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Schlei-Bote

19. Oktober 2017 | 06:23 Uhr

Aktivregion schmiedet Zukunftspläne

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Aktionsgruppe rechnet mit 2,8 Millionen Euro Fördergeldern / Infrastruktur für Tourismus soll verbessert werden / Neue Hoffnung fürs Schwimmbad?

Die nächste Förderperiode für EU-Gelder steht auch vor der Tür der Aktiv-Region Schlei-Ostsee. Vorsitzender Hans-Werner Berlau von der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) rechnet damit, dass bis einschließlich 2020 in dieser Region mindestens 2,8 Millionen Euro zur Verfügung stehen. Darüber hinaus erwartet die LAG noch für ausgewählte Projekte namhafte Zuschüsse aus anderen Brüsseler „Töpfen“. In der Regel werden maximal 100 000 Euro pro Vorhaben gefördert.

Am 30. September wollen die Verantwortlichen ihr neues Konzept beim Kieler Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume zwecks Begutachtung vorlegen. Projektberaterin Cornelia Plewa (Flensburg) fand anlässlich der jüngsten LAG-Vorstandssitzung im Kappelner Rathaus für ihre Beschreibung der Rahmenbedingungen und übergeordneten Ziele eine ungeteilte Zustimmung. Einige redaktionelle Ergänzungen bleiben übrig. Vorrangig und übergeordnet geht es um die Schaffung von neuen Arbeitsplätzen und zwar in den Bereichen Klimawandel und Energiewende, der nachhaltigen Daseinsvorsorge sowie bei Wachstum und Innovation. Außerdem richtet sich der Fokus auch auf Bildungs-Projekte. An Schlei und Ostsee soll grundsätzlich daran festgehalten werden, die Natur- und Kulturlandschaft als Zukunftsressource weiterzuentwickeln.

Zu den sogenannten „Wertschöpfungsketten“ zählt das LAG-Papier die Entschleunigung des Tourismus. Dabei schimmert leise Kritik in Bezug auf die Übernachtungsangebote durch. Cornelia Plewa formuliert dies so: „Die touristische Basis-Infrastruktur muss in Zustand und Erreichbarkeit verbessert werden.“ Gemeint ist unter anderem die Neuausrichtung von Campingplätzen, Feriensiedlungen, Häfen und Stränden.

Ausdrücklich begrüßte der Schleswiger Bürgermeister Dr. Arthur Christiansen das Ziel, regionale Allianzen zu bilden. Das heißt: Städte und Ämter sollen mehr kooperieren und den Fokus auf den sich anbahnenden Generationenwechsel im Ehrenamt richten. Denn in den Vereinen wie in der Kommunalpolitik fehlen zunehmend engagierte Nachwuchskräfte für Spitzenpositionen, bestätigten einige LAG-Vorstandsmitglieder.

Zum Erhalt des kulturellen Erbes gehört in der Region die Weiterentwicklung der historischen Stätten wie Haithabu und das Danewerk. Auf der Agenda steht als weiteres Beispiel die Einführung einer Messe mit regionalen Produkten. Heiner Nissen, Vize-Vorsitzender des Heimatvereins Angeln, bedauerte: „Wir haben keine Lobby auf dem flachen Land.“ So drohe den Vermietern von Ferienwohnungen in reinen Wohngebieten demnächst ein Verbot der Landesregierung. Nissen forderte den LAG-Vorstand auf, den Bau einer neuen Schwimmhalle im Raum Kappeln als wichtiges Projekt mit aufzunehmen. Kappelns Bürgermeister Heiko Traulsen: „Die unabwendbare Schließung der Ellenberger Schwimmhalle zum Jahresende ist ein herber Schlag für die ganze Region.“ Laut Nissen fällt der Schwimmunterricht für 800 Kinder der Schließung zum Opfer. „Das ist nicht hinnehmbar“, so Nissen.

Bürgermeister Peter-Martin Dreyer aus Rabenkirchen-Faulück brachte eine alternative Lösungsmöglichkeit zur Sprache. Er plädierte für ein zentral gelegenes neues Freibad, das von der im Sommer überschüssigen Energie aus einer Biogas-Anlage beheizt werden könnte. Soll also der Mais für warmes Badewasser wachsen? Noch ganz vage wird jetzt angedacht, bei einem solchen Projekt jene Kommunen mit ins Boot zu holen, in denen es schon Erfahrungen mit Schwimmbädern und -hallen gibt.

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