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Schlei-Bote

14. Dezember 2017 | 20:28 Uhr

Amt rechnet mit mehr Asylbewerbern

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Unterbringung in ländlichen Gemeinden soll Integration fördern

shz.de von
erstellt am 29.Aug.2013 | 00:35 Uhr

Die Zahl der Menschen, die Asyl in Deutschland beantragen steigt. An die hohen Zahlen, wie sie in den 90er-Jahren herrschten, reichen sie aber noch lange nicht heran, stellt René Kinza, Leiter des Ordnungsamtes Schlei-Ostsee fest.

Das Amt mit seinen 19 Gemeinden und rund 18 000 Einwohnern muss nach der am vergangenen Montag aktualisierten Liste des Kreises Rendsburg-Eckernförde in diesem Jahr 25 Flüchtlinge aufnehmen. Bislang musste das Amt 19 Flüchtlinge unterbringen, was kein Problem war, so der Ordnungsamtsleiter. In den sechs amtseigenen Wohnungen in Fleckeby leben mehrere Familien mit Kindern. Weitere amtseigene Unterkünfte gibt es nicht mehr. Nach dem der große Bedarf in den 90er-Jahren abgeebt war, waren Unterkünfte in Holzdorf, Winnemark, Brodersby, Schönhagen und Waabs verkauft worden. Sie zu halten und keine Bewohner zu haben, hätte die Gemeinde- und Amtskassen zu sehr belastet. Jetzt aber muss das Amt aktiv werden und braucht zunächst mindestens zwei Zwei- bis Drei-Zimmerwohnungen, um die zu erwartenden neuen Flüchtlingsfamilien unterzubringen. Die Mietkosten übernimmt das Amt, das aus Bundesmitteln nach dem Asylbewerbergesetz die Kosten erstattet bekommt.

In Frage kämen Wohnungen in Fleckeby, Rieseby und Vogelsang-Grünholz – Gemeinden, in denen die Gäste Einkaufsmöglichkeiten, Anschluss an den öffentlichen Personennahverkehr und Ärzte finden. Sie hätten bislang gute Erfahrungen mit den Gästen gemacht, deren relativ geringe Anzahl auch noch eine sehr persönliche Betreuung ermögliche. Und auch die Bürger würden sich um die Gäste bemühen.

Je nach Aufenthaltsstatus würden die Menschen nur wenige Wochen bleiben, andere, die eine Aufenthaltsgenehmigung bekommen, würden auch länger bleiben oder könnten bundesweit umziehen. Dem Kreis zu melden, es gebe keine Unterkünfte mehr, kommt für Kinza nicht in Frage. „Das ist eine gemeinsame Aufgabe für Kreis, Städte und Ämter.“

Er begrüßt die dezentrale Unterbringung der Flüchtlinge auch in ländlichen Gemeinden, die die Integration der Menschen deutlich mehr fördere. Zugleich werde diese Art der Unterbringung auch in der Bevölkerung mehr akzeptiert, hat er festgestellt. Für das kommende Jahr muss das Amt erneut mit 25 Personen rechnen. Wie es dann weiter geht, sei offen. Es müssten sicher weitere Wohnungen angemietet werden, wobei das Amt flexibel mit dem Wohnraum umgehen muss, um immer den Bedarf abzudecken.

In den Boomzeiten Mitte der 90er-Jahre mussten jährlich bis zu 40 Personen nur im alten Amt Schwansen aufgenommen werden. Damals kamen neben den Flüchtlingen auch Aussiedler und Bürgerkriegsflüchtlinge vom Balkan nach Deutschland. Angesichts der vielen Krisenherde zurzeit hatte Kinza den neuerlichen Anstieg schon viel früher erwartet. 2010 nahm das Amt Schlei-Ostsee acht, 2011 ebenfalls acht und 2012 16 Asylbewerber auf.

Früher kamen viel mehr Alleinstehende als heute, die ganz anders auftraten, erinnert sich Kinza. „Da haben wir allerhand erlebt. Heute schreckt uns nichts mehr“, stellt Kinza feste, der schon damals mit Carsten Scheller aus der Verwaltung das Thema Asylbewerber betreute. Es habe damals etwa eine Handvoll Familien gegeben, die hätten sich hier so toll eingelebt, dass sie noch heute hier zuhause und bestens integriert seien. „Wenn man das sieht, macht das Mut“, sagt Kinza.

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