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Schlei-Bote

13. Dezember 2017 | 21:48 Uhr

Abschiedsstimmung im Bauausschuss

vom

Feldwebelhäuser sollen Feriendomizile werden / Janowski sagt Tschüss

shz.de von
erstellt am 31.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Kappeln | Die Gemeindewahl ist vorbei, die neue Stadtvertretung gewählt, und dennoch tagte noch einmal der Bauausschuss. Denn die Amtszeit der 2008 gewählten Stadtvertretung und ihrer Gremien endet erst mit Ablauf des 31. Mai.

Und so war es dem Bauausschuss vorbehalten, die letzte Sitzung aller Gremien abzuhalten. Dabei stand auch wieder einmal eine Änderung des

B-Plans Nr. 65 Port Olpenitz auf der Tagesordnung. Doch geht es bei dieser dritten Änderung nicht um das Luxus-Feriendorf, sondern um die nördlich davon gelegenen ehemaligen "Feldwebelhäuser". Es handelt sich hierbei um drei Mehrfamilienhäuser mit je vier Wohnungen und ein Mehrfamilienhaus mit sechs Wohnungen, die von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) an private Projektträger verkauft worden sind.

Die Investoren möchten nun diese Gebäude unter Berücksichtigung des Mieterschutzes in Ferienwohnungen umwandeln. Dazu sagte Bauamtsleiter Erich Reuter: "Wir als Verwaltung sind glücklich, wenn leer stehende Gebäude nachgenutzt werden können und unterstützen dieses Vorhaben ausdrücklich." Wie Reuter auf Nachfrage unserer Zeitung später sagte, werde es wegen des Bestandsschutzes der vorhandenen Mieter zu einer schrittweisen Umwandlung der Gebäude kommen. "Mit diesen Ferienwohnungen wird dann die Klientel der Normalverdiener angesprochen, während die Ferienhäuser in Port Olpenitz Besserverdiener als Zielgruppe haben. Diese Mixtour macht es interessant."

Mit der dritten B-Plan-Änderung soll Baurecht für die ehemaligen Feldwebelhäuser geschaffen werden, denn in dem Bebauungsplan sind die Gebäude zwar dargestellt, doch sind keine überbaubaren Flächen festgesetzt. Wie einer der Investoren, Hannes Jakobsen, sagte: "Da die Häuser als Bestandsgebäude geführt werden, gibt es bei Totalverlust etwa durch Brand kein Wiederaufbaurecht." Dies und der Zugang zur Ostseestraße sowie die Verlegung eines Wendehammers beinhaltete die dritte Änderung des Plans. Alle sieben Bauausschussmitglieder stimmten dem Entwurfs- und Auslegungsbeschluss zu. Der Entwurf der dritten Änderung des B-Plans Nr. 65 wird mit Begründung und Umweltbericht vom 6. Juni bis 8. Juli im Rathaus ausgelegt.

Zur Kenntnis nahm das Gremium die erste Änderung des

B-Plans Nr.1 "Sondergebiet Werft" in Arnis. Hier plant der Eigentümer der Schiffswerft im Strandweg 124 die Sanierung der Ufereinfassung und die Erneuerung der Steganlagen. Und dann erteilten die Ausschussmitglieder noch jeweils das Einvernehmen für den Neubau eines Wohnhauses in der Flensburger Straße sowie in der Schulstraße.

Schließlich folgte einer der wenigen Momente, in denen der Vorsitzende Josef Janowski (CDU) die Regie für den Bauausschuss aus der Hand geben musste. Bauamtsleiter Erich Reuter ergriff ungefragt und ohne Voranmeldung das Wort. "Herr Janowski, ich bin ja erst seit zweieinhalb Jahren dabei, aber Sie sind seit Anfang 1990 Vorsitzender im Bauausschuss und waren schon zehn Jahre davor dessen Mitglied. Der Bauverwaltung ist es ein großes Anliegen, Ihnen für die gute Zusammenarbeit herzlich zu danken." Anschließend überreichte Reuter dem scheidenden Stadtvertreter und Bauausschussvorsitzenden einen großen Blumenstrauß.

Erfreut und bewegt sagte Janowski: "Ich gehe mit einem weinenden und einem lachenden Auge. 35 Jahre im Bauausschuss, davon 23 Jahre als Vorsitzender - das reicht." Er dankte dem Bauamt und der Verwaltung für die fast schon freundliche Zusammenarbeit: "Ich glaube, sonst hätte ich so lange nicht durchgehalten." Dank richtete Janowski auch an die Ausschussmitglieder. "Ich glaube, wir haben immer ordentlich unsere Standpunkte vertreten." Wichtig sei ihm gewesen, dass man sich als Bauausschuss und nicht als Bauverhinderungsausschuss verstanden habe.

Und dann bat er seinen noch unbekannten Nachfolger, besonderen Wert auf den Erhalt der Innenstadt zu legen. "An der Innenstadt hängt mein Herz." Es sei schlimm, wenn eine Stadt ihr Gesicht verliere. "Unsere Besucher kommen nicht nur wegen der Schlei, sondern auch wegen unserer schönen Innenstadt nach Kappeln." Danach schloss Josef Janowski zum letzten Mal eine Sitzung des Bauausschusses.

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