zur Navigation springen

Dritter Blaulicht-Tag : Aha-Erlebnisse zwischen Blaulichtern

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Vorführungen, Information und Neugier wecken aufs Ehrenamt: 20 verschiedene Hilfsorganisationen präsentierten sich am Sonntag am Kappelner Hafen.

shz.de von
erstellt am 16.Sep.2013 | 08:00 Uhr

Dirk Schadewaldt war schon nach der ersten knappen Stunde mehr als zufrieden. Der Kappelner Gemeindewehrführer und so etwas wie der Chef-Organisator des gestrigen „Blaulicht-Tages“ marschierte am Hafen entlang und lächelte. „Es sind eindeutig mehr Leute da als beim vorherigen Mal und vor allem auch schon so früh“, sagte er. „Aber wir sind auch mehr Organisationen, die teilnehmen.“ 20 verschiedene Hilfsverbände beteiligten sich am dritten „Blaulicht-Tag“, dessen Erfolg auch die hin und wieder einsetzenden Regentropfen und der vereinzelt recht kalte Wind nicht trüben konnten.

Erster Hingucker war „Riese“, ein fünfeinhalb Jahre alter Deutscher Schäferhund mit einer ausgeprägten Spürnase. „Riese“ arbeitet für den Zoll, er ist ausgebildeter Schutz- und Rauschgiftspürhund, und gemeinsam mit seinem Hundeführer Rüdiger Vogeler wusste er sein Publikum zu beeindrucken. Mit geradezu spielerischer Leichtigkeit fischte der Schäferhund den Koffer heraus, der die illegalen Substanzen beinhaltete. Ein gutes Jahr dauert es, bis ein Hund dazu in der Lage ist – so berichtete es Vogeler seinen Zuschauern hinterher. Kontinuierlich seien „Rieses“ Fähigkeiten erweitert worden, inzwischen leistet er seinen Dienst im gesamten Kreisgebiet, verstärkt auf der A7 und auf Anforderung sogar bei der Bundespolizei. Im „Blaulicht-Tag“ erkannte Vogeler die Chance zu zeigen, „was beim Zoll überhaupt alles möglich ist und auf was wir alles achten“.

Überhaupt ist der Tag eine Gelegenheit für all diejenigen, die sonst eher im Verborgenen arbeiten, einmal ins Licht zu treten. Etwa die Ehrenamtler des Bereichs Betreuung innerhalb der Kappelner DRK-Bereitschaft. An einer 21 Jahre alten Feldküche bereitete das Team um Torben Kablau Erbsensuppe zu, 600 Portionen in einem Rutsch. Nicht nur die rechteckigen Kochmulden sprengten übliche Dimensionen, auch wer den Kochlöffel in Bewegung setzen wollte, brauchte jede Menge Muskelkraft. Hans-Dieter Nissen, Leiter der DRK-Rettungswache, betrachtete auch deshalb den „Blaulicht-Tag“ als Glücksfall. „Dieser Tag ist gut fürs Ehrenamt“, sagte Nissen. „Ohne unsere Ehrenamtler wäre vieles gar nicht möglich.“

Damit entsprach er exakt den Wunschvorstellungen Dirk Schadewaldts, der den gestrigen Tag auch als Anstoß für weitere freiwillige Helfer verstanden wissen wollte. „Man schafft es vielleicht nicht mit einem Mal, Menschen fürs Ehrenamt zu begeistern“, sagte er. „Aber vielleicht merken sie beim dritten oder vierten Mal, dass sie auch etwas beitragen möchten.“ So wie beispielsweise die Rettungshundestaffel Südschleswig mit ihren Vierbeinern, die nach Vermissten suchen können. Oder die Freiwillige Feuerwehr Kopperby, die mit Kindern Stockbrot backte.

Für die Erwachsenen hielt derweil das Kappelner Polizeirevier einen ganz speziellen Kettcar-Parcours bereit. Wer sich traute, konnte den Parcours mit einer Rauschbrille, die einen Zustand bei 0,8 Promille simuliert, absolvieren. Verkehrslehrer Rainer Kaßmekat berichtete ausnahmslos von Fahrern, die überrascht von ihren schwindenden Fähigkeiten waren. „Sie schätzen Entfernungen falsch ein, lenken nicht mehr zielgerichtet und schleichen geradezu durch den Parcours“, sagte Kaßmekat. „Es ist für alle ein Aha-Erlebnis.“

Im Idealfall war genau das der gesamte gestrige Tag für die Besucher, von denen keiner Scheu hatte, die Helfer in den verschiedenen Uniformen mit Fragen zu löchern. Eine, die mit schöner Regelmäßigkeit immer wieder zu hören war, war übrigens diese: „Wo genau geht eigentlich das Blaulicht an ?“

Eine kleine Bildergalerie vom dritten „Blaulicht-Tag“ finden Sie unter www.facebook.com/SchleiBote

zur Startseite
Karte

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen