Gemeinschaftsschule Kappeln : 100 Jahre voller Veränderungen

„Schleswig-Holstein, wie gern leb’ ich hier“ sangen die Schüler der Klasse 5  a in der Mehrzweckhalle und schwangen dazu ihre Fahnen in den Landesfarben.
„Schleswig-Holstein, wie gern leb’ ich hier“ sangen die Schüler der Klasse 5 a in der Mehrzweckhalle und schwangen dazu ihre Fahnen in den Landesfarben.

Die Gemeinschaftsschule feierte ihr Jubiläum in der Mehrzweckhalle mit viel Musik, Sketchen und Kunst.

shz.de von
17. Juli 2015, 12:30 Uhr

Dass die Kappelner Gemeinschaftsschule von ihrer Geburtsstunde an ein ziemlich bewegtes Leben führt, erfuhren die rund 80 Gäste der Geburtstagsfeier am Mittwochnachmittag. „100 Jahre Mittelschule“ stand auf dem Programmheft, und geändert hat sich neben Name, Ort und Personal vor allem die innere Struktur der Schule. Gleich geblieben allerdings, auch das wurde deutlich, ist über die Jahre hinweg die Bereitschaft, von höherer Stelle aufgezwungene Veränderungen zwar nicht kritiklos hinzunehmen, aber sie anzunehmen und das Beste daraus zu machen.

Wer 100 Jahre alt wird, dem ist ein Blick in die Vergangenheit mehr als gestattet. Schulleiterin Britta Pichatzek übernahm diese Aufgabe, erinnerte an das Jahr 1915, als die Schule – bis dahin Rektorschule mit angebundener Volksschule – die offizielle Anerkennung als städtische Mittelschule erhielt. Erste kolportierte Schülerzahl: 169 im Jahre 1924. Rund 25 Jahre später zählte man 780 Kinder – der Beginn des erforderliche Neubaus an der Hindenburgstraße fiel in das Jahr 1952, bis dahin waren die Schüler in der Reeperbahn unterrichtet worden. Mit Blick auf die 70er-Jahre in der inzwischen als Realschule bekannten Einrichtung sprach Pichatzek von „Unruhen im Kollegium“: Die Klassengröße war auf 35 angewachsen, die Lehrerzahl gesunken – „kommt uns das nicht bekannt vor?“, fragte Pichatzek eher rhetorisch. Schließlich der Wandel zur Grund- und Gemeinschaftsschule, dann nur noch Gemeinschaftsschule. „Und inzwischen ist die Sporthalle marode, der Bio-Raum schreit nach einer Modernisierung, die Lehrerversorgung lässt zu wünschen übrig“, sagte Pichatzek über die Gegenwart. Gleichzeitig lobte sie die „sehr gute Zusammenarbeit“ aller Kappelner Schule, die in der Lage seien, jedes Kind schulisch aufzufangen.

Das war der Anknüpfungspunkt für Schulverbandsvorsteherin Marta Kraft, die als Sprecherin des Trägers, des Nahbereichschulverbandes, sagte: „Die Durchlässigkeit der unterschiedlichen Schularten ist so gut, dass jeder seine Entwicklungschance nutzen kann.“ Als stellvertretender Bürgervorsteher betonte auch Helmut Schulz die gewachsenen Möglichkeiten, die Schulart zu wechseln und andere Abschlüsse zu erreichen. Schulrätin Gabriele Wiese stellte die „unglaublich hohe Zufriedenheit in der Schulgemeinschaft“ heraus, die sich auch darin zeige, dass sie mit ausgesprochen wenig Problemen im Hinblick auf die Gemeinschaftsschule konfrontiert werde. Kreispräsident Ulrich Brüggemeier warf erneut einen Blick zurück, als er sagte: „Während das Deutsche Reich vor 100 Jahren Gewalt anwendete, hat man in Kappeln zur gleichen Zeit auf Bildung gesetzt. Das war sicherlich klüger.“ Bürgermeister Heiko Traulsen wagte, stellvertretend für die Stadt und damit den Träger der früheren Realschule, dagegen einen Blick in die Zukunft. „Diese Schule wird auch noch in 100 Jahren von sich reden machen“, sagte er. Und Barbara Scheufler, Leiterin der Gorch-Fock-Schule, überreichte Britta Pichatzek im Namen der umliegenden Schulen einen Gutschein für Pausenspielzeug. Ein Geschenk gab es auch von der Elternschaft der Gemeinschaftsschule: Sprecherin Anke Lindemann-Katsioulis hatte eine große Holzbank mitgebracht, die Sitzgelegenheit für Kinder und Lehrer sein soll.

Fünft- und Sechstklässler sowie die Schüler des Französisch-Kurses gestalteten zudem ein äußerst gelungenes Rahmenprogramm mit Musik, Theater und Sketch, ehe der Nachmittag bei einem Imbiss und Getränken in der Mensa der Schule ausklang.

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