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Gewässerschau : 97 Kilometer Gewässer unter der Lupe

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Der Wasser- und Bodenverband Grimsau überprüft die Funktionsfähigkeit der Bachläufe.

Das Urteil, das Peter Bernhard Petersen fällte, konnte besser kaum sein. „Alle Bäche, Gräben und Einläufe sind voll funktionsfähig“, sagte der Vorsteher des Wasser- und Bodenverbandes Grimsau. „Das Wasser kann gut abfließen.“ Vorangegangen war die amtliche Gewässerschau, die deutlich offenbarte, dass die Gewässer des Verbandes gut auf die nasse Jahreszeit vorbereitet sind.

Der Wasser- und Bodenverband Grimsau ist zuständig für knapp 35 Kilometer offene Gewässer und knapp 62 Kilometer verrohrte Bachläufe und zwar auf einer Fläche von 3703 Hektar der 724 Mitglieder. Die vom Verband betreuten Gewässer werden regelmäßig im November stichprobenartig im Rahmen der amtlichen Gewässerschau begutachtet und auf ihre Funktionsfähigkeit überprüft. Dies erfolgt durch gewählte Schaumänner bei der Gewässerschau gemeinsam mit dem Verbandsvorsteher. Zur diesjährigen Gewässerschau konnte Verbandsvorsteher Peter Bernhard Petersen (Oersberg) seine Schauleute Thomas Tramm (Grummark), Claus Niemann (Schörderup), Jürgen Hopmann (Kappeln), Peter Petersen (Wittkielberg) und Asmus Schmidt (Wippendorf) begrüßen. Mit dabei waren auch Kai Uwe Metzner vom Schleswiger Landesamt für Küstenschutz, Naturpark und Meeresschutz und Verbandsingenieur Dr. Hans-Heinrich Hennings vom Ingenieurbüro für Bodenkunde und Wasserwirtschaft aus Sterup.

Die Gruppe startete in der Eulenstraße in Kappeln-Sandbek. Bereits vor zwei Jahren hatten sich Anwohner über Uferabbrüche beschwert. An dieser Stelle steht in gut drei Meter Entfernung vom Ufer ein Wohngebäude. Die Eigner befürchteten, dass das Haus durch weitere Abbrüche gefährdet sei. Jetzt allerdings wurde festgestellt, dass sich die Uferzone kaum verändert hatte. Jedoch bemängelten die Prüfer die Lagerung von Holz, Kompost und Abfall in Ufernähe. Die Grundstückseigentümer werden nun aufgefordert, diesen Zustand zeitnah zu ändern.

Im Kappelner Ortsteil Knüppelberg nahmen die Männer die neue Messbrücke in Augenschein, die mit Unterstützung des Landesamtes für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz hochwassersicher in einer Höhe von über vier Metern neu errichtet wurde, nachdem ihre Vorgängerin bei einem Hochwasser weggespült und einige 100 Meter auabwärts gefunden worden war. An der Messbrücke wird der Wasserstand der Au stündlich gemessen. Außerdem dient sie zur Wasserentnahme bei Qualitätsuntersuchungen.

Zufrieden waren die Prüfer mit der gemeinsam mit der Straßenverwaltung Süderbrarup gefundenen Lösung für den Hochwasserschutz der Häuser in der Sandbeker Meiereistraße. Zu ihrem Schutz wurde ein rund zweieinhalb Meter hoher Erdwall aufgeschüttet.

Weitere Prüfstationen waren in Oersberg, Gulde und Schörderup. Dabei ging es um die Begutachtung des Einsatzes von Mähkörben, die Wirksamkeit von „Tiroler Hütchen“ zur Stauvermeidung, aber auch um Hand- und Maschinenräumungen. Und überall konnten die Prüfer zufrieden konstatieren, dass „die Vorflut gesichert ist“ und „das Wasser gut ablaufen kann“. Dem stimmten auch die Vorstands- und Ausschussmitglieder des Wasser- und Bodenverbandes in der anschließenden Sitzung im Gasthof Stoltebüll zu. Insgesamt wurden in diesem Jahr 5971 Meter Bachläufe mit der Maschine und 3216 Meter von Hand geräumt.

Rechnungsführer Jürgen Seemann legte im Anschluss den Jahresabschluss 2013 vor. Zwar gab es im Haushalt 2013 ein Minus von 1815,08 Euro, doch dank guter Rücklagen war der Ausgleich problemlos. Auch der Haushaltsplan 2015 wurde einstimmig in Einnahmen und Ausgaben mit 43.200 Euro akzeptiert.

Abschließend informierte der Experte Hans-Heinrich Hennings über die ab dem Jahr 2017 zu schaffenden Randstreifen, die dem Schutz der Gewässer vor zu hohen Nährstoffeinträgen, der Ufersicherung und als Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten dienen sollen. Die Randstreifen, deren Träger die Landeigner sind, sollen an allen Fließgewässern Schleswig-Holsteins von übergeordneter Bedeutung und an allen Seen von mindestens einem Hektar Größe geschaffen werden. Im Außenbereich werden die Randstreifen gesetzlich eine Breite von fünf Metern haben. Unter bestimmten Bedingungen dürfen sie schmaler sein.

Die Anwesenden zeigten sich betroffen darüber, dass allein die Landwirte für Gewässerverunreinigung verantwortlich gemacht würden. Gerade die Grimsau zeige – dort sind die Forellenbestände kräftig angewachsen –, dass die Wasserqualität sehr gut sei, obwohl sich die Au durch landwirtschaftlich genutzte Flächen schlängle. Diskutiert wurde auch die Frage, ob die Landwirte die Uferrandstreifen in Pacht abgeben könnten. Dazu erklärte Hennings, dass sie die notwendigen Ländereien nur verkaufen könnten. Sollten sie auf die Randsreifen verzichten, könnte es passieren, dass sie nicht entschädigt werden. Das Thema soll auf der Tagesordnung bleiben.

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