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Schlei-Bote

21. Oktober 2017 | 09:09 Uhr

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

shz.de von
erstellt am 13.Feb.2014 | 19:35 Uhr

Viereinhalb Jahre lang hat Oliver Wiese bei der Kappelner Wasserschutzpolizei das Sagen gehabt. Jetzt allerdings zieht es den Beamten zurück nach Brunsbüttel, wo er im Herbst 2009 einst hergekommen war. An der Schlei hinterlässt der Stationsleiter zunächst ein Lücke – aber das trifft wohl auch zumindest ein wenig auf den Umstand zu, den der anstehende Umzug bei ihm selber hervorruft.

Tatsächlich ist die Abschiedsstimmung im früheren Amtsgerichtsgebäude in der Gerichtsstraße deutlich spürbar. Wieses Team, sein Vorgesetzter Matthias Radant, Revierleiter der Wasserschutzpolizei Flensburg, und Jens Albert, verantwortlich für die Öffentlichkeitsarbeit im gleichen Revier, haben ihrem Kollegen den letzten Tag mit einem Überraschungsfrühstück versüßt. Es geht herzlich zu bei der Wasserschutzpolizei, und es dauert nicht lange, bis Wiese von Vertrautheit und familiärem Umgang spricht – „auf einer Polizeistation ist das nicht unbedingt selbstverständlich“, sagt der 43-Jährige.

In den viereinhalb Jahren als Stationsleiter ist Oliver Wiese stets hin und her gependelt zwischen seiner Heimat im Itzehoer Raum und Kappeln. Das Areal zwischen Schlei und Ostsee hat er aber dennoch schätzen gelernt. Und er hat Erfolge vorzuweisen: Allein 2012 hat seine Station eine Diebstahlserie mit mehr als 100 Taten aufgeklärt. „Die Kollegen haben damals sehr gute Arbeit geleistet“, erinnert sich der scheidende Chef. Und: „Entlang der Schlei haben wir sehr vielen Geschädigten ihre Außenbordmotoren oder Jetski zurückgeben können.“

Wiese lobt den guten Kontakt zum Rathaus, speziell zum Ordnungsamt. Vor allem bei Großveranstaltungen habe man sehr eng zusammengearbeitet. Und auch auf sein eigenes Team habe er sich stets verlassen können. „Wir sind eingespielt. Gerade dadurch konnten wir etwa mit den Heringstagen immer reibungslos umgehen“, sagt der Hauptkommissar, der mit seinen Kollegen genauso in Eckernförde gefragt war und dort etwa die Aalregatta oder die Piratentage begleitet hat – „eben alles, was sich im Hafen abspielt“. Während der Saison ist ohnehin große Präsenz angesagt, dann war auch Oliver Wiese viel mit dem Boot auf der Schlei unterwegs. Jedes zweite Wochenende ist seine Station in dieser Zeit durchgehend besetzt. Eine geschlossene Wasserschutzpolizeistation im Sommer? „Geht nicht“, sagt Wiese. Das gewährleistet er mit seinem fünf Personen umfassenden Team – eine Herkulesaufgabe – jeden Sommer aufs Neue.

Seit insgesamt zehn Jahren gehört der Hauptkommissar zur Wasserschutzpolizei. Er mag die große Eigeninitiative, die gerade auf dem Wasser gefordert ist, und die Chance, eher präventiv tätig zu sein. In Brunsbüttel wird Wiese nun Dienstgruppenleiter im sogenannten Kanalrevier sein, und sein Vorgesetzter Matthias Radant stellt klar: „Ich lasse ihn nicht gerne gehen. Ich verliere einen Bomben-Mann.“

Wieses Posten in Kappeln bleibt indes zunächst vakant. Seine Stelle wird zum Anfang der kommenden Woche ausgeschrieben. Radant wünscht sich einen erfahrenen Beamten als Wieses Nachfolger, jemanden, der mit Personalplanung und Administration umgehen kann, der Fingerspitzengefühl hat und die Station gut repräsentiert. Lauter Attribute, die auf Oliver Wiese zutrafen, sagt sein Vorgesetzter. Für die Zeit der Vakanz übernimmt Wieses Kollege Harald Scholler die kommissarische Stationsleitung. Und im Mai, spätestens im Juni soll der neue Name feststehen.

Vielleicht also stehen die kommenden Heringstage bereits unter der Aufsicht eines anderen Stationsleiters. Und Oliver Wiese könnte das große Fest einmal ohne Uniform und ohne Verantwortung erleben – als Besucher in Jeans und T-Shirt.  

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