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Galionsfigur : Albatros wird Kappelns Glücksbringer

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Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Der Verschönerungsverein übergibt eine ehemalige Galionsfigur der Gorch Fock an die Stadt. Der Kapitän zur See Helge Risch dankt dem Verschönerungsverein für die „harte Arbeit“. Zahlreiche Besucher wohnen dem Festakt bei.

shz.de von
erstellt am 26.Aug.2013 | 00:33 Uhr

Es ist wohl schon eine ganze Weile her, dass Kappeln Dreh- und Angelpunkt so vieler aktiver Marine-Angehöriger war, wie am vergangenen Sonnabend. Anlass war ein durchweg freudiger: Nachdem der Albatros, die erste Galionsfigur des Segelschulschiffs Gorch Fock, im Winter seinen Platz auf dem Brückenkopf eingenommen hatte, wurde er nun offiziell an die Stadt übergeben. Ehrengast der knapp eineinhalbstündigen Zeremonie: Helge Risch, Kapitän zur See und derzeitiger Kommandant der Gorch Fock. Und der freute sich aufrichtig darüber, dass der Albatros nun „sein zweites Leben“ bekommt.

Treffpunkt Brückenkopf: Bei strahlendem Sonnenschein und launigem Wind versammelten sich Bürger und Offizielle zur Mittagsstunde am Albatros, um noch einmal genau in Augenschein zu nehmen, wer denn eigentlich heute im Mittelpunkt stand. Mit dem Schleiorchester vorweg ging es kurz danach über die Brücke zum Hafenvorfeld, wo bereits das Marinemusikkorps Ostsee der Bundesmarine wartete. Mit dem Albatros im Rücken spielte das Musikkorps unter der eindringlichen Leitung des Fregattenkapitäns Friedrich Szepansky mindestens genauso präzise.

Danach war es zunächst an Bürgervorsteherin Dagmar Ungethüm-Ancker, ein treffendes Bild des Albatros zu zeichnen. Sie sprach von einem Tier, das sich gerne verausgabe, sehr große Strecken zurücklegen könne und auch in schweren Stürmen manövrierfähig bleibe. „Diese Eigenschaften müssen ausschlaggebend gewesen sein, den Albatros zur Galionsfigur der Gorch Fock zu machen“, sagte Ungethüm-Ancker.

Gleichwohl erwies sich der Albatros an Bord als zu schwer und wurde einige Jahre später durch einen leichteren ersetzt. Was folgte, ist bekannt: Zu den Stationen des Vogels gehörten die Marineschule Mürwik und der Marinestützpunkt Olpenitz, danach verschwand er in irgendwelchen Lagerhallen – bis ihn dort vor inzwischen fast zwei Jahren der Verschönerungsverein herausholte. Ungethüm-Ancker: „Ohne den Verschönerungsverein, vor allem ohne seinen Schatzmeister Uwe Frye, und ohne den Bauhof würde der Albatros heute noch in seinem dunklen Verließ versauern.“ Mit großer Freude übernehme die Stadt daher diesen Albatros, zumal er zeige, dass Kappeln tief mit der Marine verbunden bleibe. „Und ich finde, dass uns neben unserem Schutzpatron, dem Heiligen Christophorus, auch eine Galionsfigur sehr gut zu Gesicht steht“, schloss die Bürgervorsteherin.

Sehr persönliche und herzliche Worte fand im Anschluss Helge Risch. „Nichts repräsentiert die Seele eines Schiffes mehr als der Galion und die Schiffsglocke“, sagte der Kommandant der Gorch Fock. Gemeinsam mit seiner Besatzung sei er daher sehr stolz und froh, dass der Albatros in Kappeln sein zweites Leben erhalte. Risch nannte den Albatros ein Symbol der Freiheit und Weltoffenheit, und so füge es sich, dass er an seinem jetzigen Standort die Menschen begrüße. Risch: „Es ist einfach eine tolle Geste.“ Auch der Kommandant lobte den Verschönerungsverein, der „harte Arbeit“ auf sich genommen habe – ähnlich wie bei der Seefahrt, die selten etwas mit Romantik als viel mehr mit rauen Taten zu tun habe. Und an den Vereinsvorsitzenden Dieter Clausen gewandt sagte Risch: „Ich freue mich wirklich sehr, dass Sie das geschafft haben.“

Schließlich warf Dieter Clausen noch einmal einen Blick zurück auf die lange Reise des Albatros, die er auch antreten konnte, weil der Verschönerungsverein auf etliche Sponsoren und örtliche Firmen zurückgreifen konnte. „Nur so haben wir es geschafft“, sagte Clausen. Dennoch stemmte der Verein eine Summe von immerhin 12 000 Euro, um der Galionsfigur zu ihrem frischen Antlitz und neuen Standort zu verhelfen.

Und nachdem Hein Solterbeck, Fregattenkapitän und Kommandeur des ehemaligen Stützpunktes Olpenitz, betonte, dass für ihn der Albatros ohnehin von Anfang an dazugehört habe, Bürgermeister Heiko Traulsen versprach, dass die Figur künftig nicht nur Blickfang sein solle, sondern die Stadt auch gut auf sie achten wolle, ist es wohl angebracht, mit den Wünschen Helge Rischs zu schließen: „Möge der Albatros mindestens so lange hier stehen wie die Gorch Fock noch zur See fährt.“

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