Stadtfest mit Hindernissen : 37. Kappelner Heringstage punkten mit Kinderaktionen

Eine Viertelstunde flackerte der Himmel über Kappeln anlässlich der Heringstage in bunten Farben.
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Eine Viertelstunde flackerte der Himmel über Kappeln anlässlich der Heringstage in bunten Farben.

Das Stadtfest geht nach vier Tagen mit geschätzten 45.000 Besuchern zu Ende. Eine Schlägerei mit einem Schwerverletzten trübt die Stimmung.

shz.de von
17. Mai 2015, 11:32 Uhr

Die 37. Heringstage sind vorüber, gestern allerdings zeigten sie noch einmal bei etwas Wind, wenigen Wolken und Sonnenschein ihr schönes Gesicht. Denn das war während der vergangenen vier Tage vereinzelt durchaus getrübt: Auf einen verheißungsvollen Donnerstag folgte ein zahlenmäßig erfreulicher Freitag, dann jedoch ein verregneter Sonnabend mit spürbaren Einbußen. Trotzdem schätzt Jürgen van Schöll, Geschäftsführer der Wirtschaft und Touristik Kappeln GmbH (WTK) und als solcher verantwortlich für die Heringstage, die Besucherzahl auf „irgendwas zwischen 40.000 und 45.000“.

Und ihnen wurde während der vier Tage – auch ohne Bürgerwette, Marineboot und Stand-Up-Paddling – einiges geboten, denn die diesjährigen Heringstage punkteten, das wurde deutlich, vor allem mit ihrem ausgeweiteten Kinderprogramm: Kasper-Theater, Musical, Spielmobil, Kinder-Disko, Live-Musik mit „Grünschnabel“ – die Aktionen für das ganz junge Publikum waren abwechslungsreich und kurzweilig. Mareike Schlegel hatte sich zum ersten Mal aus Rendsburg anlässlich der Heringstage auf den Weg nach Kappeln gemacht, ihr fünfjähriger Sohn tobte gestern in den XXL-Ballons im Wasserbassin. „Es war eine gute Entscheidung, hierher zu kommen“, sagte die 31-Jährige. „Hauptsache, mein Sohn hat Spaß.“ Auch Wiebke Fiß war extra mit ihrer Familie aus Kiel angereist. „Uns ist wichtig, dass es viel für Kinder gibt“, sagte die 30-Jährige, die die Heringstage bereits von früheren Besuchen kennt. „Aber ich glaube, hier wird für jedes Alter etwas geboten. Trotzdem empfinde ich es nicht als Jahrmarkt, sondern als schönes Stadtfest.“

Und als solches bescherten die Heringstage gestern Mittag ihren Besuchern noch einen besonderen Umzug: Vom Rathaus aus marschierten 15 frühere Heringskönige und -königinnen quer durch die Stadt. Begleitet wurden sie vom Bläserkorps des Schützenvereins Kappeln, weiteren Schützen und der Männergilde. Und entlang des fröhlichen Gefolges säumten etliche Zuschauer den Weg, zückten ihre Handys, um den Zug zu fotografieren, die Majestäten der Vergangenheit winkten lächelnd in die Menge. Am Zielort, der „Haifischbar“, warteten Labskaus und der Shanty-Chor „Kieler Förde“ – ein gelungener kleiner maritimer Schlusspunkt mit Bürgernähe.

