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145 Millionen Euro für Marinestützpunkt

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Molen am Eckernförder Marinehafen sind marode / Bis 2022 erhebliche Investitionen geplant / Standort steht nicht infrage

shz.de von
erstellt am 15.Mai.2013 | 03:59 Uhr

eckernförde | Die Molen des Marinestützpunkts sind in einem miserablen Zustand: stellenweise durchgerostet, die Fahrbahn gerissen oder sogar abgesackt, Betonabplatzungen bis auf die Bewehrung. Besonders schwer hat es die Ostmole getroffen, aber auch die Mittelmole und die Schwimmbrücken sind marode. Die Folge: Alle bislang dort liegenden Schiffe sind in den westlichen Teil des Hafens, der zur Wehrtechnischen Dienststelle (WTD 71) gehört, verlegt worden. Der Betrieb des Stützpunktes und des Hafens läuft dadurch weiter.

Ein ungewohntes Bild, das auch für Gerüchte über den Abzug von Marineschiffen gesorgt hat. Doch dem tritt das Bundesamt für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr in Bonn auf Anfrage unserer Zeitung entschieden entgegen: "Der Standort Eckernförde ist stationierungssicher", heißt es dort. "Bisher wurden keine Schiffe/Boote aus Eckernförde verlegt." Und mehr noch: "Die Marine investiert mittelfristig bis 2017 zirka 105 Millionen Euro, langfristig bis 2022 insgesamt zirka 145 Millionen Euro in den Marinestützpunkt Eckernförde."

Die Schäden an den Molen wurden anlässlich einer Bauwerksbesichtigung festgestellt. Solche Besichtigungen finden regelmäßig statt. "Die Schäden existieren länger, führten bisher aber nicht zu Nutzungseinschränkungen", heißt es aus dem Bundesamt.

Aber jetzt. Zwar befindet sich die Grundinstandsetzung der Ostmole bereits seit 2009 in der Planung, doch führten nicht nur klamme Kassen dazu, dass noch nichts geschehen ist: Zum einen wurden andere Infrastrukturmaßnahmen zwischenzeitlich als wichtiger eingestuft, zum anderen war lange Zeit nicht geklärt, wer überhaupt für Wasserbaumaßnahmen des Bundes zuständig ist. Besonders der letzte Punkt hat für viel Diskussion gesorgt.

Mittlerweile hat man jedoch eine Lösung gefunden: Das Bundesverteidigungsministerium hat die Aufgaben für Wasserbauten der Bundeswehr im Einvernehmen mit dem Bundesbauministerium den Bauverwaltungen der Länder als Angelegenheit des Bundes übertragen. Das Land Schleswig-Holstein soll diese Aufgaben dem Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein übertragen. Jedoch befindet man sich noch im Abstimmungsprozess: Die erforderliche Ergänzung zum bestehenden Verwaltungsabkommen zwischen dem Land Schleswig-Holstein und dem Bundesbauministerium liegt dem Bundesministerium als Vorschlag des Landes vor. In Kiel wartet man nun auf eine Antwort.

Nach derzeitiger Planung wird die Grundsanierung der Ostmole mehrere Jahre umfassen. Die Kosten dafür wie für die Sanierung der Schwimmbrücken beziffert das Bundesamt mit 35 Millionen Euro. Angestrebt wird ein Baubeginn im Oktober. Die weiteren 110 Millionen Euro, die in den kommenden zehn Jahren investiert werden sollen, sind hauptsächlich für die Sanierung und den Neubau von Unterkunftsgebäuden, Dienstgebäuden, Wirtschafts- und Betreuungsgebäuden, Sportanlagen, Außenanlagen und den technischen Bereich vorgesehen. Unter anderem sollen die Marineschutzkräfte aus der Preußerkaserne im Jahr 2017 am Stützpunkt aufgenommen werden.

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