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250 Jahre Friedhof Kappeln : Alte Gräber – frische Erinnerungen

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Männergilde stellt Grabstätten von Ehrenbürgern der Stadt vor und pflanzen 13 Linden.

shz.de von
erstellt am 03.Apr.2017 | 07:00 Uhr

Kappeln | „Es ist schön, dass der Friedhof mitten in der Stadt liegt und sich so auch zur Naherholung anbietet“, sagte Pastor Karsten Petersen. Der Kappelner Friedhof wurde 1767 westlich der Altstadt, an der Flensburger Landstraße, heute Schmiedestraße, angelegt. In diesem Jahr feiert die Kirchengemeinde sein 250-jähriges Bestehen. Nach einem Gottesdienst führte gestern die Männergilde, angeleitet von Ältermann Thies Kölln, zu Gräbern von Kappelner Ehrenbürgern und anderen denkwürdigen Stätten.

Die Mitglieder der Männergilde von von 1651 kamen in ihren Anzügen und mit Zylinder, aber auch viele Kappelner Bürger hatten gestern nach dem Gottesdienst den Weg zum Friedhof gefunden, unter ihnen der Landesbischof der Nordkirche und Gildemitglied Gerhard Ulrich. Ältermann Kölln erklärte, dass die Gilde in ihrer Urfunktion als Brand- und Sterbegilde und später als Schützengilde soziale Verpflichtungen in der Gesellschaften erfüllte und das teilweise immer noch tut. Er führte zunächst zum Grab von Kanzleirat Wilhelm Seehusen (1853-1917), der 1904 zum ersten Ehrenbürger der Stadt ernannt wurde. Weiter ging es zum Grabstätte des niederdeutschen Schriftstellers Ludwig Hinrichsen (1872-1957). Gildemitglied Jens Burkart berichtete aus dem ereignisreichen Leben seines Großvaters, Konsul Emanuel Lorenzen (1875-1960), der anlässlich seines 80. Geburtstags zum Ehrenbürger ernannt wurde.

Das Grab der Familie Spliedt wurde von Carsten Spliedt vorgestellt. Der Landarzt Gustav Spliedt (1877-1955) hatte sich vielseitig engagiert und wurde unter anderem mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Sein Sohn Meno (1918-2010) war noch vielen der Anwesenden bekannt. Er war jahrelang Ältermann der Gilde. Deshalb gab es an dieser Stelle – nach der ersten Strophe des Gildesliedes – auch eine Runde Jubiläumsaquavit.

Thies Kölln übernahm wieder: Er berichtete von der Friedenseiche, die nach dem Deutsch-Französischen Krieg (1870/71) am 26. April 1871 gepflanzt wurde und stellte das Denkmal für die in den Kriegen gefallenen Soldaten vor. Neben der Rasenfläche findet sich auch die Gedenktafel der jüdischen Familie Eichwald, die Opfer des Naziterrors wurde. Der Weg führte weiter vorbei an der Gruft der Familie Schiller, die in den Hang der Kirsebek gebaut wurde, bis hin zum Gedenkstein für verstorbene Kinder mit einem Spruch des Dichters Ludwig Uhland.

Zum Ende des Rundganges durften die Mitglieder der Männergilde aktiv werden. „Wir wollten etwas schaffen, das besonders an dieses Jubiläumsjahr erinnern soll“, sagte Thies Kölln. Die Lindenallee, die über den Friedhof führt, habe inspiriert. Einige der Bäume seien fast 200 Jahre alt. Nun solle auch das neue Feld des Friedhofs mit Linden umschlossen werden. Eine Besprechung mit der Bürgervorsteherin Dagmar Ungethüm-Ancker gab den Ausschlag, eine anschließende Gildesitzung viel Zustimmung. 26 Spender haben sich gefunden, das reiche nun für 13 kräftige junge Linden. Nach dem Kappeln-Lied griffen die Gildebrüder und ihre Familien zur Schaufel und bedeckten nach dem Signal „Schaufel an“ die Wurzeln mit Erdreich.


>Anlässlich des Jubliäums ist ein neuer Informationsflyer erschienen und wurde an die Gäste verteilt. Weitere Termine:

Sonnabend, 20. Mai: Gartenpflegetag – Gartenfreunde bringen gemeinsam den Friedhof auf Vordermann; Freitag, 2. Juni: Um 15 Uhr bieten Arno Carstensen, Thies Kölln und Pastorin Dr. Gönna Hartmann-Petersen eine weitere Friedhofsführung an; Sonntag, 10. September: Der Kirchengemeinderat lädt zum zum Jubiläumstag ein – ab 9.30 Uhr Gottesdienst in der Friedhofskapelle, danach Spaziergänge, Kulinarisches, Besinnliches, Musikalisches und Informatives auf dem Friedhof.

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