Ohnehin hatte Jürgen van Schöll das gute Gefühl, dass die Heringstage in diesem Jahr nicht nur von vielen auswärtigen Besuchern, sondern auch von vielen Kappelner Bürgern angenommen wurden. „Darüber habe ich mich sehr gefreut“, sagte der WTK-Chef gestern, der vor allem an den ersten beiden Veranstaltungstagen mehr Publikum als im Vorjahr registriert hatte. Auch deshalb seien die Schausteller durchweg zufrieden gewesen. Überhaupt ist van Schöll überzeugt, dass die Rahmenbedingungen der Heringstage stimmen, wenn auch in diesem Jahr deutlich mehr als in den Vorjahren abgesagt werden musste. „Das ist bedauerlich“, sagte der Organisator, „zumal es sich dabei ausgerechnet um Dinge handelte, die echte Besonderheiten darstellten“. Aufgeben will er deswegen aber nicht. „An diesem Punkt müssen wir weiter arbeiten“, sagte van Schöll. Ziel bleibe, „eigene Aktivitäten zu realisieren und eigene Akteure aus der Stadt zu mobilisieren“. Beispiel: die Kinder-Disko am Sonnabend – ein Erfolg in van Schölls Augen, auch weil sie der TSV Kappeln mit einem Kaffee- und Kuchen-Büfett bereichert habe.

Nicht geklappt hat derweil die Koordination des Parkplatzes in Ellenberg. Die Gruppe, die die Einweisung übernehmen sollte, fiel krankheitsbedingt kurzfristig aus, ein Ersatz war nicht zu finden. Vor allem am Donnerstag führte dies zu teils kritischen Zuständen. Konsequenz: Der WTK fehlen in diesem Jahr die Parkgebühren, die geschätzt 2500 Euro ausmachen.

Indes hat die Kappelner Polizei ruhigere Heringstage als in der Vergangenheit erlebt. „Wir hatten zwar gut zu tun, aber es war auch gut zu schaffen“, sagte der stellvertretende Revierleiter Rainer Detlefsen. Mehrfach habe man Minderjährigen den Alkohol abnehmen und am Freitag eine Person in Gewahrsam nehmen müssen. Auch auf der Strecke Süderbrarup-Kappeln habe man am Donnerstag viele Jugendliche mit Alkohol aufgegriffen. Negativer Höhepunkt: eine Schlägerei in der Nacht von Sonnabend auf Sonntag mit einem Schwerverletzten, der einen Jochbeinbruch erlitt. Auch in diesem Fall war Alkohol im Spiel.

40 Einsätze hat die DRK-Bereitschaft um die stellvertretende Bereitschaftsleiterin Svenja Ebsen gezählt. Am häufigsten waren die Helfer, die täglich in zwei Schichten mit bis zu acht Personen bis 1 Uhr nachts beschäftigt waren, am Donnerstag und Sonntag gefragt, verteilten Kühlpacks, Pflaster und Verbände. Ebsens Eindruck: „Insgesamt hatten wir weniger mit alkoholbedingten Einsätzen zu tun als im Vorjahr.“ Und während Kappeln das Großveranstaltungs-Spektakel für dieses Jahr hinter sich hat, bleibt dem DRK gerade mal Zeit zum Durchatmen. Svenja Ebsen sagte: „Unsere Saison fängt gerade erst an.“

1. Platz / Heringskönigin

Bettina Sörensen: 78 Pfund (Volltreffer)

2./3./4. Platz

Marta Kraft und Sabine Mau: je 76 Pfund; Ramona Strüven: 80 Pfund

5. Platz

Monika Page: 75 Pfund

6. Platz

Cornelia Hermann: 83 Pfund

7. Platz

Simone Clausen: 72,2 Pfund

8. Platz

Herta Itzke: 71 Pfund

9./10. Platz

Susanne Föh: 68 Pfund; Corinna Graunke: 88 Pfund

1. Platz / Heringskönig

Christian Andresen: 79 Pfund

2./3. Platz

Bernd Strüven und Max Triphaus: je 80 Pfund

4. Platz

Uwe Hermann: 83,49 Pfund

5. Platz

Christopher Vogt: 84 Pfund

6. Platz

Roderich Felsberg: 84,5 Pfund

7./8./9. Platz

Daniel Günther, Stefan Lenz und Rolf-Ejvind Sörensen: je 85 Pfund

10. Platz

Bernd Carstens: 69,8 Pfund

 
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