Schleswigs WM-Song : 4:1 für Putenfett

Musikalische Männerfreundschaft: Ingo Plöhn (v.li.), Rolf Thierfelder, Dirk Stegemann, Wolfgang Bieler und Michael Mann.
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Musikalische Männerfreundschaft: Ingo Plöhn (v.li.), Rolf Thierfelder, Dirk Stegemann, Wolfgang Bieler und Michael Mann.

Fünf Hobbymusiker aus Schleswig machen mit ihrem eigenen WM-Song mächtig gute Laune.

shz.de von
21. Juni 2014, 16:15 Uhr

Jennifer Lopez, Shakira und Stefan Raab sind bereits dabei – und täglich werden es mehr. WM-Songs gibt es viele – aber nur einer kommt aus Schleswig. Beste Freunde fürs Leben, das sind die fünf Schleswiger Jungs der Rockband „Putenfett“. Vor zwei Wochen haben sie ihren WM-Song mit dem Titel „Jogi Jogi – we are hot auf den Pott“ ins Internet gestellt. Seither wurde er auf der Video-Plattform Youtube schon immerhin mehr als 4000 Mal angeklickt.

Wenn Leadsänger Michael „Johnson“ Mann (48) den Refrain ins Mikro jault („Jougi, Jougi“) – das hat Ohrwurm-Potenzial. Dass die Band das Lied mit einem Augenzwinkern und viel Spaß bei der Produktion aufgenommen hat, ist weder zu übersehen, noch zu überhören. Der NDR spielte den Song schon im Radio („Welle Nord“). Dabei gibt es „Putenfett“ erst seit vier Monaten. Die Mitglieder der Band verbindet eine nahezu lebenslange Freundschaft. Der Postbote Ingo „Holiday“ Plöhn (46), der Justizangestellte Rolf Thierfelder (48), der Straßenbauverwalter Dirk Stegemann (52) und der Zimmermann Michael „Johnson“ Mann (48) gehen seit der Jugend- und Schulzeit durch dick und dünn. Nur Wolfgang „Flips“ Bieler (56) wurde später „angeheiratet“, wie Dirk Stegemann es formuliert. „Wir sind froh, dass wir ihn haben, denn er leitet uns junge Anfänger als Musikfachmann.“ Regelmäßige Konzertbesuche, die Rockmusik und die Freude am Fußball sind der Kit für die Männerfreundschaft.

Bis in den Februar dieses Jahres machte jeder für sich allein Musik. Nun spielen sie gemeinsam, das ziemlich laut – und mit vollem Verständnis der Ehefrauen und Lebenspartnerinnen.

Vom Probenlärm bleiben die Familien ohnehin verschont. Geübt wird in einem Probenraum im Freien Kultur- und Kommunikationszentrum auf der Freiheit. Die Männer von „Putenfett“ haben sich die einstige Kasernenstube zu einem gemütlichen Wohnzimmer im Stil des „Gelsenkirchener Barock“ umgestaltet. Der Bandname kam übrigens auf streng demokratischem Wege zu Stande. Nach einer munteren Diskussion, während der viel gelacht wurde, standen zwei Namen zur Auswahl. „Putenfett“ setzte sich mit 4:1 Stimmen gegen „String-Tanga“ durch. „Der Name bleibt einfach haften“, meint Ingo Plöhn, der die Idee zu dem WM-Song hatte.

Jetzt hoffen die Hobbymusiker auf den ganz großen Durchbruch. Der wäre für sie schon erreicht, wenn es ihnen gelänge, vor dem Schleswiger WM-Publikum beim „Public-Viewing“ an den Königswiesen aufzutreten. „Ich bin überzeugt von unserem Song“, so Rolf Thierfelder. „Es macht einfach Spaß und es macht uns sehr stolz“, sagt Michael Mann. Und Plöhn sagt nahezu gerührt: „Das alles haben wir gemeinsam nach wenigen Monaten geschafft. Eigentlich habe ich nur jemanden gesucht, der mit mir Gitarre spielt. Und nun sind wir eine Band!“

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