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Kronsgaard : Amtsvorsteher schlüpft in die Rolle der Jungfrau

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Aus der Redaktion des Schlei-Boten

In der nördlichsten deutschen Karnevals-Hochburg war wieder Närrisches Treiben angesagt. Schon jetzt gibt es viele Anmeldungen fürs nächste Jahr.

shz.de von
erstellt am 24.Feb.2014 | 00:00 Uhr

Alle Blicke der hundert Jecken aus ganz Angeln richteten sich am Wochenende im Feriendorf Golsmaas anlässlich der diesjährigen Prunksitzung des Karnevalsvereins „Funken Rot-Witt“ auf „Ihre Lieblichkeit Thomas“. Gemeint ist damit die Jungfrau im Dreigestirn.

Da die Ursprünge dieser fröhlichen Fete auf die Kölner Tradition zurückgehen, muss die Jungfrau stets männlichen Geschlechts sein, da in der Domstadt ehemals keine Frauen am Faschingstreiben teilnehmen durften.

Mit Kostümen aus dem Fundus des Kronsgaarder Elferrates, dem der Kappelner Manfred Schmidt als Komitee-Präsident vorsteht, hatte sich der Mann Thomas in die Jungfrau Thomas verwandelt: mit Krone, blonder Haarperücke und einem rot-weiß gestreiften langen Kleid. Zwei aufgeblasene Luftballons sorgten unter dem Oberteil für eine feminine Form dieser närrischen Figur. Was diesem zum 16. Mal zelebrierten Narrentreffen an der Angelner Küste eine besondere Note verlieh, war die personelle Besetzung der Jungfrau-Rolle. Schließlich war es Amtsvorsteher Thomas Johannsen, zugleich Bürgermeister von Niesgrau, der sich für eine lange Nacht in diese holde Lieblichkeit verwandelte.

„Schon vor einem Jahr wurde ich vom Elferrat gefragt, ob ich das Ganze mitmachen würde“, berichtete Johannsen. „Ich habe spontan ja gesagt – und danach gab es kein Zurück.“ Thomas Johannsen ergänzte, seine Mitwirkung im Dreigestirn sei als reiner Freizeitspaß zu betrachten. Und in Anlehnung an die Kölner Karveval-Historie verkündete er bescheiden: „Als Jungfrau verkörpere ich die Schönheit des Amtes Geltinger Bucht.“

Zur Seite gestellt hatten sich ihm der Golsmaaser „Prinz“ Matthias Liebenstein aus Maasholm, von Berufs wegen Erzieher am Nicolaiheim in Kappeln, und der „Bauer“ Torben Kablau aus Steinfeld, der im Alltag als geschäftsführender Bademeister im Ellenberger Hallenbad fungiert.

Als das Dreigestirn unter dem Jubel der Jecken in den Festsaal einzog, warf es mit Kamellen um sich. Jungfrau Thomas entfaltete eine Schriftrolle und verlas den Willkommensgruß. Die Antwort der „Untertanen“ waren drei donnernde Salven und der kollektive Freudenschrei „Golsmaas Alaaf“ . Mit schmissigen Klängen wartete der erstmals ebenfalls kostümierte Spielmanns- und Fanfarenzug aus Satrup auf. Zu später Stunde traten noch zwei Büttenredner auf, und die Jecken schwangen die Tanzbeine zu den Melodien, die der DJ Marco präsentierte. Präsident Schmidt verriet anschließend: „Viele Leute haben sich schon jetzt für die Sitzung im nächsten Jahr angemeldet.“

Beim 16. Treffen unter dem Motto „Karneval-Lüste stürmen die Küste“ bewiesen die närrischen Nordlichter erneut, dass sie sich mit ihrer Begeisterungsfähigkeit für Jux und Tollerei nicht hinter den Rheinländern zu verstecken brauchen. Längst gilt das Geschehen in der nördlichsten deutschen Jecken-Hochburg im Jahreskalender als ein unverzichtbares Winter-Spektakel.

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