber Einbruch. „Allein die Einnahmen aus dem Angelscheinverkauf machen rund 30.000 Euro in unserem Etat aus, das ist für unseren Haushalt eine ganz schöne Summe“, meint Kugler. Doch damit nicht genug: Es folgten diverse Stornierungen von Feriengästen, weil das Ende des Angelscheinverkaufs manchen von ihnen sauer aufstieß. Doch der Arnisser Bürgermeister weiß auch von vielen Stammgästen zu berichten, die sich regelmäßig nach den Angelscheinen erkundigten und dabei der Stadt ihre Treue schworen.

Ab Montag kann der Angelscheinverkauf an Touristen nun wieder starten. Allerdings gibt es nur ein Gebiet, für das die Stadt Berechtigungsscheine verkauft, nämlich für die Strecke 3a: von der Linie Arnisser Kirche bis Schwonsdorf schleiaufwärts bis inklusive zur Büstorfer Breite. Die Karte für das ganze Jahr kostet jetzt 30 Euro, für ein halbes Jahr 20 Euro, für vier Wochen 15 Euro und eine Woche 10 Euro. Von den Einnahmen muss Arnis einen Teil abgeben. „Wir haben lange diskutiert und gefeilscht, uns aber schließlich geeinigt“, so Kugler. Demnach behält Arnis 70 Prozent der Einnahmen, 30 Prozent bekommt Schleswig, von dieser Summe wiederum gehen 80 Prozent an die Holmer Fischer, die die Fischerei-Hoheitsrechte über dieses Gebiet besitzen.

„Ich bin mit dieser Regelung zufrieden. Ich freue mich für die Stadt und für die Angler über die Einigung“, sagt Kugler. Die Strecke, die Arnis jetzt verkaufen dürfte, sei ohnehin bei den Touristen besonders beliebt gewesen. „Unsere Feriengäste angeln nicht so gerne von der Kappelner Pier, sondern lieber vom Boot aus oder unter der Brücke von Lindaunis“, sagte der Arnisser Bürgermeister. Beides sei nach wie vor machbar.

Dankbar ist Bernd Kugler allen beteiligten Akteuren, besonders der Stadt Schleswig für ihr Entgegenkommen. „Es war schön zu erleben, dass alle an einem Strang ziehen“, sagt er. Die Regelung soll zunächst für zwei Jahre gelten. Mit rechtlichen Problemen wie im Januar ist diesmal nicht zu rechnen. Die Fischereiaufsicht war in den gesamten Prozess einbezogen und hat den Vertrag der beiden Städte sowie die Arnisser Angelkarten abgesegnet.  

Der Angelschein-Verkauf erfolgt montags von 9 bis 11 Uhr, donnerstags und freitags von 17 bis 19 Uhr im Arnisser Rathaus, Lange Straße. Änderungen sind unter arnis.de einzusehen.

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erstellt am 02.Apr.2016 | 08:00 Uhr

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