12 000 Euro für den Ulsnisser Riesen

 Begeisterung für den 'Riesen von Ulsnis': Wolfgang Schattke, Werner Gabriel, Sonja Gabriel und Andi Feldmann  (von links).  Foto: Kuhl
Begeisterung für den "Riesen von Ulsnis": Wolfgang Schattke, Werner Gabriel, Sonja Gabriel und Andi Feldmann (von links). Foto: Kuhl

Ein vier Meter hohes Denkmal soll an die Sagengestalt erinnern / Ein Modell vom Künstler Andi Feldmann erhielt der großzügigste Spender

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23. Februar 2012, 08:04 Uhr

Ulsnis | Der Riese von Ulsnis ist eine Sagengestalt und bewirkt auch heute noch Sagenhaftes. Anders ist es nicht zu beschreiben, dass inzwischen in der kleinen, aber kulturbewussten Gemeinde Ulsnis mehr als 12 000 Euro gespendet wurden, um eine Skulptur dieser Legende aufzustellen.

Initiator dieser Figur ist Künstler Andi Feldmann, der aus Schrott ein 85 Zentimeter hohes Modell erstellte, das später vier Meter hoch und etwa 1,5 Tonnen schwer werden soll. Es zeigt den Riesen in Wurfpose mit einem Felsbrocken über dem Kopf.

Kulturausschussvorsitzender Professor Wolfgang Schattke regte an, die auf mehr als 10 000 Euro geschätzten Kosten durch Sponsoren aufbringen zu lassen. Zum Dank werden auf einer Tafel am Fuß des Riesen alle Sponsoren aufgelistet. Und als besondere Zugabe sollte der Sponsor mit der höchsten Summe das Modell als Trophäe erhalten. Diese Methode wurde gleich als "Ulsnisser Versteigerung" in den normalen Sprachgebrauch eingeführt und am Wochenende mit einer Benefizveranstaltung beendet, zu der alle Sponsoren und weitere Interessierte eingeladen waren.

Rund 100 Personen bevölkerten den Saal des Gasthauses Ulsniskirchenholz, als Professor Schattke mit der Moderation begann. "Legende soll zu Kunst, soll zu einem Wahrzeichen von Ulsnis werden", sagte er und stellte mit 9760 Euro das aktuelle Spendenvolumen vor. Größter Sponsor war die Kulturstiftung der Nospa mit 2000 Euro. Firmen hatten sich mit 500 Euro beteiligt. Aber es gab auch Kleinspender mit 20 Euro. Noch während der Veranstaltung wurden Gebote entgegengenommen. Während die Theatergruppe Taarstedt mit der plattdeutschen Komödie "Wi kriegt Besöök" das Publikum zu wahren Lachorgien verführte, kletterte der Spendenpegel um mehrere Hundert Euro.

Künstler Feldmann heizte die Atmosphäre noch weiter an. "Der Riese ist schön, klein, und er muss größer werden", stellte er fest und gab zu, dass der Bau dieses Monumentes für ihn eine Herausforderung sei. Aber der Riese müsse gebaut werden und könne bereits im August fertig sein, meinte Feldmann.

Dann kam der große Moment, an dem der Zuschlag für den Hauptsponsor erteilt werden sollte. Im letzten Augenblick erhöhte Werner Gabriel seinen Sponsorenbeitrag von 500 auf 2200 Euro, setzte sich damit an die Spitze und brachte die Gesamtsumme auf über 12 000 Euro.

Doch Schattke machte klar, dass damit die Sponsorenschublade noch nicht geschlossen sei. Noch auf der Bühne wurde ein Fuhrunternehmen aus dem Nachbarort zu Hand- und Spanndiensten verpflichtet. Denn das Fundament einer vier Meter hohen Statue und auch ihr Transport erfordern besondere technische Hilfsmittel.

Nachdem die Maasholmer Tanzgruppe "Celtic Ducks" das Publikum mit irischen Stepptänzen begeistert hatte, stellte Schattke die Frage nach dem Standort der Plastik, die in Ulsnis bereits kontrovers diskutiert wird. Er zählte 40 Stimmen für eine Platzierung am Dampferanleger und

29 Stimmen für eine Errichtung in der Ortsmitte. Die Abfrage soll bei der Einwohnerversammlung wiederholt werden. Die Gemeindevertretung fasst dann den endgültigen Beschluss.

Werner Gabriel, neuer Eigentümer des Modells, muss aber noch warten, bis er es in seinem Wohnzimmer aufstellen kann. Denn Besitzer wird er erst nach Fertigstellung der großen Skulptur. Bis dahin wird die Miniatur noch als Proportionsvorlage für den großen Bruder gebraucht.

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