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Schlei-Bote

14. Dezember 2017 | 23:58 Uhr

Museumsbahn : Amt ist skeptisch

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Der Amtsausschuss hat sich mit der Machbarkeitsstudie zur Museumsbahn beschäftigt – und hegt Zweifel an einer Zukunft für den touristischen Leuchtturm.

Für Helmut Andresen, Bürgermeister der Gemeinde Grödersby, liegt es auf der Hand: „Die Angelner Dampfeisenbahn passt gut hierher, ist aber nicht zu finanzieren.“ Zwar steht die offizielle Präsentation der Machbarkeitsstudie „zum nachhaltigen Betrieb der Museumsbahn in einer Erlebnislandschaft“ der Aktiv-Region Schlei-Ostsee noch aus, doch befassten sich die Mitglieder des Amtsausschusses Kappeln-Land vorab mit dem vorliegenden Fazit des mit der Ausarbeitung beauftragten Tourismus- und Freizeitinstituts „Inspektour“. Dabei hielten sie mit ihren Bedenken – vor allem finanzieller Art – nicht hinter dem Berg.

Wie Andresen sagte, ergibt sich für einen Zeitraum von 15 Jahren trotz eventueller 50-prozentiger Förderung ein Kapitalbedarf von rund 2,4 Millionen Euro. Eine kommunale Beteiligung sei, wie er hinzu fügte, nicht leistbar, zumal die Gemeinden viele andere Aufgaben zu erfüllen haben. Der normale Fahrbetrieb könne zwar über die eingenommenen Entgelte von den Fahrgästen abgedeckt werden, aber für Investitionen sei kein Geld vorhanden. Die Bahnstrecke, monierte er, sei nie richtig saniert worden. Dem pflichtete Peter-Martin Dreyer, Bürgermeister von Rabenkirchen-Faulück, bei: „Die Trasse muss in Ordnung sein, das ist sie aber nicht.“

Im Fazit der Machbarkeitsstudie heißt es, dass „der Erhalt sowie weitere Betrieb der Angelner Dampfeisenbahn insgesamt auf positive Reaktionen gestoßen und sogar erwünscht ist. Die Notwendigkeit einer Sanierung der Strecke (zwischen Kappeln und Süderbrarup), die Attraktivierung des aktuellen Angebotes sowie die erforderliche Erweiterung durch einen Lokschuppen steht außer Frage“. Und weiter: „Es muss klar konstatiert werden, dass die Angelner Dampfeisenbahn unter den derzeit gegebenen Rahmenbedingungen, vor allem unter der Prämisse des neutralen Betriebsergebnisses durch die gGmbH im laufenden Betrieb…ausschließlich dann wirtschaftlich betrieben werden kann, wenn eine vollständige externe Übernahme für den Kapitaldienst, der sich aus den notwendigen Investitionskosten ergibt, zugesichert wird.“ Es gelte, die Kosten streng zu beobachten und die Wirtschaftlichkeits-Vorausberechnung entsprechend der realen Zahlen kontinuierlich anzupassen: „Eine dauerhafte ehrliche und kritische ökonomische Bewertung sowie das Ableiten der richtigen Konsequenzen ist unerlässlich.“ Nun warten die Mitglieder des Amtsausschusses Kappeln-Land gespannt auf die öffentliche Präsentation, die Bewertung der Machbarkeitsstudie und verbunden damit auf die Perspektive für die Angelner Dampfeisenbahn.

Im weiteren Verlauf der Sitzung ging es um die Entwicklungsstrategie der Aktiv-Region Schlei-Ostsee – um die Förderperiode 2014 bis 2020. Dabei sah Peter-Martin Dreyer optimistisch in die Förderzukunft. Der Kostenanteil für das Amt Kappeln-Land ist mit 28.408 Euro berechnet worden – verteilt auf acht Jahre. Damit erklärten sich die vier Amtsausschussmitglieder – neben Dreyer und Andresen noch Amtsvorsteher Bernd Kugler, gleichzeitig Bürgermeister von Arnis, und Hauke Lassen, Bürgermeister von Oersberg, – einverstanden.

Jedes halbe Jahr hat die Kämmerei über die über- und außerplanmäßigen Aufwendungen und Auszahlungen zu informieren. In der Summe beliefen sich diese für die erste Jahreshälfte 2014 gerade mal auf 32,50 Euro: Abschreibungen auf das Umlagevermögen. Was sich dahinter verbirgt, erläuterte Kappelns Stadtkämmerin Ute Sohrt: „Mahngebühren, die im Rahmen der Kleinstbetragsregelung gemäß der Gemeindehaushaltsverordnung Doppik in Abgang gestellt wurden, da die Schuldner die Forderungen (Steuern) beglichen haben.“

Schließlich stellte der Amtsausschuss dem Arbeitskreis „Paten für Kappeln“ 1000 Euro für die soziale Betreuung von Flüchtlingen aus Kriegs- und Krisengebieten zur Verfügung.

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