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Heringsangler in Kappeln : „Am liebsten in Sauer mit Bratkartoffeln“

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Im März hat die Heringssaison begonnen: Zahlreiche Touristen, aber auch ein paar Einheimische holen die Fische hundertfach aus dem Wasser.

Es ruckelt an der Angel. Vorsichtig zieht Willi Kemberg sie aus der Schlei, und ein großer silbern schimmernder Hering zappelt am Haken. Die Heringssaison in Kappeln ist in vollem Gange – am Hafen steht ein Angler neben dem anderen. Die meisten kommen von weit her angereist.

Willi Kemberg angelt gern. Der Stromhändler aus Essen fährt dafür auch mit dem Boot raus, in Irland, Schottland und Dänemark ist er dafür schon gewesen. Aber im vergangenen Jahr hat er Kappeln für sich entdeckt. Mit seinem Sohn und vier Freunden ist er seit Sonntag jetzt im zweiten Jahr an der Schlei. Sie wohnen in Ferienappartements direkt am Hafen – und haben die Unterbringung auch schon für das kommende Jahr angefragt. „Das soll mal eine Tradition werden“, sagt der 51-Jährige und lacht. Morgens um 7 Uhr fangen die Urlaubsangler an und bleiben bis es dunkel wird. Nach vier Tagen geht es wieder nach Nordrhein-Westfalen, 400 Heringe wollen sie dann gern mitnehmen. Ausgenommen und eingefroren werden sie sofort. Abtransportiert mit Elektro-Kühlboxen. Und wer brät die ganzen Fische? „Das machen wir. Dafür gibt es extra einen Zwei-Platten-Induktionsherd im Garten“, berichtet Kemberg. Bratheringe in Sauer, aber auch „grün“ – die Speisefische sind in vielen Formen beliebt. „Viele meiner Bekannten warten schon“, sagt der Essener.

Aus Stade kommen Vater und Sohn, Dieter und Manuel Ranz, zum Angeln in die Schleistadt. „Wie haben einen festen Stellplatz auf dem Campingplatz in Schubystrand“, berichtet Manuel Ranz. Eine Woche lang sind sie auf Heringsfang. „Heute sind wir sehr zufrieden“, sagt der Sohn. 200 Stück in etwa acht Stunden – das ist eine recht gute Ausbeute, findet er. Ein paar werden an die Nachbarn auf dem Campingplatz verschenkt, der Rest geht eingefroren mit nach Stade. Bismarck-Hering ist sein Favorit: „Meine Mutter legt sie schön süß-sauer ein“, verrät er.

Die weiteste Anfahrt hatten Mario Maurer und seine Freunde. Sie sind Sonntag aus Querfurt in Sachsen-Anhalt angereist. 650 Kilometer und das treu seit zehn Jahren. Warum Kappeln? „Die Heringe hier schmecken so gut. Ich mag gern die kleinen zarten“, sagt Maurer. Auch er wohnt in der ersten Reihe am Hafen, zeigt zum Fenster hoch. „Wenn ich bei der Ankunft den Schlüssel hole, buche ich gleich für das nächste Jahr“, erzählt er. Um 4 Uhr morgens geht Maurer an die Hafenkante und bereitet schon mal alles vor. „Ich möchte immer meinen speziellen Platz haben“, berichtet der Angler gut gelaunt. Wenn er und seine Kollegen am Donnerstag wieder abfahren, wollen sie gern 1000 Heringe mit nach Hause nehmen.

Viele Kappelner waren gestern nicht anzutreffen. Nur Jan-Uwe Brendel und Jörg Petersen. Die beiden angeln regelmäßig und fahren auch gern mit dem Boot raus vor Rabelsund. 60 Heringe hat Brendel in nur einer guten Stunde gefangen. Und wie schmecken die Fische am besten? „Ich mag sie am liebsten in Sauer und mit Bratkartoffeln“, verrät Petersen.

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erstellt am 04.Apr.2017 | 07:00 Uhr

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