Eckernförde : Ärger über Hunde am Strand

Kathrin Graf geht mit Schäferhündin „Luna“ außerhalb der Sperrzeit gerne an den Eckernförder Strand. „Luna“ spielt dort frei und friedlich mit anderen Hunden.
Kathrin Graf geht mit Schäferhündin „Luna“ außerhalb der Sperrzeit gerne an den Eckernförder Strand. „Luna“ spielt dort frei und friedlich mit anderen Hunden.

Zwischen Freiheit und Verantwortung: Eckernförder Politik appelliert an Tierhalter, die Regeln einzuhalten.

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22. Januar 2015, 12:30 Uhr

Eckernförde | Das Ausführen und Laufenlassen von Hunden am Kurstrand ist und bleibt ein Reizthema im Ostseebad Eckernförde. Das zeigte auch die Diskussion am Dienstagabend im Ausschuss für Wirtschaft und Finanzwesen. Denn darauf fokussierte sich die Diskussion über „Sicherheit und Hygiene am Strand“, die Ausschussvorsitzender Ralph Krüger (CDU) in die Tagesordnung aufgenommen hatte. Aufklärung über die Strandnutzung durch Hundebesitzer tut not, das wurde in der Beratung erneut deutlich.

Am Strand und in den Kuranlagen gibt es Verhaltensregeln für Hundehalter, die in der Kursatzung festgelegt sind. Die Eckernförde Touristik und Marketing GmbH (ETMG) hat zudem eine Broschüre „Urlaub mit dem vierbeinigen Freund“ aufgelegt, in der viele wichtige Hinweise enthalten sind. Demnach sind Hunde generell im gesamten Kurgebiet, im Kurpark, auf der Promenade, in den Grünalagen sowie in den Einkaufsstraßen an der Leine zu führen.

Nach Auskunft von Klaus Kaschke, dem Leiter des Amtes für Ordnungs- und Sozialwesen, gilt dieser Leinenzwang ausdrücklich nicht für den Strand. Hunde dürfen unter Aufsicht ihrer Besitzer den gesamten Strand vom 16. Oktober bis 31. März auch ohne Leine betreten. Die Hundehalter müssten allerdings dafür Sorge tragen, dass die Tiere niemanden gefährden und keine Jagd auf Seevögel machen. Der Hundekot sei selbstverständlich von den Besitzern einzusammeln, dafür stünden vielerorts Hundekottüten-Spender zur Verfügung, erklärte Kaschke.

Der Amtsleiter wies allerdings auch auf die Sperrzeit für Hunde hin: Vom 1. April bis 15. Oktober hätten Hunde am Kurstrand nichts zu suchen, auch nicht angeleint. Um ihren Vierbeiner ganzjährig unangeleinten Auslauf zu gewähren, stehe den Hundefreunden der Hundestrand zwischen Bahnübergang Preußerstraße und der Wehrtechnischen Dienststelle (WTD 71) zur Verfügung, so Kaschke. Wie Klaus Rediske vom Beirat für Menschen mit Behinderung in der Ausschusssitzung mitteilte, sei dieser allerdings nicht barrierefrei erreichbar. Zusätzlich hat die Stadt auch ein kleines Teilstück am Borbyer Strand zwischen dem Clubhaus des Yachtclubs Meteor und dem Segelhafen des Segelclubs Eckernförde als „Badestelle für Hunde“ ausgewiesen, an dem die Vierbeiner auch ohne Leine laufen dürfen.

Der rechtliche Rahmen ist also abgesteckt. Ein Problem stellen die offenbar fortwährenden Verstöße dar. „Wir können die Situation nicht wirklich ändern“, räumte ETMG-Geschäftsführer Stefan Borgmann ein. Da weder die Touristik noch das Ordnungsamt befugt seien, ordnungsrechtlich gegen die Missachtung der Vorschriften etwa durch die Aufnahme der Personalien und Festsetzen bis zum Eintreffen der Polizei vorzugehen, komme man sich vor „wie ein zahnloser Tiger“ nach dem Motto „ansprechen und aufklären ja, Verstöße ahnden nein“. Um Verstößen gegebenenfalls vorzubeugen, „brauchen wir einen vernünftigen Hundefreilauf in einer abgezäunten Fläche“, schlug Borgmann vor. Dem stimmte Rainer Bosse (SSW) zu. Er kritisierte den zu kleinen Hundestrand: „50 Meter hin, 50 Meter zurück, da wird man rammdösig.“ Entschärfen könne man die Probleme nur durch Aufklärung. In der Stadt fehle es an Müllkästen, um die aufgesammelten Hundekotbeutel zu entsorgen. In Grasholz, dem Treffpunkt „ganzer Hundeschulen“, gebe es gar keine Mülleimer. Sein Parteifreund Christian Christiansen fragte sich, ob der Hundestrand „richtig platziert“ sei. Da dort keine Autos halten können, könnten Hundebesitzer ihn auch nicht direkt anfahren und die Hunde an den Strand führen.

Bernd Ernstmeyer (Grüne) forderte klare Kante: „Wir haben einen Hundestrand, das ist unser Entgegenkommen.“ Ansonsten hätten sich alle an die Vorschriften zu halten. Er ist wie auch Oliver Fink (FDP) für die Verhängung von Bußgeldern. „Diejenigen, die Bußgelder bekommen, müssen auch nicht mehr nach Eckernförde kommen. Schlimmer wäre es, wenn die anderen nicht mehr kommen, weil es ihnen am Strand nicht mehr gefällt“, so Fink. Abschließend appellierte Ausschussvorsitzender Krüger an die Raucher unter den Strandbesuchern, ihre Kippen mitzunehmen. Und: „Für Kaugummi gilt das Gleiche.“

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