Kappeln : „Alte Eule“ wird zur Arche

Lena Itzke im Gehege der Thüringer Waldziegen, eine der gefährdeten Nutztierarten.
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Lena Itzke im Gehege der Thüringer Waldziegen, eine der gefährdeten Nutztierarten.

Lena und Nicklas Itzke erhalten Zertifikat als Züchter gefährdeter Nutztierarten.

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15. Mai 2018, 06:46 Uhr

Kappeln | Die „Alte Eule“ im Hüholz ist als „Nutztier-Arche für gefährdete Nutztiere“ zertifiziert: Vor einigen Wochen erhielten Nicklas und Lena Itzke die entsprechende Auszeichnung. Als Nutztier-Arche werden Höfe und Züchter bezeichnet, die mindestens eine alte und gefährdete Nutztierrasse halten und züchten. Nutztier-Archen sind fast in ganz Europa anzutreffen. Die Züchter wollen so verhindern, dass alte Nutztierrassen aussterben und auf diese Weise genetische Reserven verloren gehen. Gleichzeitig sollen gefährdete Nutztier-Rassen wieder bekannt gemacht werden.

Träger dieser Aktion ist die „Initiative Nutztierarche“. Sie ist kein Verein, eher eine Bürgerinitiative, in der Züchter Mitglied werden können, um die „Vielfältige Institution zur Erhaltung gefährdeter Haustierrassen“ (Vieh) zu stärken. Mitglieder müssen mindestens eine, am liebsten aber mehrere gefährdete Nutztierrassen züchten. Und sie müssen sich verpflichten, die Tiere artgerecht zu halten und regionales Tierfutter zu verwenden. Gern gesehen wird auch, wenn Futter aus eigner Produktion verwendet wird. So erhoffen sich die „Nutztier-Arche“-Züchter, dass ihre Tiere robust, genügsam und widerstandsfähig gegenüber Krankheiten aufwachsen, und dadurch länger leben. Damit diese Richtlinien auch eingehalten werden, kontrolliert die Initiative die Mitgliedsbetriebe regelmäßig.

Bei Nicklas und Lena Itzke begann alles mit Angler Sattelschweinen und vier Zuchtsauen. Mit den Ferkeln werden derzeit 18 Sattelschweine betreut. Dafür ist Nicklas Itzke Mitglied im „Angler Sattelschweinverein“ geworden. Für die Sattelschweine wurden komfortable Ruhestellen auf Stroh im Freien geschaffen.

Hinzugekommen sind inzwischen zwölf Sundsheimer – elf Hühner und ein Hahn. Das sind weiße Hühner mit schwarzem Halskragen. Darüber hinaus beherbergt Itzkes Nutztier-Arche Thüringer Waldziegen, Lockengänse, Highlander Rinder, Schafe, Kaninchen und zwei Ponys. Sie alle werden mit Futter aus eigenem Anbau ernährt, Heu wird selbst hergestellt. Für die 17 bereits vorhandenen Rinder hat das Züchterehepaar fünf Hektar Grünfläche angepachtet. Jetzt suchen die beiden noch Stallflächen für die Zucht der Angler Sattelschweine. Die Tiere werden allerdings nicht nur zum Anschauen gehalten. Es sind Nutztiere, die geschlachtet werden – auch um so die „Initiative Nutztierarche“ zu finanzieren. Die daraus hergestellten Produkte werden direkt vermarktet. Die Schlachtung übernimmt Schlachterei Petersen in Lindaunis. Die Verwertung und die Verarbeitung erfolgt anschließend in Kappeln. Diese Aufgabe hat die Schlachterei Schmidt & Hansen übernommen. Derzeit werden pro Jahr rund 15 Angler Sattelschweine und zwei Rinder geschlachtet und verarbeitet. Der Verkauf ist gut angelaufen. „Es stehen bereits Leute auf der Warteliste“, erklärt Nicklas Itzke. „Wenn wir eine Schlachtung ankündigen, ist die Ware oft schon verkauft, bevor sie da ist.

> Verkauf in der „Rikate“ an der „Alten Eule“ mittwochs und donnerstags zu Cafézeiten von 14 bis 18 Uhr oder nach telefonischer Voranmeldung unter Telefon 046 42/ 8 25 75.


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