1,4 Kilometer mehr Sicherheit

Probefahrt auf dem neuen Radweg:  Bürgermeister Joachim Siebke (l.)  und sein Kollege Werner Jepsen aus Holzdorf führen die Gruppe der radelnden Amtsträger an.   Foto: Thomsen
Probefahrt auf dem neuen Radweg: Bürgermeister Joachim Siebke (l.) und sein Kollege Werner Jepsen aus Holzdorf führen die Gruppe der radelnden Amtsträger an. Foto: Thomsen

Vertreter von Kommunen, Kreis und Land geben 900 000 Euro teuren Radweg von Thumby nach Sensby frei

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15. Oktober 2011, 08:14 Uhr

Thumby | "Als Gemeinde haben wir lange um den Radweg gekämpft, nicht Jahre, sondern Jahrzehnte lang." Thumbys Bürgermeister Joachim Siebke sprach all denjenigen, die zur Realisierung des Radweges zwischen Thumby und Sensby beigetragen haben, seinen Dank aus. Ein weiteres Dankeschön richtete er an die Grundstückeigentümer. Die Verhandlungen mit ihnen seien problemlos und einvernehmlich erfolgt. In dieser Woche hat Siebke die 1,4 Kilometer lange Strecke gemeinsam mit Vertretern des Landes und des Kreises sowie der Kommunen eingeweiht. Er betonte, dass es sich um eine Teilstrecke handelt, denn: "Wir haben im Hinterkopf, noch den Lückenschluss zwischen Thumby und Grünholz zu vollziehen."

Reimer Tank, stellvertretender Landrat, winkte erst einmal ab. In seiner Ansprache erinnerte er daran, wie schwierig es gewesen sei, das jetzt fertiggestellte Vorhaben zu verwirklichen. 2010 sei zunächst beschlossen worden, den Bau des Radweges zu streichen. Peter Thordsen (Güby) und Christian Schlömer (Brodersby), beide CDU-Kreistagsabgeordnete, hätten allerdings entschlossen dagegen protestiert. "Vielen Dank, dass ihr euch so erfolgreich eingesetzt habt", richtete Tank das Wort an die beiden Kommunalpolitiker und hob auch die Bedeutung der Strecke als sicheren Schulweg hervor. "Das ist fantastisch geworden. Das Ortsbild hat sehr gewonnen", lobte Tank. Er erwähnte noch einmal die finanziellen Anstrengungen: Die Kosten "für so ein kleines Stückchen Radweg" belaufen sich auf rund 900 000 Euro. Davon finanziert das Land 475 000 Euro, der Kreis 310 000 Euro und Thumby 115 000 Euro - "ein großer Batzen Geld für die Gemeinde", räumte er ein.

Bei leeren Kassen sei es die Kunst, Vorhaben richtig zu organisieren. In diesem Fall sei es gelungen, Land, Kreis und Gemeinde zusammenzubringen, als alle das nötige Geld dafür aufbringen konnten, sagte Matthias Paragnewitz, Leiter des Landesbetriebes Straßenbau und Verkehr, Niederlassung Rendsburg. Er dankte dem Kreis, denn der habe künftig für die Pflege zu sorgen und müsse sich auch dafür finanziell wappnen. Er und seine Mitarbeiter seien gerne in die Region gekommen. Im ländlichen Raum zu bauen, sei in der Regel unproblematischer. Baustellen in Kiel oder Eckernförde würden häufig für viel mehr Ärger sorgen. Da müsse er sich mit Menschen auseinander setzen, die meinten, sie könnten es besser. Er übergab den Radweg jetzt mit den Worten: "Wir haben fertig."

Bürgermeister Siebke versprach spontan, dass der nächste Bauabschnitt "garantiert auch unproblematisch" verlaufen werde und sorgte damit für Heiterkeit. Als krönenden Abschluss der Arbeiten wurde im Rahmen des Projektes noch eine Eiche gepflanzt, bevor sich die Amtsträger auf die eigens für den Anlass herbeigeschafften Fahrräder schwangen, um die Strecke einmal abzufahren. Beendet wurde die Aktion mit einem von der Gemeinde spendierten Imbiss.

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