Kappeln/Rieseby : Abschied von der Schlei

Sind sehr zufrieden mit dem Programm „Blühender Feldrand“: Landwirt Christian Mahrt (v.li.), Naturparkvereinsvorsitzender Jens Kolls und Joanna Schadt (Lokale Aktion).
Sind sehr zufrieden mit dem Programm „Blühender Feldrand“: Landwirt Christian Mahrt (v.li.), Naturparkvereinsvorsitzender Jens Kolls und Joanna Schadt (Lokale Aktion).

Der Naturparkverein sucht einen Nachfolger für die Geschäftsführerin des Projekts „Lokale Aktion“.

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21. Juli 2018, 16:00 Uhr

Der Landschaftsraum Schlei im Naturpark Schlei ist einmalig. Erklärtes Ziel ist es, die Naturlandschaft nicht nur zu erhalten, sondern auch sie aufzuwerten. Dafür hatte der Naturparkverein Anfang 2014 – mit 95-prozentiger Förderung von Land und Stiftung Naturschutz – eine volle Stelle für die sogenannte Lokale Aktion einrichten können. Joanna Schadt (31), die diese Stelle bisher innehat, verlässt die Schlei Ende August nach Hamburg, ein Nachfolger wird gesucht.

Die Lokale Aktion Schlei befasst sich mit der Erstellung von Managementplänen, angelehnt an die EU-Vorgaben für die Flora-Fauna-Habitat- und die Vogelschutzrichtlinien sowie die Umsetzung der landschaftspflegerischen und naturschutzrechtlichen Aspekte. Im Dialog mit Hunderten von Landeigentümern entwickelte Joanna Schadt die Managementpläne. Dabei nahm sie das nördliche Schleiufer wie auch den Bereich Angeln in den Blick. Für das südliche Schleiufer (Schwansen) lag bereits ein Managementplan vor.

Um die landschaftspflegerischen Ansätze mit den Landeigentümern umzusetzen, war Schadt viel vor Ort unterwegs: „Ich war überrascht, wie viele Landwirte unseren Vorschlägen positiv gegenüberstanden.“

Ein Werkzeug zum Erhalt der schützenswerten Flächen (zum Beispiel Salzwiesen), die oft erst durch eine extensiv genutzte Kulturlandschaft entstanden sind, ist der Vertragsnaturschutz. Rund 25 Landwirte konnte Joanna Schadt für das Programm „Blühender Feldrand“ mit rund 150 Hektar Fläche gewinnen.

Für Christian Mahrt, Betriebsleiter bei Saatzucht von Kameke-Streckenthin, ist das Programm „Blühender Feldrand“ eine gute Möglichkeit zu zeigen, dass Landwirte auch Naturfreude sind. Rund zwölf Hektar Fläche hat der Betrieb in dem Programm. „Und es gefällt mir einfach“, berichtet er beim Blick auf einen blühenden Streifen am Gut Büstorf.

Neu ist, dass Schadt nun Landwirten eine Förderung für winterliche Stoppelbrache anbieten kann. „Für viele Vögel und Kleinsäuger bieten Stoppelfelder Nahrung für den Winter“, erklärt sie. Je Hektar wird eine Prämie vom Land gezahlt (Näheres gibt es unter
✆ 0 46 42 / 179 26 98). Später können die Landwirte auf den Vertragsnaturschutz des Landes wechseln.

Joanna Schadt betreute auch Kommunen, die ihre öffentlichen Flächen blühen lassen wollen. So war sie beispielsweise in Kosel, Fleckeby, Güby, Goosefeld, aber auch Kappeln und Schleswig aktiv. Schadts dritte Aufgabe war es, Flächen Dritter mit neuen Kleinstrukturen attraktiver für Flora und Fauna zu gestalten. So wurden Biotope wie Teiche, Senken, Knicks und Streuobstwiesen angelegt – kostenneutral für die Eigentümer. Diese verpflichten sich nur zur dauerhaften Pflege der Bereiche.

Der Naturparkverein mit seinem Vorsitzenden Jens Kolls ist sehr zufrieden mit dem, was geschafft wurde. Kolls wie auch Max Triphaus, Geschäftsführer der Ostseefjord-Schlei GmbH, die die Betreuung der Lokalen Aktion zugewiesen wurde, gehen davon aus, dass die Umsetzung vieler Ideen künftig leichter fällt. So hat der Verein nicht nur eine Zusage für weitere drei Jahre für die volle Stelle der Lokalen Aktion, sondern auch für eine zusätzliche halbe Stelle für die Naturparkarbeit, die das Land fördert. Hierbei geht es um Wasserqualität. Triphaus’ Ziel ist es, diese Stelle mithilfe der rund 50 Mitgliedsgemeinden des Naturparks auf eine volle Stelle aufzustocken. Beide Mitarbeiter können dann im Verbund Projekte anstoßen. „Die Schleiregion wird künftig mehr Gewicht haben“, ist er sich sicher.

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