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Schlei-Bote

23. Oktober 2017 | 12:25 Uhr

Amt finanziert kein Breitband-Gutachten

vom

Drei von vier Kommunen halten sich dank Glasfaser-Anbindung für ausreichend versorgt / Amtsvorsteher kritisiert mangelnde Offenheit bei Bilanzen der Museumsbahn

shz.de von
erstellt am 16.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Amt Kappeln-Land | Es bleibt beim Nein. So lautet das Ergebnis der Abstimmung im Amtsausschuss Kappeln-Land, als es anlässlich der jüngsten Sitzung um die Mitfinanzierung eines Gutachtens für die kreisweite Breitbandversorgung ging. Mit 500 Euro sollte sich das Amt an diesen Kosten beteiligen. Doch, wie Bürgermeister Peter-Martin Dreyer aus Rabenkirchen-Faulück unterstrich, seien drei von vier Kommunen mit ihrer vor Jahresfrist für teures Geld angeschafften Glasfaser-Anbindung "gut aufgestellt", so dass in dieser Sache im Amt Kappeln-Land keine weitere Ausgabe sinnvoll sei.

Amtsvorsteher Helmut Andresen aus Grödersby befürwortete hingegen einen modifizierten Beschluss des Kappelner Stadtparlaments, in dem es heißt, dass grundsätzlich das Vorhaben unterstützt werde, jedoch die Bezahlung des Gutachtens ausschließlich über die Kreisumlage finanziert werden solle.

Ulrich Bendlin von der Kappelner Stadtverwaltung sprach sich für die Aufhebung des bisherigen Nein-Beschlusses zur Mitfinanzierung aus und sagte, von einem kreisweiten Gutachten könne möglicherweise auch Kappeln-Land für wenig Geld profitieren. Bei der Abstimmung votierten zwei Ausschussmitglieder für die "Kappelner Variante", zwei waren dagegen. Damit ergab sich keine Mehrheit für eine Veränderung der Beschlusslage.

Mit Sorge blickt der Amtsausschuss weiterhin auf die Zukunft der Bundeswasserstraße Schlei. Wenn das Bundesverkehrsministerium keine Unterhaltungsmaßnahmen mehr in Auftrag gebe und die Ausbaggerungen entfallen, drohe sich die Wassertiefe in der Fahrrinne auf unter 3,50 Meter zu verringern, sagte Helmut Andresen. Im touristischen Schiffsverkehr und auf den Werften käme es dann zu erheblichen Problemen. Besonders betroffen wären Arnis und Grödersby mit ihren maritimen Anlagen. Da "null Frachtverkehr" auf der Schlei stattfindet, haben aber die Anlieger des Ostseefjords derzeit nur eine vage Hoffnung, dass sie die große Politik nicht im Stich lässt. Auch diesbezüglich ist bereits ein 8000 Euro teures Gutachten erstellt worden, das Argumente pro Wasserstraße Schlei liefert.

Ein weiteres Thema der Sitzung war die finanzielle Situation der Angelner Dampfeisenbahn. Auch hier sollen die Weichen in Richtung einer Machbarkeitsstudie gestellt werden. Andresen sagte dazu, die Gemeindevertretung von Grödersby habe gegen seine Stimme (als Bürgermeister) 200 Euro als Zuschuss für die Gutachter bewilligt. Es sei nicht Aufgabe des Amtes, sondern der vier Kommunen, über derartige Zuwendungen zu entscheiden. Der Amtsvorsteher bemängelte in diesem Zusammenhang, dass die Verantwortlichen der Museumsbahn "noch nie ihre Finanzen in Einnahmen und Ausgaben öffentlich vorgelegt haben." Er fragte: "Wo bleibt das Geld ?"

Trotz alledem: Die Museumsbahn genießt auch in Kappeln-Land durchaus Sympathie - wegen ihrer touristischen Bedeutung. Peter-Martin Dreyer: "Wir wollen doch keine Totengräber der Dampfeisenbahn werden."

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