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Biomüll wird sortiert : 30.000 Tonnen stehen bereit

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Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Braune Biobehälter werden bald zur Pflicht. Heute beginnt im Kreis Rendsburg-Eckernförde die Auslieferung.

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erstellt am 02.Sep.2014 | 07:30 Uhr

Der Joghurt ist seit gestern abgelaufen – ab damit in den Müll. Die Banane hat braune Stellen – rein damit in die schwarze Tonne. Und der Salat? Auf den hat heute und morgen sowieso keiner Lust – weg damit. Aber organische Abfälle sind viel zu schade, um sie vorzeitig zu entsorgen – und die Bioabfälle gehören schon gar nicht in den Restmüll. Denn mit Hilfe moderner Technologien werden die Lebensmittelreste zu Kompost und sogar zu Strom und Wärme.

Die Erkenntnis, dass sich die Mülltrennung ökologisch und ökonomisch auszahlt, setzt sich in der Region immer stärker durch. Im vergangenen Geschäftsjahr wurde in der AWR Bioenergie (ABE) in Borgstedt, einer Tochter der Abfallwirtschaft Rendsburg-Eckernförde (AWR), ein Rekordergebnis erzielt. „Wir haben 45.000 Tonnen Biomüll eingesammelt“, sagt Ralph Hohenschurz-Schmidt, Geschäftsführer der AWR und ABE. „Das ist die höchste Menge seit fünf Jahren.“ Einen Höchstwert erreichte auch die Bilanz: Die ABE erwirtschaftete im Jahr 2013 einen Überschuss von 635. 000 Euro.

Auch für die Zukunft erwartet der Geschäftsführer einen „deutlichen“ Anstieg der Biomüll-Menge. Denn ab Januar nächsten Jahres wird die braune Tonne im Kreis Rendsburg-Eckernförde zur Pflicht. Alle Haushalte werden dann den Müll trennen müssen. In den vergangenen Wochen sind bereits die Kunden, die von sich aus bei der AWR einen Biobehälter bestellt hatten, beliefert worden. Heute beginnt die Auslieferung der Tonnen an die restlichen Haushalte. 30.000 Plastiktonnen der Standardgröße mit einem Fassungsvermögen von 120 Litern stehen auf dem Betriebshof in Borgstedtfelde bereit.

In dieser Woche werden die Gefäße zunächst in Schwansen und Owschlag auf die Grundstücke gestellt. Es folgen die Gebiete Schwedeneck, Osdorf und Eckernförde. Anschließend fahren die Lieferanten in den nächsten Wochen über Rendsburg, Fockbek und Hohn bis an die Grenze Dithmarschens, dann folgen Stationen in Jevenstedt, Hohenwestedt, Aukrug und Nortorf. Zum Abschluss erhalten die Haushalte in Bordesholm, Flintbek und Molfsee ihre Tonnen. Bis Mitte Oktober sollen dann alle Haushalte im Kreis Rendsburg-Eckernförde versorgt sein.

Den Umstieg auf die Biotonne will die AWR den Bürgern so einfach wie möglich machen. Die Kunden erhalten zwar die Biotonne, bezahlt werden muss aber erst ab 2015. Das soll auch für die Haushalte gelten, die bereits jetzt schon eine braune Tonne haben. Bisher kostete der Behälter für Kartoffelschalen, Obstreste und Kaffeefilter monatlich 2,50 Euro für 120 Liter Abfallvolumen. Im nächsten Monat muss eine neue Entgeltordnung für die nächsten drei Jahre verabschiedet werden. „Eine exakte Gebührenkalkulation liegt zwar noch nicht vor“, sagt Ralph Hohenschurz-Schmidt. Aber der Geschäftsführer hat in der jüngsten Sitzung des Kreis-Sozialausschusses positive Signale gegeben. Demnach wird es keine Preiserhöhung geben. Der Vorschlag des Geschäftsführers lautet nämlich, die Preise auf dem jetzigen Niveau zu halten.

Nach Einführung der Biotonne rechnet Ralph Hohenschurz-Schmidt damit, dass bis zu 10.000 Tonnen mehr organische Abfälle in Borgstedt verarbeitet werden können. „Eine Erweiterung der Anlage ist unabdingbar.“ Nur die Größe des Ausbaus sei noch unklar und hänge von der Auftragssituation ab. Das Unternehmen, das auch von den Kreisen Nordfriesland, Schleswig-Flensburg und Teilen des Kreises Plön mit Biomüll beliefert wird, bewerbe sich auf ausgeschriebene Aufträge von Kommunen zur Bioabfallentsorgung. Denn nach dem neuen Kreislaufwirtschaftsgesetz müssen bis zum Jahr 2020 65 Prozent des Mülls aus privaten Haushalten stofflich verwertet werden. Auch in anderen Landesteilen muss sich also die Erkenntnis durchsetzten, dass die Banane mit den braunen Flecken ein wertvoller Rohstoff ist.

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