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Kappelner vor Gericht : 3000 Euro Strafe für einen Joint

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Ein Kappelner schenkte einem Minderjährigen eine Haschzigarette – dafür stand er jetzt vor Gericht.

von
erstellt am 03.Feb.2015 | 07:30 Uhr

Es war ein Vorgang, wie er heutzutage auf Partys landauf, landab zum Alltag gehört: Ein Gast gibt einem anderen einen Joint aus. Für einen 25-jährigen Kappelner hatte genau dies jetzt schwerwiegende Folgen.

Das Schleswiger Schöffengericht verurteilte ihn zu einer Geldstrafe von 3000 Euro, und damit, so betonte es Richter Martin Krauel, sei der junge Mann noch sehr glimpflich davongekommen. „In der Öffentlichkeit entsteht ja oft der Eindruck, dass Marihuana inzwischen praktisch legal ist“, sagte Kraul. „Aber dieser Fall zeigt, dass es Konstellationen gibt, in denen das absolut nicht so ist.“

Denn der Partygast, dem der Angeklagte einen Joint gedreht hatte – ein Kumpel aus der Fußballmannschaft – war zum Tatzeitpunkt noch minderjährig. Hier greift Paragraf 29  a des Betäubungsmittelgesetzes: Wer über 21 Jahre alt ist und Betäubungsmittel an eine Person unter 18 Jahren abgibt, wird mit mindestens einem Jahr Freiheitsstrafe bestraft – in minder schweren Fällen reichen auch drei Monate. Das gilt nicht nur für harte Drogen, sondern auch für Marihuana. Der Gesetzgeber habe dabei „eher an den Dealer vor dem Schultor“ gedacht, sagte Richter Krauel. Deshalb entschied sich das Gericht für die mildeste Strafe, die das Gesetz zulässt, zumal der Angeklagte zuvor noch nie strafrechtlich in Erscheinung getreten war. Die drei Monate Freiheitsstrafe wurde umgewandelt in eine Geldstraße in Höhe von 3000 Euro, die der Angeklagte in Raten zahlen darf.

Dafür, warum er überhaupt ertappt wurde, hatte der junge Mann eine simple Erklärung: „Die Party war wohl etwas lauter.“ Wegen der Lärmbelästigung rückte gerade die Polizei an, als er vor der Tür stand und seinem Kumpel den Joint drehte. „Dumm gelaufen“, sagte Staatsanwalt Björn Dellius dazu, der sich in seinem Plädoyer ebenfalls für die geringstmögliche Strafe ausgesprochen hatte.

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