zur Navigation springen
Schlei-Bote

21. Oktober 2017 | 20:06 Uhr

Abstrakte Kunst vom Resthof

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Iris Ewig setzt auf Acryl, Kaffeesatz und Sand / Ausstellung ab Sonnabend in der „Ostseekoje“ in Stoltebüll

Wenn es um das Malen geht, probiert Iris Ewig immer wieder gern etwas Neues aus. Dabei ist es ihr aber stets wichtig, dass die Farben in ihren abstrakten Werken miteinander harmonieren. Ein erster Strich mit dem Pinsel auf der Leinwand oder auch auf Holz – und schon fügt sich der nächste automatisch hinzu. Manchmal hat sie ein Bild vor Augen – doch wenn sie es umsetzt, entsteht oft etwas ganz anderes. Unter dem Titel „Kunst!Werk“ zeigt sie jetzt ihre Werke – die Ausstellung wird eröffnet am Sonnabend, 14. Februar, von 13 bis 18 Uhr in der „Ostseekoje“, Dorfstraße 17 in Stoltebüll.

Es war ihr Patenonkel Peter Coler, ein Maler, der sie mit der Kunst vertraut gemacht hat und sie ermunterte, ihren eigenen künstlerischen Weg zu gehen. Noch heute holt sie sich bei ihm Tipps. Außerdem belegte sie Zeichenkurse und bildete sich autodidaktisch fort.

„Meine Bilder sind stimmungsabhängig“, sagt die Malerin aus Leidenschaft und frönt dem Genre des „Action-Painting“. Dabei setzt sie den von ihr verwendeten Acryl- und Pastellfarben „noch eins oben drauf“ – mit Strukturpasten, Kaffeesatz oder Sand. Das sorgt nicht nur für Verfremdungen, sondern auch für Plastizität.

Die gelernte medizinische Bademeisterin und Masseurin arbeitet heute bei einer Tierärztin. Nebenbei malt sie. Ein Atelier hat sie nicht. Sie stellt ihre Staffelei immer dort auf, wo sie gerade Platz findet und das Licht gut ist – im Garten, Flur, in der Küche und auch im Arbeitszimmer ihres Mannes.

Die Entdeckung eines Resthofes in Stoltebüll hat die im bayrischen Bayreuth geborene 48-Jährige vor fünf Jahren in den Norden verschlagen – gemeinsam mit ihrem aus Schleswig-Holstein stammenden Ehemann Frank, der sich mit Trockenbau selbstständig gemacht hat. „Man hat es uns leicht gemacht, in Stoltebüll Fuß zu fassen“, sagt Iris Ewig.

In Stoltebüll hat sie sich längst eingelebt auch wenn Einiges für sie anfangs „böhmische Dörfer“ waren. Dazu gehörten Begriffe wie Knick, Feudel oder Loh. Inzwischen weiß sie, was das ist und hat sich auch an die ihr zunächst merkwürdig anmutenden Vornamen wie Alke und Sönke gewöhnt. Allerdings: „Plattdeutsch hat sich mir noch nicht wirklich erschlossen“, stellt sie fest. Doch darauf nehmen die Nachbarn und Freunde Rücksicht.

Es ist das erste Mal, dass Iris Ewig ihr Haus für Kunst-Besucher öffnet, wobei sie hofft, dass viele bei ihr reinschauen. Zu sehen sein werden neben ihren Bilder in großer Farbenvielfalt auch Holzarbeiten – vornehmlich Kerzenhalter in unterschiedlichen Größen. Das Holz dafür hat sie gefunden am Strand, im Wald und im Knick, der, wenn er auf den Stock gesetzt wird, für sie „Lieferant“ für so manches Stück Holz ist.


zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen