Sörup : Ärztehaus hinter alter Fassade

Die ortsprägende Front bleibt stehen,  doch Gastonomie und Hotel wird man hier künftig vergebens suchen.
Die ortsprägende Front bleibt stehen, doch Gastonomie und Hotel wird man hier künftig vergebens suchen.

Der Eigentümer des ehemaligen Bahnhofshotels in Sörup investiert 1,4 Millionen Euro, um daraus ein Dienstleistungszentrum zu machen.

shz.de von
10. April 2014, 18:29 Uhr

Heimatverbundene Söruper atmen auf. Die ortsbildprägende Fassade des ehemaligen Bahnhofshotel, gegenüber dem Söruper Bahnhof gelegen, bleibt erhalten. Dies versicherte der Eigentümer Stefan Kramp. Zur Stützung der Fassade wurde eine massive Holzkonstruktion aufgestellt.

Dahinter allerdings ist ein Stück Söruper Tradition abgeräumt worden, um Neues entstehen zu lassen. Der Eigentümer will an diesem Standort ein Ärztezentrum errichten, so wie es in anderen Gemeinden, wie etwa in Kropp, bereits existiert. Neben einem praktischen Arzt und einem Facharzt sollen in dem neuen Dienstleistungszentrum weitere Gesundheitsanbieter, wie Apotheke, einziehen. Das neue Gebäude wird auf zwei Etagen jeweils 500 Quadratmeter Grundfläche aufweisen. Der Investitionsbedarf beträgt etwa 1,4 Millionen Euro. Bereits im kommenden Jahr will der Investor den ersten Bauabschnitt fertig gestellt haben.

Das Gebäude wurde 1881 vom damaligen Amtsvorsteher Christian Henningsen erbaut. In jenem Jahr wurde auch der Bahnhof in Sörup fertigestellt und die Bahnlinie Flensburg-Kiel eröffnet wurde. 1904 wurde das Gebäude um den Saal erweitert, in dem bis zu 400 Menschen feiern konnten.

Viele Jahrzehnte war das Bahnhofshotel zentraler gastronomischer Mittelpunkt des Ortes. Wenige Tage vor Kriegsende kam es zu einem dramatischen Ereignis, als am 26. April 1945 alliierte Kampfflugzeuge das Gartenhaus beschossen. Zwei Soldaten wurden damals getötet und 15 verwundet.

Mit einer Diskothek wollten die späteren Besitzer an glorreiche Zeiten anknüpfen, aber auch dieses Angebot wurde immer spärlicher angenommen, so dass der Saal viele Jahre nicht mehr genutzt wurde. Lediglich in den vorderen Räume wurde weiter Gastronomie betrieben.

Mit der Einrichtung des Dienstleistungszentrums hofft nun auch die Söruper Kommunalpolitik auf eine Stärkung des Ortskernes.

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