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Kappeln : Altes Förderzentrum steht nicht mehr leer

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Die städtische Koordinierungsstelle für Flüchtlingsarbeit nimmt ihre Arbeit in der Hans-Christian-Andersen-Schule auf.

shz.de von
erstellt am 09.Jun.2016 | 07:15 Uhr

Jahrelang war die Hans-Christian-Andersen-Schule eine Förderschule. Dann gab es Ende 2015 den Umzug der Kappelner Förderschule nach Sörup. Seitdem steht die Hans-Christian-Andersen-Schule leer. Am Monatsanfang ist nun Olga Lang mit der städtischen Koordinierungsstelle für Flüchtlingsarbeit eingezogen. „Der Zulauf ist sehr gut. Die Sprechstunden an den bisherigen Öffnungstagen waren ausgebucht“, sagte Olga Lang.

Von der Koordinierungsstelle an einem festen Ort mit einer vertrauten und fachlich versierten Person wie Olga Lang erhofft sich die Stadt einen engeren Kontakt zu Paten wie Flüchtlingen und eine effektivere Flüchtlingsarbeit. Lang war bereits für die Migrationsarbeit zuständig, als diese noch bis Ende des Vorjahres in den Händen des „Sozial-Forums“ lag. Nun soll Lang auch für eine besseren Vernetzung der beteiligten Organisationen sorgen. Bei der offiziellen Eröffnung der Koordinierungsstelle am Dienstag lag der Schwerpunkt indes eindeutig auf den Patenschaften für die Flüchtlingsarbeit.

Die drei Schirmherren des Projektes „Hand in Hand – Paten für Flüchtlinge in Kappeln“, Propst Helgo Jacobs, die Schulverbandsvorsitzende Marta Kraft sowie Sozialausschussvorsitzender Helmut Schulz, betonten dabei, dass wieder Paten gesucht würden. Helga Lorenzen, Leiterin des Ordnungs- und Sozialamtes, sagte, dass der Flüchtlingsstrom mittlerweile wieder auflebe. Kraft meinte, dass die Flüchtlinge nach der Sperrung der Balkanroute andere Wege gefunden hätten. Hinzukommt laut Lorenzen der Familiennachzug.

Daher bräuchte man nun wieder Paten. „Die Flüchtlingspaten müssen kein Englisch können oder eine spezielle Ausbildung vorweisen. Es reicht der gesunde Menschenverstand“, meinte Helga Lorenzen. Manche Paten würden sich jedoch für alles zuständig fühlen. Dazu Schulz: „Diese Paten sind für uns verloren, die können nichts anderes mehr übernehmen.“ Der Sozialausschussvorsitzende wies darauf hin, dass es Migrationsarbeit, das Arbeitsamt und auch eine Flüchtlingsstelle beim Kreis gebe. Die Paten sollten „nur“ eine Starthilfe geben, eine Hilfe zur Selbsthilfe. Propst Jacobs meinte, dass keine professionelle Hilfe erwarte werde. Sobald die Bürger aber persönlichen Kontakt zu den Flüchtlingen hätten, bleibe es häufig nicht bei der niederschwelligen Hilfe. „Doch wenn die Leuten den Flüchtlingen zu viel abnehmen, ist das für die Flüchtlinge nicht immer hilfreich“, sagte der Propst. Zudem könne zu starkes Engagement vereinzelt auch zu Konfliktsituationen führen. „Die Patenschaft muss mit Beruf und Familie zu vereinbaren sein“, forderte Jacobs.

Und auch Helmut Schulz meinte: „Ich kann nur dringend dazu raten, sich kein so großes Paket aufzuladen.“ Marta Kraft nannte das bürgerliche Engagement gut und hilfreich. „Wir müssen aber besser rüberbringen, wie wir uns diese Starthilfe vorstellen“, so Kraft. Letztlich ginge es darum, die Paten zu stützen, aber auch zu schützen. Helga Lorenzen stellte klar: „Wir wollen den Paten nichts vorschreiben.“ Eine Schulung der Paten ist aber zumindest im Gespräch. Marta Kraft sagte: „Wenn ein Pate überfordert ist, dann haben wir Olga Lang und die Migrationssozialstelle da.“ Das sei kein Versagen, sondern ein richtiges Verhalten. „Die Paten“, so die Stadtvertreterin, „stehen auf jeden Fall nicht alleine da“.

 

>Wer Flüchtlinge unterstützen möchte, wendet sich an Olga Lang von der Koordinierungsstelle für die Flüchtlingsarbeit, Tel. 0  46  42  /  92  52  422 oder E-Mail: koordinierungsstelle.kappeln@gmail.com

 

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