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Schlei-Bote

21. November 2017 | 14:55 Uhr

7000 Kilometer für den guten Zweck

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Morgen macht sich Michael Bruhn aus Handewitt auf den Weg: Die „Dust and Diesel“-Rallye führt ihn mehrere Wochen durch Afrika

von
erstellt am 25.Apr.2014 | 16:01 Uhr

Seit zwei Monaten fährt Michael Bruhn ihn schon Probe, jeden Tag zur Arbeit nach Flensburg und zurück. Er ist ganz zufrieden mit der 18 Jahre alten C-Klasse, die schon 366 000 Kilometer auf dem Buckel hat. Schon bald aber wird der Mercedes des Handewitters ganz andere Strecken unter den Rädern haben, sich richtig beweisen müssen: Auf Buckelpisten, Schotter, Geröll und im Wüstensand – in Marokko und Mauretanien.

Bruhn erfüllt sich einen langjährigen Traum und nimmt an der „Dust and Diesel“-Rallye nach Schwarzafrika teil. Morgen Mittag macht sich der
34-Jährige auf den Weg. In Nordhorn trifft er sich mit dem Mechaniker-Meister Eiko Breuker, der die Rallye als Experte begleitet, und beide steuern über Frankreich gemeinsam Tarifa in Spanien an. Hier versammeln sich alle Rallye-Teilnehmer an der Fähre, setzen am 2. Mai nach Marokko über. Und dann ist Bruhn längst mitten drin in seinem ganz persönlichen Abenteuer, vier Wochen und mehr als 7000 Kilometer lang.

Seit 2001 wird die Rallye, die von dem Würzburger Florian Schmidt und dem Neuenkirchener Jörg Volkert ins Leben gerufen wurde, zugunsten mauretanischer Waisenhäuser veranstaltet. Und bislang sind alle Teilnehmer, meist sind es 25 Teams aus ganz Deutschland, am Ziel angekommen. Seinen Wagen wird Bruhn nicht wieder mit zurücknehmen – das ist der Sinn der Abenteuer-Tour: Die Autos werden am Ende in Nouakchott, der Hauptstadt Mauretaniens, versteigert. Jedes Jahr kommen so über 10 000 Euro für den guten Zweck zusammen. „Ich hoffe, dass der Wagen mir unterwegs nicht verreckt, denn die Hauptsache ist: Ich komme dort an“, so Bruhn. Es wird nicht auf Zeit gefahren, am Ende wird kein Sieger gekürt. Alle, die es schaffen, mit ihren alten Kisten das Ziel zu erreichen, sind Gewinner – weil sie etwas Gutes tun.

Warum Bruhn das alles macht ? „Ich bin Berufskraftfahrer, bin gern unterwegs. Und hier geht es ums Abenteuer, um den guten Zweck, man kommt in ferne Länder und lernt Land und Leute kennen – das alles zusammen finde ich toll“, schwärmt er. Während seiner Tour will er viele Fotos machen, alles, was er erlebt, festhalten. Er kannte die Rallye nicht, bis er vor drei Jahren in unserer Zeitung darüber las – „das hat mich so fasziniert, da wollte ich auch mitmachen“, so Bruhn. „Seitdem hat er von nichts anderem mehr geredet“, bestätigt seine Freundin Susanne Clausen. Sie steht voll und ganz hinter dem Projekt, wäre am liebsten selbst mitgefahren. „Der Reiz ist bei mir da, aber es ist wegen meiner Arbeit nicht möglich, man ist ja fast einen Monat weg.“ Einen anderen Mitfahrer, wie die meisten Teilnehmer, hat ihr Freund nicht. Besonders aufregend könnte es für ihn in Mauretanien werden, wo die Rallye-Fahrer Waisenhäuser besuchen: In dem Land fahren alle wegen der politisch instabilen Lage unter Polizeischutz im Konvoi. 5000 Euro investiert Bruhn in das „Vergnügen“, für das sein Chef ihm gern frei gab.

Am 22. Mai wird er in Handewitt zurückerwartet. Seine Freundin sagt: „Wir waren bislang höchstens vier Tage getrennt – ich freue mich einfach nur, wenn er heil zurück ist.“ Bruhn hat da keine Bedenken: „Ich bin zwar nicht so der Schrauber, aber improvisieren konnte ich auf meinen Lkw-Touren bislang immer gut. Ich kann es kaum erwarten, endlich loszufahren.“ Und er weiß: „Ich hab’ keine Angst vor der Tour – aber wenn ich ohne Fotos nach Hause komme, werde ich gelyncht.“


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