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Liegeplatz und Konzession weg : „Andreas Gayk“ droht Aus

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Die „Andreas Gayk“ fährt durch aufgewühlte See: Die Liegeplatzgenehmigung ist Ende August ausgelaufen. Die Skipper haben das Schiff nicht rechtzeitig fertig bekommen. Was nun?

Auf der „Andreas Gayk“ herrscht gedrückte Stimmung. Der Grund: Anfang der Woche hat das Ordnungsamt den Eignern Rieke Boomgaarden und Wolfgang Beyer mitgeteilt, dass die Schank- und Gaststättenkonzession für das Schiff nicht verlängert wird. Sie ist an die Liegeplatz-Genehmigung für den ehemaligen Butterdampfer gebunden, und die ist am 31. August ausgelaufen. Wenn die „Andreas Gayk“ demnächst nicht ihren Liegeplatz verlässt, werden die Eckernförder Stadtwerke als Hafenbetreiber eine entsprechende Aufforderung schicken, bestätigt Stadtwerke-Geschäftsführer Dietmar Steffens.

Seit vier Jahren arbeiten die Skipper an der Restaurierung des Schiffes mit Eckernförder Geschichte. Sie haben es vor der Schrottpresse bewahrt und wollen es als lebendiges Museum betreiben. Seit dem 31. Dezember 2011 liegt es im Eckernförder Stadthafen. Zuvor gab es erhebliche Differenzen zwischen den Eckernförder Stadtwerken als Hafenbetreiber und den Eignern.

Nachdem die „Andreas Gayk“ im Winter 2010/2011 auf der Eberhardt-Werft in Arnis in Stand gesetzt worden war, erteilten die Stadtwerke dem ehemaligen Butterdampfer, der in der 70er-Jahren zwischen Eckernförde und Sonderburg verkehrte, im Mai 2011 ein Einlaufverbot. Grund: Boomgaarden und Beyer hatten nicht die Auflage erfüllt, ihr Schiff in einen fahrtüchtigen Zustand zu bringen, da eine Maschine noch nicht lief. Die Stadtwerke wollten nämlich sicher gehen, dass die „Andreas Gayk“ auch wirklich auf Fahrt geht und nicht nur als reines Museumsschiff im Hafen liegt.

So musste das 39 Meter lange Schiff auf das damalige Port Olpenitz ausweichen und lag dort monatelang, bis es im Dezember 2011 Eckernförde anlaufen durfte. Auch später hakte das Projekt immer mal wieder, es gab unterschiedliche Meinungen bei Skippern und Stadtwerken. Schließlich gab es einen Vertrag über eine Liegezeit bis Ende April 2014, die noch einmal bis Ende August verlängert wurde. Boomgaarden und Beyer beteuern, dass auch sie die „Andreas Gayk“ in Fahrt sehen wollen. Mittlerweile haben sie das Schiff ordentlich aufgemöbelt, die Salons sind fertig, kulturelle Veranstaltungen finden auf dem Schiff statt, das auch für Feiern gemietet werden kann, und vor einem Monat eröffnete auch die Gastronomie im unteren Salon. Das Schiff als maritimes Zeugnis der Eckernförder Geschichte hat mittlerweile viele Freunde.

Doch die Kosten für die Restaurierung haben die Eigner unterschätzt. Im März verkauften sie ein Drittel des Butterdampfers an einen Investor, um wieder flüssig zu werden für die noch fehlenden Arbeiten. Optimistisch meinten sie, im April das Schiff begutachten lassen zu können. Doch die Arbeiten zogen sich hin. Dennoch erhielten sie eine Verlängerung bis Ende August.

Mit der Nachricht des Ordnungsamtes über das Auslaufen der Gaststättengenehmigung kündigte jetzt der neue Eigner seinen Rückzug an – inklusive Geld. „Wir sind pleite“, sagt Rieke Boomgaarden, der ein „großes, fettes SOS in die Welt“ senden möchte. 130.000 Euro fehlen den Skippern noch, 400.000 Euro haben sie nach eigenen Angaben schon investiert. „Mit dem Entzug der Gaststättenkonzession fehlt uns nun auch diese wichtige Einnahmequelle.“ Die drei Betreiber der Gastronomie sind nun ebenso arbeitslos wie die beiden fest angestellten Kräfte von Boomgaarden und Beyer.

Sie hoffen nun auf Gespräche und eine weitere Verlängerung, mit der sich auch der Investor wieder einfinden könnte. Eckernfördes Bürgermeister Jörg Sibbel bestätigte auf Anfrage, dass ein weiteres Gespräch geplant sei. Die Stadt sei den Skippern mit vielen Fristverlängerungen schon entgegengekommen, müsse jedoch auch auf die Gleichbehandlung der Hafennutzer und Verlässlichkeit der Entscheidungen achten.

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erstellt am 04.Sep.2014 | 12:30 Uhr

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